Drei Tage in den Alpen
Am Soliser Viadukt
Im Jahre 1902 erstellte der damals 33-jährige Zimmermeister und Gerüstbauer (kein Ingenieur!) Risch (Richard) Coray das hölzerne Traggerüst der Brücke, mithilfe dessen der Schweizer Ingenieur Hans Studer aus Kieselkalkstein das eigentliche Viadukt erstellen konnte.
Ganz neu bei der Berechnung der Brücken-Statik wurde damals die von Wilhelm Ritter entworfene Elastizitätstheorie angewandt.
Das Solis-Viadukt der Rhätischen Bahn gehört zum UNESCO-Welterbe. Es liegt in der Landschaft Albula/Bernina. Mit 42 m Spannweite im Hauptbogen und den zehn Nebenbögen ist es eines der größten Viadukte der gesamten Albula-Linie. Am Grunde der Schin-Schlucht, 85 m tiefer, fließt die Albula, die der Strecke und der Region ihren Namen gab.
Es ist kurz vor halb eins. Wenn meine Planungen stimmen, müsste etwa 20 Minuten vor der vollen Stunde ein Zug von links nach rechts fahren. Wir haben es also richtig gut geschafft, nur 10 Minuten warten.
12:45 Uhr ist vorbei und kein Zug kommt. Das mit der Planung war wohl nichts. Trotzdem, das Warten fällt leicht. Die Kamera ist auf „Serienaufnahme“ gestellt und liegt griffbereit neben mir auf der Steinmauer. Gleich daneben liegt unser „Mittagessen“, das wir uns – die Preise in den Lokalen sind seit Corona ja explodiert – von zu Hause mitgenommen haben. Hackfleischküchle, Gurkenscheiben und frische Tomaten.
- Mit Picknick fällt das Warten leicht
- Unser Picknick-Essen
- Der Zug kommt
- Mit Luxus-Speisewagen, besser geht´s nicht
Obwohl wir am Solis-Viadukt sind, heißt die daneben liegende Gaststätte Solis-Brücke. Hier kann man – heute ist der 13. September und es hat um die 25°C – gut im Freien sitzen, in aller Ruhe unsere Tagebucheinträge machen und dazu einen Cappuccino oder einen Latte Macchiato schlürfen. Vielleicht gibt´s für Susanne ja auch noch eine Nuss-Ecke oder etwas Ähnliches.
- Restaurant Solis-Brücke
- Cappuccino, Latte Macchiato und Linzer Torte
Jetzt, wo wir etwas Zeit haben, kann ich mich auch dem „blauen Wagen“ im Zug widmen. Dass der etwas Besonderes war, war mir schon klar, als der Zug über das Viadukt fuhr.
In den Jahren 1929 und 1930 beschaffte die Mitropa drei als Dr4ü 10-12 bezeichnete Speisewagen für den Einsatz in den Luxuszügen der Rhätischen Bahn. Und wenn ich mir so meine Bilder ansehe, hatten wir riesiges Glück. Denn nur der 11:58 Uhr in Chur eingesetzte „1139 Chur -St. Moritz“ führt den mondänen Nostalgie-Speisewagen mit den 34 Plätzen. Welcher der drei Wagen in „unserem“ Zug eingestellt ist, kann ich allerdings nicht sagen.
Zu den Höhepunkten einer jeden Rhätischen-Bahn-Reise zählt zweifellos eine Fahrt in einem der mondänen Speisewagen. Mindestens 629 €/Person kostet die 3-Tages-Fahrt, bei der auch das 3-Gänge-Menü im Gourmino-Speisewagen eingeschlossen ist.
Auch wenn wir nicht im Speisewagen sitzen, sind wir doch in der Schweiz – und hier sind die Preise gesalzen: Cappuccino, Latte Macchiato und ein Stück Linzer Torte (ich mag ja nichts Süßes) 15 €. Aber nicht nur Kaffee und Kuchen sind teuer, auch die Klo-Benutzung. Für Nicht-Gäste verlangen die Wirtsleute des Solis-Brücken-Restaurants satte 2 €. Okay, man gönnt sich ja sonst nichts und wer weiß, ob man bei der derzeitigen Inflation nächstes Jahr überhaupt noch was um 15 € bekommt.
- Das Solis-Viadukt
- Wappen am Solis-Viadukt
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