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Drei Tage in den Alpen


Etwa 5,5 km unterhalb der Passhöhe und 3,5 km vor La Punt-Chamues hat irgendjemand links auf einem Felsen eine Steinbock-Skulptur aufgestellt, die wir im ersten Moment tatsächlich für ein echtes Tier gehalten haben.

2½ km weiter, von der letzte Kehre auf der Ostseite des Albula-Passes aus, sehen wir unten im Tal den Inn und weit, weit weg, den höchsten Berg des österreichischen Bundeslandes Vorarlberg, den 3312 m hohen Piz Buin.

Nach 1 km überqueren wir im 750-Einwohner-Ort La Punt-Chamues zunächst den Bahnübergang der Rhätischen Bahn und stehen dann 100 m in der sehr schlecht einsehbaren Einmündung zur Hauptstraße Route 27. Ich fühl mich ob des Namens irgendwie an die Routes in den USA erinnert, von denen die Route 66 wohl die bekannteste ist.

Auf „unserer“ Route 27 geht es – im Gegensatz zur amerikanischen Route 27 – aber nicht nach Miami/Florida oder Fort Wayne/Indiana, sondern rechts weg nach St. Moritz und links weg nach Scuol und Zernez. Dem Navi folgend biegen wir links ab.

Am Inn entlang (mal links, mal rechts davon) fahren wir auf der Route 27 in nordöstlicher Richtung immer geradeaus, 40 km bis nach Zernez. Doch hier endet – obwohl wir nur noch rund 27 km von Livigno entfernt sind – unsere Tour abrupt.

01.09 -24.11.2022 – Chiuso per lavori di construzione steht auf einem Schild am Anfang der Route 28, in die wir mitten in Zernez rechts einbiegen. Für uns heißt das „Ende Gelände“. Von einer „Deviazione per Livigno“, also einer Umleitung, ist weit und breit nichts zu sehen.

Von zwei Männern, die an einer Bushaltestelle auf den Car – so nennt man hier die Busse – warten, erfahren wir, dass der Munt-la-Schera-Tunnel, der das Engadin im Schweizer Kanton Graubünden mit der italienischen Provinz Sondrio verbindet – wie auf dem Schild zu lesen – zwischen dem 1.9. und dem 24.11. gesperrt ist.

Aber warum erfahren wir das erst hier? Warum hat man uns von La Punt aus erst mal 20 km hierher fahren lassen? Warum stand dort nichts von der Sperrung des Munt-la-Schera-Tunnels?

Uns bleibt nichts anderes übrig, wir müssen zurück. So sind es von Zernez aus nach Livigno eben nicht mehr nur 27 km, sondern zurück über Samedan, Pontresina, Bernina- und Livigno-Pass derer 69.

42 km „für die Katz“.

Das ist zwar ärgerlich, auf diese Weise sparen wir aber die 17 CHF Maut, die uns die Durchfahrt durch den nur 3 ½ km langen Tunnel gekostet hätte, und für 17 CHF kann ich bei den 5½ l, die mein Auto auf 100 km verbraucht, weit fahren!

Um kurz vor fünf drehen wir um.


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