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Vom Versuch, den Anhalter Bahnhof in Spur N zu bauen

Wie alles begann

Als Kind eine Weihnachtseisenbahn


Wer hat sich als Kind nicht gewünscht, irgendwann eine Modell-Eisenbahn unterm Weihnachtsbaum vorzufinden? Ich glaube, ich war etwa fünf Jahre, als der Traum für mich dann endlich Wirklichkeit wurde. Eine große Acht mit zwei Bergen, einem Dorf mit Kirche – und was das Besondere war – einem Trolley-Oberleitungsbus von Eheim.

Die Eisenbahn, die uns unser Vater Mitte der Fünfzigerjahre des vorigen Jahrhunderts baute, war ein Traum. Alles, außer den Fahrzeugen, hatte mein Vater selbst gemacht. Die Häuschen aus Sperrholz (schließlich war Papa Schreiner) und die Berge aus Stoffbahnen, die er in Gips getränkt hatte. Die Anekdote, dass Papa für die Berge sein Hochzeitshemd opferte („Ich werd‘ wohl kein zweites Mal heiraten“) haben wir Kinder von unserer Mutter immer wieder zu hören bekommen.

Schulzeit


Ich wurde älter und ging dann irgendwann schon zur Schule. Weil ich damals glaubte, alles besser zu können, habe ich die „primitive 8“, die mein Vater seinerzeit gebaut hat, im Rahmen meiner geistigen Höhenflüge umbauen wollen. Viel mehr sollte auf der Platte untergebracht werden. „Tausend“ Züge sollten fahren und die Brücken sollten 5-fach übereinander liegen. Die Fantasie spielte verrückt und heraus kam nur noch etwas, das aussah wie ein „Schweizer Käse“. Die Steigungen waren so groß, dass kein Zug sie jemals hätte bewältigen können und die D-Züge, die wegen Platzmangels natürlich auf Industrie-Radien fuhren, sahen in ihrer Zick-Zack-Form aus wie ein noch nicht ganz aufgeklappter Zollstock. Das war die Zeit der Misserfolge. Zustande kam bei meinen Höhenflügen nichts. Die Eisenbahn meines Vaters war zerstört und für meine „Fantasie-Eisenbahn“ war es besser, wenn man sie niemandem zeigte. Modellbau (wenn man meine damaligen Aktivitäten überhaupt jemals so nennen konnte) wurde „zu den Akten“ gelegt.

Studium


Viele, viele Jahre später, während meines Studiums in Berlin, brach der „Eisenbahnvirus“ plötzlich wieder durch.

Weil das Geld für andere Aktivitäten nicht reichte und man trotzdem „unter Leute“ wollte, habe ich meine Netzkarte, die ich als Student billig bekam, seinerzeit voll ausgenutzt. Ich kannte jede U-Bahn-Linie in Berlin und jede Haltestelle. Eine ganz besondere U-Bahn-Linie war „Linie 1“, die zwischen Schlesischem Tor (Kreuzberg) und Ruhleben. Hier konnte man auf nur 15 km (fast) alle Berliner Bezirke kennenlernen und man sah sehr interessante ; Menschen, die man vielleicht gerne kennenlernen wollte, mit denen man aber niemals in Kontakt kam (wie sang doch Natalie im Musical von Volker Ludwig und Birger Heymann noch? „Du sitzt mir gegenüber und schaust an mir vorbei“) und solche, mit denen man vielleicht auch niemals in Kontakt kommen wollte. Ich habe damals in Neukölln gewohnt und musste dann, wenn ich zur Uni fuhr, immer bei der Möckernbrücke umsteigen, das war damals von der Linie 7 in die Linie 1.


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