Katzenstein und Neresheim
Bahnhofs-Hocketse in Neresheim
PmG (= Personenzug mit Güterbeförderung)
Am Gleis hinter dem Lokschuppen steht die Wagengarnitur eines PmG (= Personenzug mit Güterbeförderung) bestehend aus
- PmG (= Personenzug mit Güterbeförderung)
- Bahn unter kirchlichem Segen
- einem zweiachsigen Personenwagen, der früher bei der Zahnradbahn Stuttgart – Degerloch eingesetzt war und deshalb – auch heute noch – liebevoll „Zackawaga“ genannt wird.
- einem dreiachsigen B3i
(B = Personenwagen zweiter Klasse, 3 = Anzahl der Achsen, i = Sonderbauart, hier Schmalspurbahn) - einem Drehgestell-Wagen B4i
(B = zweite Klasse, 4 = Anzahl der Achsen, i = Sonderbauart, hier Schmalspur) - einem gedeckten Güterwagen und
- einem offenen Güterwagen.
Allesamt sind die Wagen weit über 100 Jahre alt, der B3i ist sogar 137 Jahre alt und stammt aus dem sogenannten Dreikaiserjahr (Am 9.3.1888 starb Kaiser Wilhelm I., am 15.6,1888 starb sein Sohn und Nachfolger Friedrich III, dessen Sohn Wilhelm II – der mit dem gezwirbelten Bart und der Pickelhaube – war dann deutscher Kaiser, bis er schließlich nach verlorenem 1. Weltkrieg unter dem Druck von Prinz Max von Baden – später auch Friedrich Ebert – und um innenpolitisch Ruhe zu schaffen und den Waffenstillstand zu sichern am 9. November 1918 abdankte).
Käsbohrer Setra, Typ S 11
Als wir eben die 150 Meter rüber zum Lokschuppen gehen, um dort was zu trinken, kommt von einer Rundfahrt ein historischer Käsbohrer Setra, Typ S 11, zurück. Wir sind begeistert, hat Susanne mir doch zu meinem Siebzigsten für meine Modellbahn auch einen Setra geschenkt, okay, das Modell ist ein S8, aber da wollen wir nicht so pingelig sein.
Der Oldtimer hat uns – und nicht nur uns – total begeistert – so ein beeindruckendes Stück Technik aus einer anderen Zeit. Sofort ist er von unzähligen Besuchern umringt, sodass ich keine Chance habe, ihn zu fotografieren. Um euch dennoch eine Vorstellung zu geben, hier mein Modell.
Die Form des Busses ist so elegant und gleichzeitig robust, da merkt man richtig die Handwerkskunst der 60er Jahre. Übrigens steht „Setra“ für „selbsttragend“, weil die Karosserie bei diesen Bussen nicht nur eine Hülle ist, sondern gleichzeitig die Tragstruktur bildet. Diese selbsttragende Bauweise war damals revolutionär, weil sie den Bus leichter, stabiler und aerodynamischer machte – eine ganz neue Qualität im Fahrzeugbau. Es ist toll, diesen Klassiker live zu erleben, vor allem an so einem lebendigen Ort wie dem Bahnhofsfest.
Flohmarkt
Im Lokschuppen ist dann noch ein kleiner Flohmarkt. Die Angebote sind so fair gestaltet, dass das Einkaufen richtig Freude macht – eine angenehme Atmosphäre für alle Schnäppchenjäger. Trotzdem kaufe ich nichts. Ich habe bereits einen derart großen Fundus, dass ich gar nie mehr alles verbauen oder fahren lassen kann.
12:45 Uhr. Im Lokschuppen steht die Hitze. Zur Abkühlung hole ich mir eine eiskalte Cola und weil es gerade Mittagszeit ist, nehme ich – wie jeden Tag – auch gleich meine Blutdrucktablette (Candesartan). Da sitzen wir nun an einer der Biertischgarnituren und warten darauf, dass heute Nachmittag die ersten Züge fahren. Um 13:15 Uhr der erste, allerdings „nur“ ein Dieseltriebwagen, Die Dampflok fährt erst gegen drei.
Am Nebentisch schiebt ein Kindergartenkind mit leuchtenden Augen einen Märklin-Rungenwagen an seinen Pommes vorbei. So sehr ist es von Opas Flohmarkt-Schnäppchen begeistert, dass die Pommes fast zur Nebensache werden. Habe ich hier vielleicht – ohne es zu wissen – einen zukünftigen Modellbahn-Fan getroffen?
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