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Frühlingsfährtle ins Remstal und nach Stuttgart



Donnerstag, 12.3.2026

Stuttgart

Wilhelma

Maurischer Garten


Da ich kein Stativ dabei habe, wird es ein kleines Abenteuer, eine geeignete „Auflage“ zu finden. Nach einigem Hin- und Her entdecke ich schließlich eine Bank, wo ich die Kamera ablegen kann. Ich setze das 10-20-mm-Weitwinkelobjektiv auf, lege die Kamera auf die Bank und richte am Klapp-Monitor alles aus. Perfekt! Wir passen alle aufs Bild. Dann drück ich den Selbstauslöser. Jetzt haben wir noch genau 10 Sekunden Zeit.

Tiere 6


Auf dem Weg zum „Tierpark-Mampf“ kommen wir dann noch am Gehege eines Palmkakadus vorbei und bei Rosapelikanen.

Palmkakadu (Probosciger aterrimus)

Der Palmkakadu ist der größte Papagei Australiens. Charakteristisch für ihn ist das schwarze Federkleid, der ungewöhnlich große Schnabel und die nackte Gesichtshaut.

Besonders witzig ist sein Verhalten: Er trommelt mit Stöcken und Steinen auf abgestorbene Baumstämme herum, was ein richtig lautes, hallendes Geräusch erzeugt – fast wie ein Schlagzeug in der Savanne. Diese Trommel-Show dient dem Imponiergehabe und ist ein echtes Spektakel, besonders wenn der Vogel seine Flügel ausbreitet und die Haube gesträubt ist.

Ein paar Schritte weiter entdecken wir die Rosapelikane am Wasser.

Rosapelikan (Pelecanus onocrotalus)

Anfangs dachte ich, da liegen weiße Müllsäcke rum, die einer beim Teich hingeworfen hat – so still und zusammengekuschelt liegen sie in der Sonne. Doch beim Näherkommen erkennt man schnell ihre eleganten rosafarbenen Federn und die langen Schnäbel. Manche strecken sich, andere putzen sich, wieder andere dösen einfach vor sich hin und genießen die warmen Sonnenstrahlen. Es ist erstaunlich, wie majestätisch und gleichzeitig entspannt diese Tiere wirken, wenn sie einfach nur in der Sonne liegen.

Amazonica Restaurant


Jetzt aber – inzwischen ist es halb zwei – sind wir endlich am „Verköstigungstempel“. Susanne belegt einen Vierertisch draußen vorm Haus, Bernd, Sonja und ich gehen rein. Das Restaurant Amazonica in der Wilhelma gehört zur Gastronomie‑Marke Marché. Die Auswahl ist riesig.

Das marché-typische Überraschungspreis-Konzept mit der versteckten Kostenfalle

Angeboten wird ein „Markt‑ bzw. Buffet‑Konzept“, bei dem man überhaupt keinen Anhaltspunkt hat, was später an Kosten auf einen zukommt. Transparente Preisangaben für Gemüse oder Salat gibt es leider nicht. Du stapelst also – ganz nach Lust und Laune – fröhlich alles auf deinen Teller, denkst an nichts Böses – und dann plötzlich, an der Kasse, wenn alles zu spät ist, der Schockmoment. Ein echtes Abenteuer für die Nerven – und für den Geldbeutel.


Ich komme mit dieser sehr neuartigen, offenbar modernen Verpflegungsstrategie überhaupt nicht zurecht.

Ganz ehrlich: Für mich sieht das eher nach einem cleveren Trick aus, um die Unwissenheit der Gäste auszunutzen und sie so abzuzocken. Beim nächsten Wilhelma-Besuch – falls es dazu kommt – habe ich in meinen Foto-Trolley sicher noch Platz für eigene Hackfleischküchle, Semmeln und ein paar Tomaten. Dann weiß ich wenigstens, was auf den Tisch kommt, und kann dann entspannter futtern.

In meiner „Not“ habe ich deshalb auf das Tagesgericht „Leberkäse mit Zwiebelsoße und Kartoffelsalat“ zurückgegriffen – da war wenigstens der Preis klar ausgewiesen.

Rentnerpower, die selbst professionelle Community Manager alt aussehen lässt


Trotz aller Kritik: Draußen ist es super lustig. Wir erzählen lautstark von Vox-Trash-Sendungen wie „Zwischen Tüll und Tränen“, dem „Tisch für zwei“ und all dem anderen Quatsch – offenbar so laut, dass sich ein Rentnerpaar am Nebentisch prompt einmischt. So kommen Schwaben-Rentner ganz von allein ins Gespräch – ganz ohne Moderator, Facilitator oder Community Manager, die sonst dafür sorgen müssten, dass Leute überhaupt miteinander reden. Man könnte fast sagen: Wir Rentner machen den Job besser als jeder Profi.

Wir können uns einfach nicht zurückhalten, lachen über alles Mögliche, gestikulieren wild und kommentieren jeden kleinen Zwischenfall. Und trotzdem steckt genau darin ein großer Spaß: Es ist total locker, keiner schaut böse, und selbst die fremden Leute am Nachbartisch lachen irgendwann mit.

Inzwischen ist es halb drei und wir haben – wenn alles gut geht – noch vier Stunden Autofahrt vor uns. Daran denkt man einfach nicht, wenn man sich unter Freunden wohlfühlt. Bernd macht noch einen seiner typischen Witze, bei dem wir alle gleichzeitig losprusten, und Susanne rollt nur mit den Augen, kann sich aber das Lachen dann doch nicht verkneifen.

Wir lehnen uns zurück, trinken unseren Cappuccino bzw. Espresso aus und genießen einfach diesen Moment. Wir sind laut, chaotisch und ein bisschen verrückt, aber genau so fühlt sich ein richtig guter Tag in der Wilhelma an. Klar, haben wir die meisten Zootiere gar nicht gesehen, aber darum ging es ja auch gar nicht.

 Tiere 7


Dann geht es los Richtung Ausgang, acht Beine ein wenig müde, aber die Stimmung immer noch bestens. Ich weiß schon jetzt: Diese Wilhelma-Tour wird uns noch lange im Gedächtnis bleiben – vor allem wegen der ganzen verrückten Momente und des endlosen Gelächters unterwegs.

Tukan

Bevor wir endgültig rausgehen, bleibt unser Blick noch bei den Tukänern – oder wie heißt da der Plural? – hängen. Was für Farbknaller! Ihre riesigen, leuchtend orangeroten Schnäbel sind viel zu groß für die kleinen Körper, aber genau das macht sie so faszinierend. Mit den kräftigen Farben und den schnellen, lebhaften Bewegungen wirken sie wie quirlige Clowns des Regenwalds – ein perfekter Abschluss für unseren Wilhelma-Besuch. Für Susanne sehen die Schnäbel aus wie aus Plastik gemacht. Sie wirken irgendwie aufgeblasen wie Luftballons.

Abschied


Gegen 15:00 Uhr sind wir dann am Ausgang, wo wir uns verabschieden. 8 € kostet das für den ganzen Tag. Während Sonja und Bernd wohl gegen halb fünf zu Hause sein dürften, wird’s bei uns sicher noch zwei Stunden länger dauern. Wir hoffen aber, dass wir noch vor Sonnenuntergang daheim sind. Ich fahr nämlich nicht gern nachts.

Fazit


Unser erstes größeres Fährtle in diesem Jahr hat sich gelohnt. Wir haben viel gesehen, erfahren und – vor allem – eine wundervolle Zeit mit Freunden verbracht.


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