Frühlingsfährtle ins Remstal und nach Stuttgart
Donnerstag, 12.3.2026
Stuttgart
Wilhelma
Treffen mit Sonja und Bernd
Um 10:00 Uhr wollen wir uns, wie gesagt, mit Sonja und Bernd am Südostende des Rosenteichs treffen. Also gehen wir wieder zurück zum vereinbarten Treffpunkt, schließlich sind wir Schwaben, und da gilt bekanntlich: fünf Minuten zu früh ist pünktlich, pünktlich ist grenzwertig, und zu spät… nun ja, darüber spricht man eigentlich nicht.
- Magnolienknospen
- Da sind sie ja
Schließlich kommen die beiden eingemummelt und total verfroren angetrabt. Susanne und ich dagegen sind schon fast am Schwitzen, weil es in Stuttgart viel frühlingshafter ist als bei uns in Bayern. Die Begrüßung ist überschwänglich – es wird gedrückt und geherzt, als hätten wir uns seit einem Jahrzehnt nicht mehr gesehen. Dann starten wir unseren Rundgang.
Tiere 2
Unser erstes Ziel ist die Tierwelt Australiens. Das ehemalige Menschenaffenhaus wurde umgebaut und 2023 als „Terra Australis“ eröffnet. Es ist in drei Abschnitte aufgeteilt: Australische Wüstenhalle, Australisches Busch- und Eukalyptushaus und Australische Tropenhalle.
Australische Hüpfmaus
Als Erstes kommen wir zum Gehege der Australischen Hüpfmaus, die lateinisch „Notomys alexis“ heißt. In Australien leben die Mäuse in den trockenen und halbtrockenen Regionen von Zentral- und Westaustralien, im Zoo ganz offensichtlich im Futternapf. Jedenfalls beobachten wir sie, wie sie – offenbar hungrig – im Napf herumhüpfen. Dabei weiß doch jeder, dass man durchs Essen nicht hindurchwaten sollte – außer vielleicht beim Sauerkrautstampfen – ansonsten aber ein absolutes No-Go.
Die „No-go-Maus Alexis“ also – die Aborigines nennen sie „Tarrkawarra“ – zeigt uns dann, wie man mit viel Energie durchs Leben hoppeln kann. Ihr Fell ist hellbraun und wird vom Rücken abwärts immer kastanienfarbener, manchmal leicht gräulich bis weiß. Die Hüpfmäuse sind in etwa so groß wie unsere Hausmäuse, ihre Hinterbeine aber viel kräftiger und der Schwanz länger. Und schaut euch mal die Ohren an! Fast so lang wie beim Osterhasen: abstehend, oben abgerundet und beweglich. Damit kann die Maus jede noch so kleinste Bewegung oder jedes Geräusch wahrnehmen, selbst wenn wir leise sind oder auch nur ein Blatt raschelt.
- Australische Hüpfmaus
- Kurzschwanzkänguru oder Quokka
Quokka
Als Nächstes kommen wir zum Gehege des Quokkas, der wohl kleinsten Kängurus der Welt. Quokkas sind nachtaktiv, d.h. dass sie erst nachts richtig munter werden. In freier Wildbahn kommen sie nur im äußersten Südwesten von Australien vor – auf dem Festland sind sie inzwischen selten und verstreut. Wenn man sie unbedingt sehen will, hat man die größten Chancen auf der Insel Rottnest, 30 Kilometer vor Perth. Dort sollen sie noch in großer Zahl leben. Aber auch dort ist es nicht einfach, sie zu sehen beobachten. Quokkas lieben es nämlich, sich zu verstecken. Dabei klettern sie, vor allem, wenn Gefahr droht, gerne mal zwischen Büsche oder in dickes Unterholz.
Quokkas sind vegetarisch unterwegs: Sie knabbern Blätter, Gras – und wie viele kleine, hungrige Pflanzenfresser auch – mal Rinde und Früchte.
Ist das hauskatzengroße Känguru nicht richtig putzig? Mit seinem freundlichen, runden Gesicht sieht es für mich so aus, als würde es ständig grinsen. Nicht umsonst spricht man bei Quokkas vom „Glücklichsten Tier der Welt“. Und jetzt sollten wir auch die „Glücklichsten Zoobesucher Europas“ sein, denn Quokkas kann man in ganz Europa nur hier in der Stuttgarter Wilhelma sehen.
Koala
Die Koalas, zu denen wir jetzt kommen, erinnern uns sofort an Teddybären – so flauschig, rundlich und kuschelig sehen sie aus! Wenn man sie beim Schlafen oder Blätterfressen beobachtet, könnte man fast meinen, sie wären kleine Stofftiere zum Anfassen. Ihre weichen Ohren, die runden Nasen und die gemütliche Art, in den Bäumen zu hängen, lassen sie besonders liebenswert wirken. Kein Wunder, dass Koalas bei Jung und Alt so beliebt sind – man möchte sie am liebsten einfach in den Arm nehmen und knuddeln.
Koalas leben ausschließlich in den lichten Eukalyptuswäldern der Ost- und Südostküste Australiens. In kühlen Regionen sind sie größer, in wärmeren kleiner. Männchen sind fast doppelt so schwer wie die zierlichen Weibchen und insgesamt können Koalas bis zu 15 Kilogramm schwer werden. Sie werden bis zu 15 Jahre alt.
Außerhalb der Paarungszeit leben Koalas eher einzelgängerisch, ihr Revier überschneidet sich aber mit dem anderer Koalas. So entsteht ein stabiles Sozialgefüge mit festen Hierarchien.
- Koala
- Auburn mit ihrem im Juni 2025 geborenen Baby
Koalas sind perfekt an das Leben in den Bäumen angepasst. Ihre Arme und Beine sind lang und stark, genau richtig, um sich an Baumstämmen hochzuziehen. Um den Baum zu wechseln, laufen sie auf allen Vieren über den Boden und springen dann voller Elan auf den neuen Baum. Sie klettern immer mit dem Kopf nach oben, egal ob hoch oder runter.
Schaut euch mal in den Bildern oben die Hand des Elterntiers an – fällt euch etwas auf? Genau: Koalas haben an jeder Hand zwei Daumen! Das klingt komisch, ist aber super praktisch. Damit können sie fest an Ästen hängen und die Blätter, die sie fressen, gut festhalten. Ohne diese „Superpfote“ würden sie ihr Essen sogar verlieren oder – wenn‘s blöd läuft und sie abrutschen – sogar ihr Leben.
Seh-Nix (Nullavis obscurus)
„Terra Australis“ ist – wie gesagt – in drei Bereiche aufgeteilt. Während wir die Koalas noch beobachten konnten, sind die meisten Bewohner von Terra Australis nachtaktive Säugetiere. Und da gehen wir jetzt hin, in den Bereich der Seh-Nixe. Und wie man sieht, man sieht nichts. Dennoch sind sie überall! Könnte man etwas erkennen, könnte man Einblick haben in die Welt der Kowaris, Quolls, Fuchskusus, Kurzkopfgleitbeutler und sogar zweier Rattenkänguruarten.
- Nachtaktive Seh-Nixe
- Tagaktive Seh-Nixe
Dreiviertel elf: Wir haben nichts gesehen und stolpern mit weit aufgerissenen Augen – Pupillen groß wie zwei-Euro-Stücke – hinaus ins grelle Tageslicht. Dort sehen wir dann auch nichts – zumindest anfangs nicht.
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