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Modellbahnbau zwischen Keller und Wohnzimmer


Der Kreis hat sich geschlossen – die ersten Züge fahren


Mit der Fertigstellung der „rechten Kehrschleife“ ist das Grundgerüst des 8,30 m langen „Hundeknochens“ – auch wenn die Streckenführung für manche „kriminell“ erscheinen mag – erst mal vervollständigt. Ein Etappensieg auf einer langen, langen Reise, die in den 1980ern begann.

 

Dennoch kann die Anlage, so halb fertig, nicht im Wohnzimmer stehen bleiben. Ich trage die Platten also wieder hinunter in den Keller und beschäftige mich in der Wohnung mit kleineren, weniger „Dreck“ machenden Modellbahn-Aktivitäten.

Die Blockstellensteuerung

Die ersten drei Blockstellen


Nachdem der „Hundeknochen“ betriebssicher funktionierte, sollte auch der Fahrbetrieb automatisiert werden. Die rund 8,3 m lange Hauptstrecke wollte ich dafür in sechs Blockabschnitte unterteilen. Da eine eigene Elektronik inzwischen nicht mehr infrage kam, entschied ich mich für fertige Blocksteuerungsmodule und begann zunächst mit drei Blockstellen. Auf einem kleinen Testkreis außerhalb der Anlage zeigte sich schnell, dass die Steuerung zuverlässig funktionierte: Stand ein Zug im vorausliegenden Abschnitt, bremste die nachfolgende Lok automatisch ab und blieb stehen.

Ausbau auf sechs Blockabschnitte


Drei Blockstellen waren für die große Anlage natürlich zu wenig. Deshalb erweiterte ich die Steuerung um drei weitere Module und konnte nun die gesamte Hauptstrecke in sechs Blockabschnitte aufteilen. Der Betrieb funktionierte, allerdings störte mich das abrupte Anhalten der Züge. Deshalb ergänzte ich jeden Block um einen eigenen Anfahr- und Bremsbereich. Damit konnten die Züge nun wesentlich realistischer beschleunigen und abbremsen.

Die Elektronik wird mobil


Die einzelnen Steuerungselemente baute ich auf einem separaten Brett auf, das später in einer Schublade des geplanten Schaltpults Platz finden sollte. Für die Verbindung mit der Anlage verwendete ich 25-polige Sub-D-Stecker. Das erwies sich als ausgesprochen praktisch: Die Elektronik konnte im Keller aufgebaut und getestet, anschließend einfach angeschlossen und die Anlage sofort betrieben werden. Damit war ein weiterer wichtiger Schritt geschafft: Auf dem „Hundeknochen“ konnten nun mehrere Züge automatisch hintereinander fahren.

Flaute


Auch wenn sich mit dem befahrbaren „Hundeknochen“ und der funktionierenden Elektronik langsam Teilerfolge einstellten, ab es dennoch ein riesiges Problem: Im (unbeheizten) Keller ist es derart kalt und staubig, dass ich bald keine Lust mehr hatte, dort unten auch nur 1 Minute weiterzubauen.

Auch wurden die Augen mit dem Alter immer schlechter, sodass einfach nichts mehr zustande kam. Außer gelegentlichem Fahrbetrieb auf der „Baustelle“ mied ich daher fortan den Keller. Wieder kam eine staubdichte Plane über alles und ich beschäftigte mich mit Dingen, die ich auch in der Wohnung machen kann.

Hochbau statt Gleisbau


Auch dort gibt es bei einer Modellbahn genug zu tun. Neben Gleisen, Unterbau und Elektrik gehören schließlich Häuser, Straßen, Brücken und Landschaft zur Anlage. Diese Arbeiten lassen sich problemlos in der Wohnung erledigen. Wichtig ist nur, die einzelnen Bauteile so zu gestalten, dass sie später leicht zur Anlage transportiert, dort eingesetzt und bei Bedarf wieder herausgenommen werden können.

Die Möckernstraße entsteht


Als erstes nahm ich die geplante Möckernstraße in Angriff. Dafür verwendete ich mehrere KIBRI-Stadthäuser. Sie sind zwar keine exakten Berliner Vorbilder, eignen sich durch ihre etwas vereinfachte Wirkung aber gut, um im Hintergrund der Anlage eine Berliner Häuserzeile anzudeuten.

Auch Straßen und Landschaft ließen sich mit einfachen Mitteln gestalten. Die Straßenflächen entstanden aus Flugzeugsperrholz, das Gelände wurde farblich gestaltet und die Häuser nicht einfach auf eine ebene Platte gestellt, sondern teilweise in das Gelände eingelassen. Dadurch entstand trotz der einfachen Materialien ein deutlich natürlicherer Eindruck.

Kleine Fortschritte statt Stillstand


So entstanden nach und nach Häuser, Straßen und Landschaftsteile, während der eigentliche Anlagenbau im Keller ruhte. Die Arbeiten waren zwar weniger spektakulär als Gleisbau und Elektronik, hielten das Projekt aber am Leben. Und immerhin konnte ich damit zeigen: Auch wenn im Keller gerade nichts passiert – an der Eisenbahn wird trotzdem weitergebaut.


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