Die Fernbahnbrücke im Modell
Erste Versuche mit Messingprofilen scheitern
Nachdem der Fahrbetrieb im Keller bereits funktionierte, blieb die Fernbahnbrücke über den Landwehrkanal eine offene Baustelle. Zunächst versuchte ich, den mittleren Brückenteil aus Messingprofilen zu löten. Das erwies sich als kaum beherrschbar: Beim Löten einer neuen Stelle lösten sich bereits fertige Verbindungen wieder. Auch Sekundenkleber brachte nicht den gewünschten Erfolg.
Die Idee: Brückenbau aus Holz
Schließlich kam mir die Idee, die Brücke aus 1 mm starkem Flugzeugsperrholz zu bauen. Ein Anbieter konnte meine Zeichnungen exakt per Laser ausschneiden. Damit ließen sich die filigranen Brückenbögen maßstäblich und mit einer Länge von 120 mm herstellen – eine Präzision, die mit den bisherigen Methoden kaum erreichbar gewesen wäre.
- Die Fernbahnbrücke am Landwehrkanal
- Zeichnungen zum Lasern der Fernbahnbrücke
Die individuell gefertigten Brückenteile
Kurz vor Weihnachten trafen die individuell gelaserten Teile ein. Sie wurden mit Holzleim zusammengesetzt und anschließend lackiert. Das Ergebnis überzeugte: Die Proportionen stimmten, der Doppeldeckerbus passte unter der Brücke hindurch und auch der aus Krepppapier gestaltete Landwehrkanal vermittelte bereits einen erstaunlich realistischen Eindruck.
- Die Brückenteile werden zusammengeklebt
- Die Brückenteile werden zusammengeklebt
- Die gelaserten Brückenteile werden lackiert
- Unterbau der gelaserten vierspurigen Brücke
Laternen an der Fernbahnbrücke
Nach meinem Empfinden stimmen auch die Proportionen hervorragend, aber noch ist die Brücke nicht fertig. Wenn man die Zeichnung oben links genauer ansieht, dann stehen dort auf der Brücke neben den Gleisen auf Steinsockeln relativ niedrige Laternen, geschätzt vielleicht 2,7 m bis 3 Meter hoch, was im Modell zwischen 17 und 19 mm liegt.
So niedrige Laternen gibt es aber nicht im Zubehörhandel. Zumindest habe ich keine gefunden. Also entscheide ich mich für Spur Z-Laternen von Viessmann (Artikelbezeichnung 7170). Mit 11,10 € gehen die aber ganz schön ins Geld, wenn man bedenkt, dass allein auf der Brücke zwölf Laternen platziert werden müssen.
„Wenn die Laternen wenigsten 17 oder 19 mm hoch wären“, sagt mein Gewissen, „dann könnt man sich das noch überlegen, aber viel zu hohe Laternen, deren Masten und Füße man – um annähernd eine Ähnlichkeit mit dem Original herzustellen – zu über einem Drittel in den Steinsockeln des Brückengeländers verstecken müsste, das ist doch Pfusch!“
Trotz aller Bedenken habe ich dann doch 150 € in die Hand genommen und die Lämpchen gekauft. Dabei kam ich mir vor wie ein Verbrecher. Zu recht, wie mir das Schicksal wenig später zeigt. Denn fünf der zwölf Laternen habe ich bereits bei den ersten Einbauversuchen geschrottet. 60 € zum Fenster rausgeworfen!
Die Laternchen sind so ein Futzel-Zeug, die darfst Du nicht scharf ansehen, dann sind sie schon mechanisch kaputt. Dazu kommt Murphys Elektronik-Trick: „Tausendmal berührt, tausendmal ist nichts passiert. Aber einmal verpolt oder den Vorwiderstand vergessen – und es hat ‚patsch‘ gemacht!“ Das mit der Verpolung kann allerdings leicht passieren, wenn man am Anfang der Beleuchtungsaktion, so wie ich, die Litzen noch mittels 2,6 mm-Stecker-und-Buchsen verbindet.
Doch bei aller Liebe, so kann das nicht weitergehen. Das Projekt „Mein Anhalter Bahnhof in Spur N“ muss wieder mal liegenbleiben.
| < zurück | Inhaltsverzeichnis | umblättern > |





