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Der Anhalter Bahnhof in Spur N-10

Das Problem mit der Hochbahnbrücke


Eines meiner größten ungelösten Probleme blieb die Hochbahnbrücke am Landwehrkanal. Sie musste nicht nur den Kanal und die beiden Uferstraßen überqueren, sondern auch die Fernbahn kreuzen und anschließend in einem komplizierten S-förmigen Verlauf Richtung Möckernstraße weiterführen. Dabei ging es in allen drei Raumrichtungen um Millimeter.

Besonders problematisch war der unterschiedliche Gleisabstand. Während die N-Spur bei meinen Gleisen etwa 33,6 Millimeter beträgt, entspräche der Vorbildabstand der Hochbahn nur rund 21 Millimetern im Modell. Wie sollte ich das alles auf meiner gerade einmal 65 Zentimeter tiefen Anlage unterbringen? Ich wusste es nicht.

Ein Besuch im Hamburger Miniatur-Wunderland


Also machte ich das, was man tut, wenn man selbst nicht mehr weiterkommt: Ich suchte Rat bei Leuten, die davon mehr Ahnung haben. 2011 besuchten wir deshalb auf einer Städtereise das Miniatur-Wunderland in Hamburg.

Die dortige Anlage war natürlich überwältigend. Besonders der Flughafen Knuffingen und die riesige Köhlbrandbrücke beeindruckten mich. Doch di Köhlbrandbrücke half mir nur bedingt weiter. Die ist schnurgerade, während meine Hochbahnbrücke S-förmig verlaufen muss. Das ist das Eine – und im Miniatur-Wunderland gibt es deutlich mehr Platz.

Trotzdem nahm ich eine wichtige Erkenntnis mit: Wenn die Hamburger eine riesige Brücke bauen können, dann muss auch meine Hochbahn irgendwie möglich sein. Nur wie?

Zwei Jahre ohne Lösung


Trotz aller Überlegungen kam ich mit der Hochbahnbrücke einfach nicht weiter. Zwei Jahre lang zeichnete, plante und verwarf ich immer wieder neue Lösungen. Schließlich musste ich mir eingestehen: Vielleicht war die befahrbare Hochbahn für meine Anlage tatsächlich nicht realisierbar.

Aber wenigstens die eigentliche Kastenbrücke über dem Landwehrkanal wollte ich bauen. Das Vorbild ist eine schlanke, zweigleisige Brücke aus der Kaiserzeit. Ich passte sie an meine Platzverhältnisse an und ließ die Seitenteile erneut aus 1-mm-Flugzeugsperrholz lasern. Als die Teile ankamen, war ich zunächst begeistert. Dann kam die Ernüchterung. Meine Brücke war aufgrund der engen Radien und des größeren Gleisabstands wesentlich breiter und gleichzeitig deutlich kürzer als das Vorbild. Das Ergebnis sah einfach nicht richtig aus.

Trotzdem stellte ich die Seitenteile auf und versuchte, den weiteren Verlauf der Hochbahn mit einem Papp-Dummy nachzubilden. Und nun zeigte sich das eigentliche Problem: Ein Stützpfeiler stand genau mitten auf der Straße. Auf der anderen Seite passte die Hochbahn nicht zwischen Straße und Kanal. Um das zu erreichen, hätte ich einen Radius von nur 50 Millimetern gebraucht – etwas, das kein normales Spur-N-Fahrzeug zuverlässig bewältigt. Auch der Versuch, die Pfeiler im 3D-Druck herzustellen, scheiterte. Damit waren sowohl die teure gelaserte Brücke als auch die gedruckten Pfeiler zunächst unbrauchbar. Ich war am Boden zerstört. Nach inzwischen rund 35 Jahren Projektgeschichte wollte ich die Anlage aber keinesfalls aufgeben. Also hieß es wieder einmal: Kommt Zeit, kommt Rat.

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