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Löwen, Leichtsinn, Lebensgefahr



Dienstag, 28.4.2026

Asiatische Löwen


Endlich sind wir bei den „Nürnberger Löwen“ angekommen. Dabei handelt es sich um Asiatische Löwen (Panthera leo persica), eine seltene und stark gefährdete Unterart. Früher waren sie in großen Teilen des Nahen Ostens und Südasiens verbreitet, heute leben sie ausschließlich im Gir-Nationalpark.

Im Vergleich zu Afrikanischen Löwen sind sie etwas kleiner und schlanker gebaut. Auffällig ist zudem eine charakteristische Hautfalte am Bauch. Männchen besitzen außerdem meist eine weniger ausgeprägte Mähne, sodass die Ohren oft sichtbar bleiben.

Durch die kleine Population ist die reduzierte genetische Vielfalt der Asiatischen Löwen gering, was sie anfälliger für Krankheiten und Umweltveränderungen macht. Trotz umfangreicher Schutzmaßnahmen gelten sie weiterhin als stark gefährdet.

Die Geburt der Asiatischen Löwen


Große Freude herrschte im Nürnberger Tiergarten, als Löwin „Aarany“ im Herbst 2025 trächtig wurde und am zweiten Weihnachtsfeiertag sechs Jungtiere zur Welt brachte.

Die ersten neun Wochen verbrachte die Löwenfamilie ungestört im geschützten Bereich, lediglich per Kamera überwacht. Auch die Tierpfleger durften den Bereich nicht betreten – einzig der Vater „Kiron“ war bei Mutter und Kindern.

Im Januar kam es jedoch zu einem Rückschlag: Ein Jungtier wurde vermutlich von der Mutter gefressen – ein bei Raubtieren nicht ungewöhnliches Verhalten zur Krankheitsvorbeugung. Ein weitertes Löwenbaby hatte offenbar nicht überlebt. Übrig blieben vier Jungtiere:

  • Weibchen „Chandra“
  • Die Männchen „Vihaan“, „Teyes“ und „Nikita“

Das Raubtierhaus war während dieser Zeit geschlossen bzw. nur eingeschränkt zugänglich. Seit Anfang März 2026 ist es unter Vorbehalt wieder geöffnet, sodass Besucher mit etwas Glück einen Blick auf die Jungtiere erhaschen können.

Lebensgefahr


Am Samstag, den 5. April 2026, durften die Junglöwen zum ersten Mal ins Außengehege. Anfangs blieben sie noch dicht bei ihrer Mutter, suchten Körperkontakt und bewegten sich vorsichtig. Doch schnell kippte das Ganze in Neugier und Spiel: Sie rannten herum, stolperten, sprangen wieder auf und jagten sich gegenseitig.

Dabei erkundeten sie Grasflächen, Büsche und einen Wassergraben. Letzterer wurde ihnen beinahe zum Verhängnis – wie ein Kommentator auf reddit.com berichtet. Was genau geschah, ist in einem etwa 30-sekündigen Video festgehalten.

Ein Löwenjunges rutschte beim Spielen mit einem Geschwister rücklings in den Teich. Aarany war jedoch sofort zur Stelle, legte sich flach ans Ufer und versuchte, das Kleine mit der Pranke wieder herauszuziehen. Diese ungewöhnliche Haltung wurde von Löwenkater Kiron offenbar missverstanden, der das Flachliegen seiner Partnerin direkt als Paarungsaufforderung deutete. Die Löwin reagierte allerdings ganz anders als erwartet: Sie brüllte wütend und versetzte ihm mehrere kräftige Prankenhiebe ins Gesicht, woraufhin er sich rasch zurückzog.

Danach konzentrierte sie sich wieder auf das Junge, packte es mit dem Fang vorsichtig im Nacken und zog es sicher zurück an Land. Da wird sofort klar, woher der Ausdruck kommt: „Sie kämpft wie eine Löwin.“

Junglöwen auf Entdeckungstour


Inzwischen sind drei Wochen vergangen. Die Jungtiere sind deutlich mobiler geworden, beginnen zu spielen, unternehmen erste Jagdversuche und erkunden – mittlerweile mit erlernter Vorsicht – auch den Wassergraben mit den Wasserlinsen. Dennoch bleiben sie in dieser Phase noch sehr verletzlich.

Ob ihnen das Schicksal weiterhin wohlgesonnen ist, bleibt abzuwarten. In etwa zwei Monaten dürften sie jedoch das Gröbste überstanden haben: Erst mit rund einem halben Jahr sind Löwenjunge dann robust genug, um mit solchen Situationen besser umgehen zu können. Erst mit etwa einem Jahr sind sie weitgehend selbstständig, auch wenn sie weiterhin von den erwachsenen Tieren lernen.

An den Tigern, Luchsen und Mähnenspringern vorbei geht’s schnurstracks Richtung Tiergartenrestaurant „Waldschenke“, wo wir ein Radler bzw. alkoholfreies Bier trinken wollen.

Kleine Pandas


Nach 300 Metern müssen wir aber doch stoppen, auf der Brücke oberhalb des Kleiner-Panda-Geheges.

Als Fahrer eines Fiat Panda – der nicht umsonst auch „Katzabärle“ genannt wird – kommt man an den Kleinen Pandas (auch Katzenbär oder Roter Panda genannt) natürlich nicht einfach vorbei. Nur: Ich sehe zunächst keinen einzigen. Da sind sie doch! Siehst Du die nicht! – und tatsächlich, da sind sie. Ich scheine Tomaten auf den Augen zu haben.

Da sitzen sie völlig entspannt in den Ästen, eingerollt wie flauschige Fellkugeln, und knabbern mit stoischer Ruhe an ihren Zweigen – als gäbe es nichts Wichtigeres auf der Welt.

Mit ihren runden Gesichtern und dem leicht verschmitzten Blick wirken die Kleinen Pandas wie perfekt inszenierte Fotomotive, die genau wissen, wie gut sie aussehen. Während sie genüsslich kauen, posieren sie fast beiläufig für die Kamera – als hätten sie den Auftrag verstanden, ausschließlich erstklassige Porträts zu liefern.

Dabei strahlen sie eine herrlich entspannte, fast eigensinnige Gelassenheit aus: völlig unbeeindruckt von den Zuschauern bewegen sie sich fotogen durch die Äste nach oben – quasi die tierische Premium-Version meines Pandas, nur mit deutlich mehr Talent fürs Klettern.

Mein Panda nämlich hat mir letzten Sommer auf der Straße zwischen Piani Paorelli und Cipressa/Costarainera bei den Koordinaten 43.850571, 7.939997 auf eher unmissverständliche Weise signalisiert, dass mit 22 % Steigung (Schwächling, die hatten wir gestern ja auch) seine Belastungsgrenze erreicht war – begleitet von leichter Rauchentwicklung und deutlichem Gestank.

Aquapark


Auf dem Weg zur Waldschänke nehmen wir im Aquapark noch die Humboldt-Pinguine und Eisbären mit – heute nur im Vorbeigehen, schließlich haben wir sie gefühlt schon „tausend Mal gesehen“.

Fünf Minuten später stehen wir schließlich an der „Waldschänke“.


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