Weil Entzug gefährlich ist
Entzug
Unser letztes Fährtle ins Remstal und nach Stuttgart ist jetzt auch schon wieder fast 7 Wochen her – sieben lange Wochen ohne Kurven, ohne „Schau mal da rechts!“, ohne spontane Komm,-da-fahren-wir-jetzt-auch-noch-schnell-hin-Abzweigungen.
Medizinisch betrachtet sind wir mittlerweile sicher in einem Zustand zwischen „akuter Entzugserscheinung“ und der Frage „wo ist der Autoschlüssel schon wieder?!“ einzuordnen. Die Garage wird schon misstrauisch, wenn ich nur ab und an dort ein Bier hole, und das „Katzabärle“ knarzt beleidigt, wenn ich mit ihm nur zum Einkaufen fahre. Selbst das Navi hat den Dienst eingestellt, weil dessen Akku bei den Kurzstreckenfahrten nicht mehr aufgeladen wurde.
Kurz gesagt: Wir alle sind komplett auf Entzug. Lethargisch und phlegmatisch. Da musste dann dringend – auch wenn die Spritpreise derzeit durch die Decke schießen – ein Komm,-wir-fahren-jetzt-einfach-mal-los-Kommando her.
Vor zwei Wochen hat Susanne dann Nägel mit Köpfen gemacht und sprach‘s gelassen aus: „Wir waren schon lange nicht mehr in Nürnberg“ und „Der Wildtierpark Hundshaupten soll auch sehr schön sein“. Ich hab in Nürnberg dann das H+ Hotel ausgesucht, Susanne hat’s für gut befunden und bevor ich „Piep“ sagen konnte auch schon gebucht.
Montag, 27.4.2026
Heut geht’s los
Heute ist es also wieder mal soweit. Wie vor jedem Fährtle gibt es vor der Abfahrt ein ausgiebiges Frühstück mit Kaffee, Butterbrezeln und Eiern.
Brezeln kaufen
Ich geh also los, Brezeln kaufen. Die Luft ist, als ich zur Garage gehe, leicht kühl an den Armen. Obwohl die Sonne scheint, hat es nur 2,5°C. Die Anzeige am Armaturenbrett warnt sogar: „Glatteisbildung möglich“. Kilometerstand 74.723, Im Radio läuft „Judy in Disguise“ von John Fred & His Playboy Band.
Aber jetzt
Um 8:13 Uhr, nach einem wie immer Erste-Klasse-Frühstück, fahren wir los. Die Sonne scheint, aber es ist eiseskalt.
Bei der Shell-Tankstelle in Mering kostet das E10 inzwischen 2,039 €/l, beim V-Markt kostet es 1,979 €/l und beim RAN 1,989 €/l. Ach pfeif drauf. Wir leben nur einmal und noch können wir’s uns leisten.
Nordendorf
Um 9:00 Uhr halten wir in Nordendorf an der Raststätte an. Ich stell dann auch gleich das Navi um. Ich hatte dummerweise „Schnellste Strecke“ drin, aber gleichzeitig auch „Autobahn vermeiden“. Da wollte uns der „Peter“ doch glatt über Königsbrunn usw. schicken. Bei so ‘ner Fahrerei kämen wir ja niemals an. Jetzt ist’s besser und bis Hundshaupten sind’s jetzt nur noch 159 km. Laut Navi sollen wir gegen elf dort sein. Das haut aber eigentlich nie hin, wir brauchen immer 1,3-mal länger, d.h., dass wir wohl um halb/dreiviertel zwölf in Hundshaupten sein werden.
- Raststätte n Nordendorf
- Auf nach Hundshaupten!
Röthenbach
10:09. Kurz vor Röthenbach fahren wir zu einer zweiten Pinkelpause raus. Noch 91 km bis Hundshaupten.
- Stopp für eine Pinkelpause
- Die Obstbäume blühen
Von Nürnberg nach Hundshaupten
Hinter Nürnberg verkehrstechnisch ein Chaos. Wir fahren mordsmäßig in der Gegend rum, werden hierhin geleitet und dorthin. Manchmal steigt sogar die „Entfernung zum Ziel“ deutlich an.
Inzwischen bin ich schon eine halbe Stunde länger unterwegs, als ursprünglich geplant. In 2½ km geht’s dann bei der Ausfahrt 46 Plech runter von der A9. Über Betzenstein, Kleingesee, Schweinthal und dort dann scharf links, wo man eigentlich gar nicht fahren darf. Was da das Navi mit uns macht, keine Ahnung. Wir sind jetzt in Oberzaunsbach und fahren die „verbotene“ Straße einfach weiter.
Wildtierpark Hundshaupten
Um 11:44 Uhr sind wir dann am Parkplatz vorm Wildtierpark Hundshaupten. Der Kilometerzähler zeigt 74.955 km.
- Parkplatz vor dem Wildpark
- Endlich sind wir da!
Nach dem Aussteigen teste ich die Kamera, fotografiere Finn neben einem geschnitzten Waschbären und einen blühenden Busch. Die frische Luft und die ersten Eindrücke machen direkt Lust auf den Rundgang durch den Park.
- Finns neuer Freund
- Im Blütenrausch
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