Brückendetails
Feinarbeiten an der Hochbahnbrücke
Querträger
Nachdem der Verlauf der Brücke festgelegt ist, beginne ich mit der Detaillierung. Zuerst fertige ich die Querträger aus 5 × 1 mm Nussbaumleisten. Die Leisten schlitze ich mit der Kreissäge etwa 3 mm tief ein, damit ich sie über die Längsträger stecken und hochkant unter der Brücke verkleben kann. Die Schnittstellen markiere ich vorher mit einem weißen 0,8-mm-Edding. Das freihändige Sägen funktioniert für mich dabei besser als ein Anschlagsystem.
- Die Querträger werden eingeklebt
- Die Querträger werden eingeklebt
Anschließend passe ich die eingeschlitzten Querträger einzeln ein und verklebe sie. Da ich rund 80 Stück benötige, zieht sich dieser Arbeitsschritt deutlich länger hin als erwartet. Beim Einschlitzen splittern die Holzleisten immer wieder, wodurch ein Teil als Ausschuss anfällt. Deshalb muss ich zusätzliche 5 × 1 mm Leisten besorgen und die Querträger einzeln einsetzen.
Aussteifungen
Als Nächstes bringe ich die senkrechten Aussteifungen an den Außenseiten der Längsträger an. Diese sogenannten Steifen verhindern, dass sich die Bleche der Längsträger ausbeulen.
- Die Steifen werden angeklebt
- Die Steifen werden angeklebt
Um besser arbeiten zu können, stelle ich die Brücke hochkant auf die Werkbank. Die Positionen der Steifen markiere ich mit senkrechten Bleistiftstrichen. Anschließend klebe ich die 1 × 1 mm großen Stäbchen einzeln an und fixiere sie mit einer dicken Leiste. Insgesamt bringe ich mehr als 160 Steifen an. Das ist eine sehr zeitaufwendige Arbeit, weshalb ich an den später kaum sichtbaren Stellen etwas weniger sorgfältig vorgehe.
Lackieren und Ergänzen der Hauptträger
Nachdem Spundprofil, Querträger und Aussteifungen fertig sind, lackiere ich die gesamte Brücke zunächst mit Shady Green. Anschließend trage ich mit einem breiten Kosmetikpinsel vorsichtig minimale Spuren von Solo Goya Acrylic „Grüne Erde“ auf. Dadurch wirkt der Brückenkorpus etwas stumpfer.
- Brückenunterseite (Steifen nur angezeichnet)
- Brückenunterseite
Da die Farbe zunächst nicht vollständig deckt, sind mehrere Anstriche notwendig. Die lange Arbeitszeit führt dazu, dass ich an der später kaum sichtbaren Rückseite nicht mehr ganz so sorgfältig arbeite. Klebereste und leichte Unregelmäßigkeiten stören mich dabei nicht, da auch echte Brücken häufig fleckig und farblich uneinheitlich wirken.
Dienst- und Versorgungswege auf der Kasten-Gitterbrücke
Technisch ist die Brücke nun fertig, es fehlen jedoch noch die seitlichen Dienst- und Versorgungswege. Einzelne Holzbohlen aus 1 × 1 mm Leisten würden rund 2500 Stück erfordern und wären entsprechend aufwendig und teuer. Deshalb besorge ich mir für wenig Geld ein Set mit verschiedenen Edelholzfurnieren. Besonders gut eignet sich Eichenfurnier. Daraus schneide ich mit dem Cuttermesser quer zur Faser 1,2 cm breite und 36 cm lange Streifen. Durch die natürliche Maserung entsteht der Eindruck vieler nebeneinanderliegender Holzbohlen.
- 2019-07-04_12-27-38 – Die Dienst- und Versorgungswege
- Fahr-Test auf der Brücke
An den Segmentübergängen überlappe ich die Furnierstreifen und schneide beide gleichzeitig durch. So entstehen exakt passende Übergänge. Die Furnierstreifen bringe ich auch zwischen den Gleisen und auf der gegenüberliegenden Seite an. Beim Verkleben wölbt sich das Furnier zunächst stark. Nach dem Trocknen legt es sich jedoch wieder, sodass die Dienst- und Versorgungswege überzeugend wie echte Holzbohlen wirken.
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