Eine Stadt über den Gleisen
Kaschieren der rechten Kehrschleife
Nach längerer Pause steht bei der Anlage wieder eine größere Baustelle an: Die rechte Kehrschleife im Eckregal. Während die nördliche Kehrschleife auf der linken Seite durch das große Bahnhofsgebäude verborgen wird, ist die südliche Kehrschleife auf der rechten Seite offen einsehbar. Die Gleise sollen im normalen Betrieb nicht zu sehen sein, der Bereich muss für Wartung und Störungen aber weiterhin zugänglich bleiben. Die Lösung soll deshalb aus einer herausnehmbaren Abdeckung bestehen, die zugleich die Zufahrt zur Kehrschleife kaschiert.
- Überblick über fast den kompletten Anlagen-Rohbau
Tunnelportale unter der Marktplatz-Platte
Ich glaube, ihr kennt das. Da hat man irgendwo, irgendwann mal ein Modell gesehen und das will man unbedingt irgendwo auf seiner Anlage einbauen. Bei mir waren das die versetzten, relativ kleinen Portale des Simplon-Nord-Tunnels. Sie wirken wesentlich eleganter als die großen „Scheunentore“, die man bei Modellbahnen häufig sieht. Für Berlin passen solche Portale allerdings nicht. Das Prinzip der versetzten Tunneleinfahrten lässt mich aber nicht los.
Dabei erinnere ich mich an eine Fahrt nach Stuttgart Anfang der 1970er-Jahre. Kurz hinter Bad Cannstatt führt die Strecke zunächst über den Neckar. Anschließend verschwinden die Gleise zwischen Steinmauern und Säulen allmählich in einem Tunnel. Genau diese Art von Galerie erscheint mir als passende Lösung für meine Anlage.
- Die noch recht undefinierte Ecke
- Ein alter MIBA-Artikel aus Heft 2-1985
Bei der Suche nach einer geeigneten Umsetzung stoße ich schließlich in alten MIBA-Heften auf eine passende Vorlage. Dort wird eine Galerie aus einfachen 6-mm-Buchenholzstäben gezeigt. Dieses Prinzip übernehme ich für meinen Bau: Hinter einer Reihe aus Holzstäben lasse ich die Gleise nach und nach verschwinden und schaffe so eine offene, leichte Tunneleinfahrt.
- Die Säulen-Galerie auf meiner Anlage
- 2018-12-18_09-40-16
Doch was soll jetzt auf die „Abdeckplatte“ kommen? Ein Berg kommt nicht infrage, da zwischen der Fernbahntrasse und der oberen Abdeckung lediglich 5 cm im Modell – entsprechend etwa 8,5 m in der Realität – liegen. Die Lösung kommt schließlich nicht beim Basteln, sondern bei einem abendlichen Spaziergang durch Mering. Am Birkenweg führen 69 Stufen einen höher gelegenen Stadtbereich hinauf.
- Treppenstufen mitten in der Stadt
- Treppenstufen mitten in der Stadt
Damit ist die Idee geboren: Warum sollte südlich des Landwehrkanals nicht ebenfalls ein höher gelegener Stadtteil liegen? Die ungewöhnliche Geländestufe wäre damit plausibel erklärt. Auf der Abdeckung der Kehrschleife könnte ein kleiner Marktplatz entstehen – mit Häusern, Bäumen, Bänken, einem Brunnen und eventuell einem Kiosk.
Hinter dem Marktplatz soll – vor der abschließenden Hintergrundkulisse – eine Straße schräg nach hinten verlaufen. Verschiedene Möglichkeiten werden durchgespielt:
- ein Bahnübergang über die Hochbahn,
- eine kleine Brücke über die Gleise,
- eine Sackgasse,
- oder eine Straße, die vor der Hochbahn nach links abbiegt und in der Hintergrundkulisse verschwindet.
Bahnübergang und Brücke werden wieder verworfen. Am überzeugendsten erscheint eine Straße, die vor der Hochbahn nach links abbiegt und nach hinten verschwindet.
Häuser statt Hintergrundkulisse
So weit, so gut, aber eine reine Hintergrundkulisse überzeugt mich nicht. Auch die geplante Straßenführung würde mehrere Öffnungen in der Hintergrundkulisse erfordern, was optisch nicht gefällt. Ich entscheide mich daher für dreidimensionale Häuser. Ein günstig erworbenes KIBRI-Konvolut liefert das Ausgangsmaterial.
- Platz für die „Oberstadt“
- Echte Häuser vor der Kulisse
Die Häuser werden auf der herausnehmbaren Abdeckplatte angeordnet. Dabei liegen die Fundamente möglichst neben den Fernbahngleisen. Die Platte könnte – in der Realität – das Gewicht der Häuser nicht tragen. Die nach hinten führende Allee ergänze ich mit perspektivisch kleiner werdenden Bäumen. Mit den dreidimensionalen Häusern funktioniert diese Illusion wesentlich besser als mit aufgeklebten Fassaden.
- Räumliche Tiefe vorgaukelndes Hintergrundbild
| < zurück | Inhaltsverzeichnis | umblättern > |









