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Der Anhalter Bahnhof in Spur N-13

Licht und Bäume


Dann kommen die Bäume. Und wieder zeigt sich: Kleine Details machen einen gewaltigen Unterschied.

Zunächst bohre ich einfach Löcher ins Pflaster. Beim nächsten Blick auf den Platz denke ich allerdings: „Das ist doch nichts!“ Wo wachsen denn Bäume direkt aus dem Kopfsteinpflaster?

Also entstehen rund um die Stämme sogenannte Baumscheiben – kleine, mit Erde und Bewuchs gefüllte Flächen, wie man sie auch im echten Stadtbild findet. Danach wirken die Bäume plötzlich richtig natürlich.

Der Marktplatz, der ursprünglich nur dazu gedacht war, die ungeliebte rechte Kehrschleife zu verstecken, entwickelt sich damit zu einem echten Highlight meiner Anlage. Und natürlich kommen sofort weitere Ideen: eine große Kastanie, ein Brunnen, ein kleiner Markt, Bänke, Blumenkübel, ein Kiosk für Bier und Buletten oder ein Denkmal. Die Fantasie läuft inzwischen schneller als die Modellbahn.

Schließlich bestelle ich einen Faller-Marktplatzbausatz und eine kleine Engelstatue. Das Zusammenkleben des Marktes ist allerdings ein ziemliches Gefummel. Gleich zu Beginn verschwindet ein winziges Teil auf Nimmerwiedersehen.

Der Marktplatz bei Nacht


Auch die Elektrik muss noch ordentlich gemacht werden. Da der gesamte Marktplatz herausnehmbar bleiben soll, müssen die Kabel zuverlässig befestigt sein. Meine erste Idee mit Heißkleber überzeugt mich nicht. Also greife ich lieber auf meine bewährte Methode zurück: Kreppband zum Fixieren und anschließend Holzleim darüber.

Als schließlich alle Lampen angeschlossen sind, kommt der große Moment. Ich nehme mir vor, jetzt möglichst die ganze Nacht nichts mehr anzufassen. Die Lampen leuchten nach einer Dreiviertelstunde immer noch. Ich bin überzeugt. Der beleuchtete Marktplatz wirkt plötzlich unglaublich romantisch. Selbst das Pärchen im Hausflur scheint die Sommernacht zu genießen – und lässt sich nicht einmal von der Sirene des Rettungswagens stören.

Tunnel, Tunnelhaus und Wartungsfuge


Jetzt, wo der Marktplatz fertig ist, fallen mir natürlich sofort die nächsten Schwachstellen auf. Die Tunneleinfahrten unterhalb des Platzes gefallen mir noch nicht überall. Auch das geplante Tunnelhaus am Ende der Hochbahn muss irgendwie in die komplizierte Geometrie der Anlage eingepasst werden.

Wichtig ist dabei: Nichts darf festgeklebt werden, was später für Wartungsarbeiten entfernt werden muss. Denn Murphy kennt Modellbahnen besonders gut: Züge entgleisen grundsätzlich dort, wo man im Betrieb nicht mehr hinkommt.

Deshalb teile ich den Marktplatz entlang einer Bordsteinkante in zwei herausnehmbare Teile. Im fertigen Zustand ist diese Trennfuge praktisch unsichtbar – im Notfall komme ich aber an die Kehrschleife im Eckregal heran.

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