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Der Anhalter Bahnhof in Spur N-12

Der Marktplatz


Als Nächstes kamen Straßen, Gehwege und Bordsteine. Die fertigen Straßenplatten aus dem Handel waren mir zu teuer, insbesondere wegen des hohen Portos. Also zeichnete ich die Pflastersteine selbst und vervielfältigte sie am Computer.

Ein DIN-A3-Blatt mit Pflastersteinen konnte ich für wenige Cent ausdrucken lassen. Damit entstand mein eigener Straßenbelag. Die gestaffelten Häuser, die Straßen und der Marktplatz machten aus der bisher ungelösten Kehrschleife allmählich einen glaubwürdigen Teil der Stadt. Noch war vieles provisorisch.

Aber zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, dass auch dieses Problem lösbar war. Und genau das ist es, was dieses Projekt seit Jahrzehnten ausmacht: Immer wenn ich glaubte, dass es nicht mehr weitergeht, kam irgendwann eine neue Idee. Manchmal beim Zeichnen, manchmal beim Basteln und manchmal einfach beim Spazierengehen.

Der Marktplatz wird lebendig


Das selbst gedruckte Straßenpflaster sieht zwar fantastisch aus, doch wieder zeigt sich ein grundsätzliches Problem: Zweidimensionale Flächen wirken schnell flach und leblos. Das hatte ich schon beim Südportal des Bahnhofs und bei der Hintergrundkulisse festgestellt.

Die Lösung liegt – wie so oft – im Aufkleben. Also drucke ich die Gehwege erneut aus und klebe sie auf 1-mm-Flugzeugsperrholz. Leider wölben sich die mit Holzleim behandelten Bordsteinkanten zunächst gewaltig. Meine gesamte Büchersammlung muss deshalb als Pressgewicht herhalten. Bücher sind manchmal eben doch besser als jedes Internet.

Nach und nach bekommt der Marktplatz nun Leben: Buden, Fahrzeuge, eine Litfaßsäule und natürlich Laternen. Schon eine einzige probeweise eingesteckte Laterne oder ein eingesteckter Baum verändert die Wirkung gewaltig.

Bei der Positionierung muss ich allerdings aufpassen. Die Laternen ragen unter der nur 2 mm dicken Platzplatte etwa einen Zentimeter heraus und dürfen weder mit dem darunterliegenden Gleis noch mit dessen Lichtraumprofil kollidieren. Mit einer Plexiglasplatte kann ich schließlich genau erkennen, wo die Gleise verlaufen.

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