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Manatis, Dolphins and Home



Diestag, 28.4.2026

Der „Blaue Salon“


Nachher, einmal ums Haus rum, können wir sie im sogenannten „Blauen Salon“ auch unter Wasser sehen.

Der „Blaue Salon“ ist ein unterirdischer, in blaues Licht getauchter Aufenthalts- und Veranstaltungsraum, der von zwei riesigen Panoramascheiben begrenzt wird.

Blauer Salon – Amazonas-Süßwasserhabitat


Links, wenn man reinkommt ist das Amazonas-Süßwasserhabitat – quasi der geflutete „Keller“ des Manatihauses. Hier kann man neben Manatis auch Tambaquis (Schwarzer Pacu Colossoma macroponum), Schwarzband-Mühlsteinsalmler (Myleus schomburgkii), und weitere Arten zwar sehen, wegen der spärlichen Beleuchtung und dem geringen Kontrast aber so gut wie nicht fotografieren.

Blauer Salon – Delfinlagune


Geradeaus rechts befindet sich die riesige Panoramascheibe der Meerwasser-Lagune – 13 Meter breit, 4,30 Meter hoch und 28 Zentimeter dick. Dahinter kann man Große Tümmler (Tursiops truncatus) und Seelöwen (Zalophus californianus) beobachten.

Allein das Panorama ist schon traumhaft. Manchmal aber kommen die Delfine sogar direkt an die Scheibe heran und verharren nur wenige Zentimeter dahinter, sodass der Eindruck entsteht, sie würden die Besucher neugierig und aufmerksam beobachten. Donna scheint von unserem „Finn“ ganz besonders fasziniert zu sein.

Inzwischen ist es halb zwei. Wir gehen nach oben, um uns in der Lagune für die 14-Uhr-Vorstellung einen guten Platz zu sichern – und vielleicht treffen wir Lorenzo tatsächlich doch noch einmal.

Delfin-Lagune


Die Delfin-Vorführung haben wir bestimmt schon zwanzig Mal gesehen. Sie war in all den Jahren nie eine Show im klassischen Sinn, sondern stets eine Präsentation natürlicher Verhaltensweisen sowie der medizinischen und kognitiven Beschäftigung der Tiere.

Heute ist sie – vermutlich wegen einer ausländischen wissenschaftlichen Besuchergruppe – ein wenig anders gestaltet. Statt eines festen Ablaufs ist die Vorführung diesmal dialogorientiert aufgebaut.

Eine Zoomitarbeiterin bewegt sich durch die Zuschauerreihen und stellt Fragen, die unmittelbar und ohne Zeitverzug beantwortet werden. So hat jeder Besucher die Möglichkeit, sich direkt einzubringen und alles zu fragen, was ihn zu den Großen Tümmlern interessiert – ohne thematische Einschränkung.

Der langjährige Tierpfleger Armin, der seit Jahrzehnten mit den Delfinen arbeitet, ist so routiniert, dass ihn auch provokante  Fragen radikaler Zoo-Kritiker nicht aus der Ruhe bringen können. Ruhig, sachlich und sehr gut verständlich beantwortet er jede Frage. Seine Erklärungen sind so aufgebaut, dass sie sowohl für Laien als auch für fachlich interessierte Besucher jederzeit nachvollziehbar bleiben.

Besonders bemerkenswert ist dabei, dass die Antworten nicht nur verbal erfolgen, sondern unmittelbar durch die Tiere veranschaulicht werden. Wird etwa nach Ernährung, Zähnen, Schwimmgeschwindigkeit oder Sprunghöhe gefragt, erklärt Armin den Sachverhalt – und die Delfine setzen es direkt in Verhalten um. So zeigen sie beispielsweise typische Schwimmgeschwindigkeiten, springen aus dem Wasser oder präsentieren ihr Gebiss, sodass das Gesagte praktisch für jeden „sichtbar“ wird.

Auf diese Weise entsteht eine Gesprächssituation, in der tatsächlich nichts offenbleibt. Es ist eine Vorführung, bei der Interaktion, Wissensvermittlung und die direkte Demonstration natürlicher Fähigkeiten der Tiere im Mittelpunkt stehen.

Lorenzo haben wir leider nur noch aus der Ferne gesehen, aber er hat uns immerhin zugewunken.

Abschied


Nach der Delfinvorführung gehen wir an den Fuchsmangusten und Erdmännchen vorbei Richtung Ausgang.

Abschluss


Die 166 km über B4, A6 und B2 bis nach Hause sind dann nur noch Pflichtprogramm. Um 18:00 Uhr sind wir zu Hause, wo dann wieder das übliche Nach-Fährtles-Ritual abläuft: Bilder auf den Computer überspielen, Koffer ausräumen, Dreckwäsche in die Truhe, Bier und Chips holen und den Abend schließlich gemütlich auf der Couch ausklingen lassen.

Das war wieder einmal ein herausragendes Fährtle zu zwei völlig unterschiedlichen Tierparks und einem Hotel, an das wir sicher noch lange zurückdenken werden. Auch wenn uns noch alle Muskeln und Knochen von den teils steilen Wegen in Hundshaupten weh tun, überwiegt am Ende ganz klar das Positive. Ein weiteres Fährtle, das bleibt und noch lange nachwirkt, reiht sich damit in die vielen, vielen anderen ein.


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