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Der Fährtles-Gott meint es endlich gut mit uns



Rückfahrt nach Veitshöchheim


Viertel vor vier. In einer guten Viertelstunde legt die MS Astoria wieder Richtung Veitshöchheim ab. Wir sind früh dran und können uns deshalb vorne auf dem Oberdeck einen schönen Platz sichern. Von hier aus haben wir wieder die beste Aussicht auf den Main und die vorbeiziehende Landschaft.

Immer wieder wandert mein Blick zur Gangway. Schließlich ist es die letzte Rückfahrt des Tages nach Veitshöchheim – und nach unseren Erlebnissen mit den Schülern und den pubertierenden Jugendlichen auf der Hinfahrt ahnen wir schon das Schlimmste. Doch es passiert nichts. Niemand kommt mehr an Bord, keine lärmende Gruppe, keine zweite Runde Chaos.

Offenbar waren die Jugendlichen von heute Mittag tatsächlich Würzburger, die einen Ausflug zum Schloss und Rokokogarten in Veitshöchheim gemacht hatten und bei der 12:30-Uhr-Fahrt wieder zurück in die Stadt fuhren. Das passt auch besser ins Bild. Großstadtjugendliche sind – zumindest nach meiner Einschätzung – oft anders unterwegs als Jugendliche aus kleineren Orten.

Ein letzter Blick auf die Festung Marienberg, dann legt die MS Astoria ab. Mann, welch ein Unterschied zur Hinfahrt! Wir sitzen völlig entspannt vorne am Bug, lassen uns eine eiskalte Johannisbeerschorle schmecken und genießen die Ruhe. Keine aufsässigen Schüler, kein Gedränge, kein Lärm – einfach nur entspanntes Dahingleiten auf dem Main.

Wieder geht es unter der Friedensbrücke hindurch, …

… vorbei an den Weinbergen des Würzburger Steins, am ehemaligen Wasserwerk am Zeller Berg  ,,,

… und am ehemaligen Raiffeisen-Kraftfutter-Werk (RKW), das gerade Stück für Stück abgerissen wird. So, ohne Lärm in den Ohren und den ganzen Schüler- und Pubertätstrubel, kann man selbst solchen Abbrucharbeiten noch etwas abgewinnen. Irgendwie hat es sogar etwas Beruhigendes, zuzusehen, wie ein Stück Industriegeschichte langsam verschwindet – ganz ohne Baustellenhektik und mitten vom ruhigen Main aus betrachtet.

Schon bald taucht das Kloster Oberzell auf. Damit haben wir ungefähr die Hälfte der Strecke geschafft.

Kurz darauf kommen wir an der katholische Pfarrkirche St. Laurentius von Zell am Main vorbei. Viel passiert auf dieser Rückfahrt eigentlich nicht – und genau das macht sie so angenehm. Wir sitzen einfach da, beobachten die Landschaft und lassen den Nachmittag langsam ausklingen.

Im Gegenverkehr begegnet uns – wie auf der Hinfahrt nach Würzburg – wieder das Fahrgastschiff „Alte Liebe“ der Schiffstouristik Würzburg, das gemütlich mainaufwärts unterwegs ist. Ganz offenbar fahren MS Astoria und „Alte Liebe“ im Pendelverkehr.

Wenig später passieren wir die mächtige Maintalbrücke Veitshöchheim, über die die ICE-Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg verläuft. Kaum haben wir den Blick noch einmal über den Fluss schweifen lassen, taucht auch schon der Anleger von Veitshöchheim vor uns auf.

So schnell und angenehm kann eine Dreiviertelstunde auch vergehen. Im Vergleich zur Hinfahrt war die Rückfahrt ein echter Genuss – ruhig, entspannt und genau so, wie wir uns eine Schifffahrt auf dem Main vorgestellt hatten.

In Veitshöchheim


Zurück in Veitshöchheim gehen wir von Bord und machen uns auf den Weg zu unserem Panda – ob er wohl noch genauso so da steht, wie wir ihn heute Mittag abgestellt haben?

Gemächlich spazieren wir an der Mainlände entlang. Zwischen den gepflegten Blumenbeeten, den schattigen Bäumen und mit Blick auf den ruhig dahinfließenden Main lassen wir die Eindrücke des Tages noch einmal Revue passieren.

Auch wenn die Hinfahrt recht turbulent verlief und Würzburg nicht ganz das bot, was wir uns erhofft hatten, war der Nachmittag doch recht interessant. Besonders die entspannte Rückfahrt mit dem Schiff hat uns ausgesprochen gut gefallen. An den Mainfrankensälen legen wir noch einen kurzen Stopp ein – dort gibt es schließlich noch einmal kostenlos Gelegenheit „für kleine Jungs oder Mädchen“. Anschließend geht es an der Park- und der Tiergartenstraße entlang weiter südwärts. Die letzten 250 Meter bis zu unserem Auto verlaufen direkt unter der Maintalbrücke.

Dort erwartet uns, völlig unerwartet, noch eine kleine Überraschung. Auf dem Hinweg haben wir sie gar nicht bemerkt: Unter der Brücke leuchten nämlich zahlreiche Kornblumen in ihrem intensiven Blau – obwohl weit und breit kein Weizenfeld oder ein anderer Acker zu sehen ist. Dieser unerwartete Farbtupfer bildet einen wunderschönen Abschluss unseres Ausflugs – ein stiller, natürlicher Gruß zum Abschied von Veitshöchheim, über den wir uns ganz besonders freuen.

Wenig später entdecken wir unserem Panda unversehrt auf seinem Platz. Zufrieden steigen wir ein und treten die Weiterfahrt zu unserem Quartier Heimfahrt an – mit vielen schönen Eindrücken im Gepäck und dem Gefühl, dass dieser Ausflug trotz kleiner Enttäuschungen insgesamt ein rundum gelungener Tag gewesen ist.


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