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Katzabärles Schnapszahl, die Umleitung und die Dampflok



Von Veitshöchstheim zum Dampflokdenkmal in Lauda-Königstein


Jetzt geht’s weiter Richtung Hotel, zuerst aber noch nach Lauda-Königshofen, wo es ein Dampflok-Denkmal einer BR 50 geben soll.

Die BR 50 wurde ab 1937 gebaut. Wegen des hohen Transportbedarfs war das im Zweiten Weltkrieg die Lok. Ab 1942 wurden die Maschinen – um Material und Arbeitszeit zu sparen – als vereinfachte „Übergangskriegslokomotiven“ gefertigt. Die Lok – die in Lauda-Königstein stehen soll – gehört eben zu diesen Kriegsausführungen. Sie wurde 1942 von der Berliner Maschinenbau AG gebaut und bekam damals die Nummer 50 2908. 1968 erhielt sie im neuen Nummernsystem die Bezeichnung 052 908-1.

Ich bin gespannt, wie sich die Lok präsentiert: ob sie frei zugänglich auf einem kurzen Gleisstück steht, wie gut sie erhalten ist und welche Geschichte sie erzählt.

Bis nach Lauda-Königshofen sind es rund 50 km oder ne knappe Stunde.

Fahrt zum Dampflokdenkmal


Das mit der Stunde wird aber wohl nichts. Wir sind gerade mal zwei Kilometer über die B 27 gefahren, als bei der Ausfahrt Zell am Main gar nichts mehr geht. Normalerweise sind da ja zwei Spuren, die rechte geht ins Industriegebiet und zum Flughafen Schenkenturm, die linke nach Zell am Main. Blöd nur, dass auf dieser linken Spur kurz vor der Ampel zwei Fahrzeuge aufeinander aufgefahren sind und es auf der rechten Spur keinen Platz gibt, um am Unfall vorbeizufahren. Dazu kommt, dass die Ampel so kurz geschaltet ist, dass pro Grünphase nur einer, höchstens zwei Fahrzeuge abbiegen können. So staut sich der Verkehr immer weiter zurück, und aus einer eigentlich kurzen Passage wird eine – gefühlt – halbstündige Verzögerung.

Endlich sind wir am Unfall vorbei. Richtung Waldbüttelbrunn führt die Strecke dann zunächst durch den westlichen Rand des Würzburger Umlands und steigt leicht auf die Hochfläche des Mainfränkischen Beckens an. In Waldbüttelbrunn erreicht man dann zunächst die B8 und dann wieder die B 27.

Kurz vorm Autobahndreieck Würzburg Kist springt der Kilometerzähler dann auf 77.777 – fünf perfekte Siebener in einer Reihe! Natürlich kann ich so einen einmaligen Moment nicht einfach vorbeiziehen lassen. Deshalb halte ich kurz nach dem Abzweig nach Eisingen an der Bus-Überland-Haltestelle der Linien 491 bzw. 850 (49.760124, 9.852755) an. Der kurze Stopp muss jetzt einfach sein, damit dieser seltene Augenblick auch für die Ewigkeit festgehalten werden kann. „Katzabärle“ hat sich die fünf Siebener schließlich ehrlich erfahren – mit vielen schönen Kilometern, kleinen Abenteuern und jeder Menge „Fährtle“.

Für mich stehen die fünf Siebener für Glück, und genau so fühlt es sich an: Ein treuer Panda, eine schöne Tour und ein ganz besonderer Schnapszahl-Moment. Auf die nächsten Ziele freuen wir uns jetzt schon – vielleicht wartet ja irgendwann die 88.888 oder sogar 222.222 – So viel hatte der letzte Panda, bevor ihm ein Reh vor die Stoßstange gelaufen ist und er deshalb aus dem Verkehr gezogen werden musste.

Umleitung


Nach einem kurzen Halt des Gedenkens geht’s weiter. Über die Anschlussstelle Würzburg-Kist auf die A 81 Richtung Stuttgart. Die A 81 führt durch die leicht hügelige Landschaft des Taubertals mit landwirtschaftlich genutzten Flächen, Wäldern und einzelnen Brückenbauwerken. Nach weiteren Kilometern erreicht man schließlich die Ausfahrt „Tauberbischofsheim“, über die man die Autobahn verlässt und in Richtung der Kreisstadt Tauberbischofsheim weiterfahren kann.

Und hier beginnt dann die deutsche Infrastrukturwirklichkeit: In Gerlachsheim muss die nur 23 Meter lange Grünbachbrücke, eine marode Sandsteinbogenbrücke aus dem 18. Jahrhundert, ersetzt werden. Eigentlich wären es von Distelhausen bis Lauda nur drei Kilometer auf der B 290. Doch statt einer örtlichen Behelfs- oder Umleitungsstrecke heißt es: 17 Kilometer Umweg über Grünsfeld, Zimmern, Messelhausen, Hofstetten und Marbach nach Lauda-Königshofen. Diese Baustelle verlängert die Fahrzeit spürbar und macht deutlich, wie wichtig offenbar die B 290 als Verkehrsachse im Taubertal ist.

Kaum zu glauben: Wegen einer gerade einmal 23 Meter langen Brücke gibt es in Deutschland keine lokale Ausweichmöglichkeit. Die Bundesstraße ist schlicht unterbrochen – mit entsprechend weiträumiger Umleitung.

So benötigen wir für die rund 40 Kilometer (unser Reisefaktor 1,3 bereits eingerechnet) nicht die erwarteten 39 Minuten, sondern geschlagene 1 Stunde und 25 Minuten.

Lokomotivdenkmal


Schließlich kommen wir dann aber doch noch an. Wir parken in der Josef-Schmitt-Straße und gehen die 100 m zur Lok zu Fuß zurück zum Platz neben der Sparkasse.

Die mächtige Lok  steht gut geschützt unter einem modernen Glasdach und kann von allen Seiten in Ruhe betrachtet werden. Besonders schön: Der kleine Ausstellungsbereich ist frei zugänglich und kostet keinen Eintritt.


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