Der Anhalter Bahnhof in Spur N-11
Die südliche Kehrschleife muss irgendwie versteckt werden
Neben der Hochbahn gab es noch ein zweites Problem: die rechte Kehrschleife der Fernbahn. Während links die große Bahnhofshalle die nördliche Kehrschleife kaschiert, musste ich mir für rechts noch etwas einfallen lassen. Die Lösung musste zwei widersprüchliche Anforderungen erfüllen: Im Betrieb durfte man die Gleise nicht sehen, bei einer Störung musste der Bereich aber zugänglich bleiben. Die Idee eines Tunnels lag nahe. Besonders gut gefielen mir die versetzten Portale des Simplon-Nord-Tunnels. Natürlich passen diese nicht nach Berlin – aber das Prinzip der versetzten Tunneleinfahrten gefiel mir.
Dann erinnerte ich mich an eine Konstruktion, die ich Jahrzehnte zuvor auf einer Fahrt nach Stuttgart gesehen hatte: eine Art Säulen-Galerie, hinter der die Strecke allmählich verschwindet. Genau so etwas könnte funktionieren. Mit alten MIBA-Heften als Vorlage baute ich eine solche Galerie aus einfachen Buchenholzstäben.
- Ein alter MIBA-Artikel aus Heft 2-1985
- Die Säulen-Galerie auf meiner Anlage
Das Ergebnis gefiel mir überraschend gut. Jetzt musste nur noch das große „Loch“ dahinter verschwinden.
- Die Kehrschleife im Eck-Regal
- Die Kehrschleife im Eck-Regal (abgedeckt)
Die Idee kommt beim Spaziergang
Wie so oft kam die entscheidende Idee nicht beim Basteln, sondern beim Spazierengehen. Bei einem Spaziergang in Mering fiel mir auf, dass es mitten in der Stadt einen Bereich mit einem erheblichen Höhenunterschied gibt. Plötzlich war die Lösung für meine Anlage klar: Warum sollte südlich des Landwehrkanals nicht einfach ein höher gelegener Stadtteil liegen?
- Treppenstufen mitten in der Stadt
- Treppenstufen mitten in der Stadt
Damit konnte ich die scheinbar unrealistische Geländestufe glaubwürdig erklären. Auf der Abdeckung der Kehrschleife könnte ein kleiner Marktplatz entstehen – mit Häusern, Bäumen, einem Brunnen, Bänken und vielleicht sogar einem Kiosk. Die Hochbahn könnte auf der anderen Seite in einem Gebäude verschwinden. Die Idee war geboren. Doch wie sollte ich die Hintergrundkulisse machen?
Häuser statt Hintergrundkulisse
Die ersten Versuche, diese mit mit aufgeklebten Fotokopien zu machen, überzeugten mich allerdings nicht. Eine perspektivisch gestaltete Allee erzeugte zwar eine erstaunliche räumliche Wirkung, die flachen Häuserfronten daneben wirkten aber weiterhin wie Kulissen.
- Der Hintergrund muss dreidimensional sein
- … und es müssen Häuser da stehen
Also brauchte ich echte dreidimensionale Häuser. Bei eBay fand ich schließlich ein Konvolut von 18 KIBRI-Häusern für 56 Euro plus Versand. Nicht alle waren tatsächlich Spur N – einige waren H0 oder Z. Aber die passenden Modelle reichten aus. Einige Häuser schnitt ich sogar längs durch, andere wurden in der Höhe gekürzt. Damit entstand nach und nach eine gestaffelte Häuserzeile. Und plötzlich wirkte der Hintergrund ganz anders. Aus einer flachen Sperrholzplatte wurde ein kleiner Stadtteil.
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