Der Anhalter Bahnhof in Spur N-7
Die Fernbahnbrücke
Die nächste große Herausforderung war die Fernbahnbrücke über den Landwehrkanal. Ein erster Versuch mit Messingprofilen scheiterte. Löten erwies sich als äußerst schwierig, und auch Sekundenkleber brachte nicht den gewünschten Erfolg. Dann kam mir die Idee, die Brücke aus Holz zu bauen – aus dünnem Flugzeugsperrholz, das sich exakt lasern lässt.
- Zeichnungen zum Lasern der Fernbahnbrücke
- Unterbau der gelaserten vierspurigen Brücke
Ich schickte meine Zeichnungen an einen Anbieter und erhielt schließlich die individuell gefertigten Brückenteile. Die Teile wurden zusammengeklebt und lackiert. Das Ergebnis überzeugte mich: Die Proportionen stimmten, der Doppeldeckerbus passte unter der Brücke hindurch und auch der aus Krepppapier gestaltete Landwehrkanal machte bereits einen erstaunlich guten Eindruck. Nur die Beleuchtung bereitete wieder Probleme. Auf der Originalbrücke stehen zwölf relativ niedrige Laternen. Passende Modelle waren nicht zu finden. Schließlich kaufte ich teure Spur-Z-Lampen. Der Preis tat weh – und die filigranen Laternen erwiesen sich beim Einbau als extrem empfindlich. Schon bei den ersten Versuchen gingen fünf Stück kaputt. Damit war wieder einmal klar: Das Projekt „Mein Anhalter Bahnhof in Spur N“ ist noch lange nicht fertig. Aber aufgegeben wird nicht.
Ich lasse das Bahnhofsgebäude lasern
Die Fernbahnbrücke war besser geworden, als ich es mir jemals erträumt hatte. Sie war zwar schweineteuer, entsprach aber genau meinen Vorstellungen.
Wenn Lasern bei der Brücke funktioniert, warum sollte ich dann nicht auch das Bahnhofsgebäude lasern lassen? Also machte ich mich an die Arbeit. Die Original-Bauzeichnungen, die ich während meines Studiums im Geheimen Staatsarchiv in Berlin gefunden hatte, mussten zunächst vollständig digital nachgezeichnet werden. Dass diese Arbeit fast zwei Jahre dauern würde, hätte ich mir allerdings nie vorgestellt. Aber irgendwann waren die Zeichnungen fertig.
- Zeichnung des Bahnhofsgebäudes (Südportal)
- Zeichnung des Bahnhofsgebäudes (Westseite)
Und ich muss sagen: Auf meine Corel-Draw-Zeichnungen des Anhalter Bahnhofs war ich mächtig stolz. Obwohl ich einige Abmessungen geringfügig verändern musste, damit das Gebäude zu meinen Gleisen passte, wirkte alles harmonisch und stimmig. Das Problem kam anschließend: Die Laseranlage konnte nur Teile bis maximal 350 Millimeter Breite bearbeiten. Das Bahnhofsgebäude musste deshalb aus vielen Einzelteilen zusammengesetzt werden.
Gegen Ostern überwand ich schließlich meine finanzielle Hemmschwelle und bestellte die Teile für das Südportal. Mitte 2008 kamen die gelaserten Teile. Und die Ernüchterung folgte prompt. Die Nahtstellen waren deutlich sichtbar und das Südportal sah zunächst eher wie ein flaches Holzbrett mit Rundbögen aus als wie das Portal eines monumentalen Bahnhofs. Also musste ich nachbessern. Die Nahtstellen wurden gespachtelt und verschliffen. Das brachte zwar eine glattere Oberfläche, machte aus dem zweidimensionalen Brett aber noch lange kein dreidimensionales Bahnhofsportal.
- Die gelaserte Südfassade
- Die gelaserte Südfassade
Mir wurde klar: Es sind gerade die Simse, Galerien, Terrakotten und vielen kleinen Verzierungen, die den Charakter des Anhalter Bahnhofs ausmachen. Also gab es einen weiteren Laserauftrag. Schicht für Schicht wurde die Fassade aufgebaut. Teilweise entstanden fünf Lagen übereinander, am Dachrand sogar bis zu acht. Das wurde immer teurer – aber inzwischen hatte ich Blut geleckt. Auch die ursprünglich nur wenige Millimeter starken Fassadenteile mussten zu einem massiven Portal zusammengebaut werden. Die im Original mehrere Meter dicke Wand sollte auch im Modell entsprechend wirken. Insgesamt dauerte allein das Zeichnen, Lasern und Zusammenbauen mehr als ein Jahr.
- Südliche Hallenstirnwand
- Der Arkadensaum wirkt nun räumlicher
Doch die Stellprobe mit meinen preußischen Lokomotiven zeigte: Ich war auf dem richtigen Weg. Das Bahnhofsgebäude war zwar etwas kleiner als exakt 1:160, aber die Proportionen stimmten. Und genau das war für mich entscheidend.
- Die südliche Hallenstirnwand in der Bauphase
- Größenvergleich mit einer P8
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