Der Anhalter Bahnhof in Spur N
1992 – Umzug nach Bayern
1992 zog ich berufsbedingt nach Bayern. Das Gleisvorfeld kam natürlich mit – zunächst allerdings nur in einen Kellerverschlag.
- Fachgespräche mit einem Eisenbahn-Ingenieur
- Die Eisenbahn im Klappschrank
Später, nach einem weiteren Umzug, gab es endlich einen größeren Kellerraum. Noch wichtiger war aber ein freier Platz in unserer Wohnzimmer-Schrankwand. Dort sollte die endgültige Anlage einmal stehen. Die zur Verfügung stehende Fläche war allerdings nur etwa 1,8 Quadratmeter groß. Viele hielten es für völlig unmöglich, den Anhalter Bahnhof samt Gleisvorfeld und Brücken auf dieser Fläche in Spur N unterzubringen. Ich war anderer Meinung.
Ein Kopfbahnhof funktioniert nicht
Die ersten Versuche im Keller brachten allerdings eine herbe Ernüchterung. Ein Kopfbahnhof in Spur N erwies sich als nicht praktikabel. Die Dampfloks mussten nach dem Einfahren umgesetzt werden, eine Drehscheibe hatte keinen Platz und auch eine Kehrschleife ließ sich in der Schrankwand nicht unterbringen.
Ich stand also wieder einmal vor dem Problem, dass mein sorgfältig geplantes Vorhaben nicht funktionieren wollte. Dann kam mir der entscheidende Gedanke:
- Stellprobe auf dem Bahnhofsvorfeld
- Das Gleisvorfeld aus Shinohara-Gleisen
Warum müssen die Züge in einem Modellbahn-Bahnhof Kopf machen?
Wenn die Züge nach dem Halt einfach durch den nicht einsehbaren Teil der Bahnhofshalle weiterfahren könnten, ließe sich die Strecke unterirdisch zurückführen. Aus dem Kopfbahnhof würde damit betrieblich ein Teil einer Ringstrecke. Die Idee des „Hundeknochens“ war geboren.
- Das Bahnhofs-Vorfeld
- Der geplante Verlauf der Gleise
Probieren geht über studieren
Auf dem Papier sah vieles gut aus, in der Realität funktionierte es zunächst längst nicht immer. Besonders die Steigungen machten Probleme. Bei längeren Zügen drehten die Räder der Loks durch. Also musste ich experimentieren.
Ich legte Gleise provisorisch aus, stützte sie mit LEGO-Steinen ab und baute die geplanten Strecken tatsächlich in drei Dimensionen nach. So entstand schließlich der Gleisverlauf, der auf dem Papier nicht zu funktionieren schien. Der Erfolg war gewaltig: Ein Zug mit einer P8 und fünf preußischen Abteilwagen sowie ein Zug mit einer stromlinienverkleideten 01 und fünf Schürzenwagen konnten auf der rund 8,3 Meter langen Ringstrecke sicher fahren. Mein „Hundeknochen“ funktionierte.
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