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Der Anhalter Bahnhof in Spur N

Drei Arten von Zugverkehr


Die Anlage sollte nun drei unterschiedliche Verkehrsbereiche bekommen:

  • die Fernbahn als „Hundeknochen“,
  • Pendelzugstrecken für geeignete Triebwagen und Sonderzüge,
  • eine zweigleisige Hochbahn.

Die Fernbahnzüge fahren durch den Bahnhof, überqueren den Landwehrkanal und verschwinden anschließend in den unterirdischen Kehrschleifen. Nach einiger Zeit kehren sie zurück und durchfahren den Bahnhof erneut.

Die gesamte Fernbahnstrecke ist etwa 8,3 Meter lang. In der Realität entspricht das rund 1,33 Kilometern. Durch eine Blocksteuerung sollten später mehrere Züge gleichzeitig auf der Strecke fahren können.

Die fünf Verkehrsebenen werden Wirklichkeit


Nun begann die nächste große Herausforderung: die Umsetzung der fünf Verkehrsebenen am Landwehrkanal. Im Keller konnte ich experimentieren. Ich senkte das Gleisvorfeld Millimeter für Millimeter ab und passte Kanal und Straßen entsprechend an. Schließlich gelang es mir, die Durchfahrtshöhen so weit zu reduzieren, dass die notwendigen Steigungen unter zwei Prozent blieben.

Auch für spätere Wartungsarbeiten fand sich eine Lösung: Die nur einen Millimeter starke Platte, die im Modell das Hallesche Ufer darstellt, kann wie eine Schublade herausgezogen werden. Sollte darunter einmal ein Zug entgleisen, kann ich ihn erreichen.

Die Fußgängertunnel entstanden aus Buchenholz. Andere Details, etwa die zwölf Gaslaternen auf den Brücken, mussten zunächst noch warten. Aber das Entscheidende war geschafft: Ich konnte fahren.

Vom Bahnhof ging es über die Fernbahnbrücke, unter dem Halleschen Ufer hindurch, durch die Kehrschleife und wieder zurück. Rund 5,5 Meter Strecke – bei Tempo 60 fast eine Minute Fahrzeit.

Der endgültige Unterbau


Die Versuche im Keller hatten gezeigt, dass das Konzept grundsätzlich funktioniert. Nun konnte ich mich an den endgültigen Unterbau für die Wohnzimmeranlage machen. Die Trassen entstanden aus 8-mm-Sperrholz. Als Absturzsicherung verwendete ich schmale Streifen aus 1-mm-Flugzeugsperrholz.

Auf Korkbettungen verzichtete ich. Meine Versuche hatten gezeigt, dass die Geräuschminderung gering war, während die zusätzliche Höhe bei den knappen Steigungsverhältnissen erheblich ins Gewicht fiel.

Immer wieder trug ich fertige Anlagenteile ins Wohnzimmer und probierte aus, ob sie tatsächlich in die Schrankwand passten. Schließlich konnte der große Teil der Anlage sogar nach vorne herausgezogen werden. Nur eine Frage blieb offen: Wie sollte die Kehrschleife in der engen rechten Ecke funktionieren?

Die Kehrschleife in der rechten Ecke


Wochenlang zeichnete ich mögliche Lösungen auf Packpapier. Keine davon überzeugte mich. Erst als ich mir aus Pappe eigene R1-Gleise baute und diese auf einem Sperrholzbrett in mehreren Ebenen ausprobierte, kam der Durchbruch. Plötzlich war er da: der Gleisverlauf der rechten Kehrschleife.

Ich baute ihn möglichst schnell mit Sperrholztrassen nach. An einer Stelle musste ich sogar auf einen Teil des Trassenbretts verzichten, um die notwendige Durchfahrtshöhe zu erreichen. Aber es funktionierte. Mit der Fertigstellung der rechten Kehrschleife war das Grundgerüst meines 8,3 Meter langen „Hundeknochens“ endlich fertig. Ein entscheidender Meilenstein auf einer Reise, die mehr als ein Vierteljahrhundert zuvor begonnen hatte.

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