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Freitag, 19.8.2016 – Teil 3

Im Lobo Park


Dann gehen wir weiter zu den ersten „echten“ Gehegen. Sie sind alle so angelegt, dass sie höher liegen als die Besucherplattformen, von denen aus man – laut Homepage – einen ausgezeichneten Blick auf die Wölfe haben soll. Die naturnahen Gehege sind riesig (ca. 2,5 – 3,5 ha) und sehr, sehr dicht bewachsen. Hier haben die Tiere genügend Platz umherzuwandern, zu spielen oder sich zu verstecken, was ich klasse finde. Das führt aber auch dazu, dass wir (am Timberwolf-Gehege?) bisher noch keinen einzigen Wolf gesehen haben. Die Besucher sind etwas unruhig. Belén versucht es mit Anekdoten: Warum heulen Wölfe? Wölfe sind tagaktiv, sie jagen also tagsüber. Dabei kommunizieren sie auch akustisch. Wenn Vollmond ist, ist es hell genug, dass sie auch das jagen können und durch das Heulen kommunizieren sie in der Vollmondnacht miteinander.

Tundrawölfe


Bei den Alaska Tundra-Wölfen (Canis lupus tundrarum) haben wir etwas mehr Glück. Allerdings sind sie weit, weit weg, am hinteren Ende des Geheges. Diese Wolfsart – so erfahren wir – käme ursprünglich aus Alaska, wo sie extremen Wetterbedingungen ausgesetzt seien, vom eisig kalten Winter bis zu sehr heißen Sommern. Diese Unterart sei auch kurz vor dem Aussterben und es gäbe nur noch sehr wenige Tiere, sowohl im Freiland als auch in menschlicher Obhut.

Europäischer Wolf


Die Europäischen Wölfe (Canis lupus lupus) findet man von Russland über Polen bis nach Rumänien. Inzwischen gibt es die Europäischen Wölfe auch in vielen anderen europäischen Ländern wie in Skandinavien, Deutschland, sowie an der Grenze zwischen der Schweiz, Frankreich und Italien. Offenbar gar nicht so selten. Wo man sie nicht findet, ist hier! Erst nach langem, langem Warten, kann ich ganz in der Ferne ein Jungtier entdecken.

IberischerWolf


Der Iberische Wolf (Canis lupus signatus) ist eine Unterart des Europäischen Wolfes. In Spanien und Portugal lebt wohl die größte Population dieser Tiere in Westeuropa. Man schätzt an die 2000 Stück, vorrangig im wilden Norden der Iberischen Halbinsel in den Provinzen Asturien, Castillo y León, Kantabrien, Galizien und Zamora.

Endlich kommen wir so richtig zum Zug. Die Iberischen Wölfe, wohl an die Temperaturen eher gewöhnt, sind die einzigen, die man von Anfang an siegt. Belén kann sogar alle – außer die Jungtiere, die noch keinen Namen haben – benennen. Das stutzt mich etwas. Sind die iberischen Wölfe hier dann so was wie „Haustiere“? Immerhin sind sie ja – oder doch nicht? – mit der Flasche aufgezogen. Kommt mir alles etwas komisch vor, aber jetzt sehen wir uns erst mal de Jungtiere an.

Nachdem wir die Iberischen Jungwölfe gesehen haben, erklärt uns Belén jeden einzelnen der erwachsenen Wölfe.

Dmitry


Dmitry ist am 29.4.2013 hier im Lobo-Park geboren und zusammen mit seiner Schwester Elena und seinem Bruder Oleg im Rudel aufgewachsen. Dmitry ist stark, reif, entschlossen und hat die Fähigkeit zu führen. Obwohl er noch nicht alt ist, sind sich die Mitarbeiter des Lobo-Parks sicher, dass er zu einem starken und schönen Rüden heranwachsen und in die Fußstapfen seines Vaters treten wird.

Elena


Elena ist ebenfalls am 29.4.2013 hier im Lobo-Park geboren. Elena ist wie das kleine Mädchen in der Familie, das von ihren Eltern geliebt wird, und über das ihre Brüder ängstlich wachen. Elenas Gesicht ist dunkler als das von ihren Brüdern. Sie ist eine neugierige Wölfin und liebt es, Besucher zu beobachten und herum zu spielen. Sie weiß wie sie sich selbst beschäftigen kann. Eine anspruchsvolle neugierige – und dennoch verspielte – Wölfin, in die sich jeder gleich verlieben wird.

Oleg


Oleg ist schlank mit hellem Fell. Als er jung war, war Oleg viel kleiner als sein Bruder Dmitry, aber jetzt sind beide gleich groß. Oleg ist wahrscheinlich der respektvollste Wolf des Lobo-Parks. Er ist ein großartiger Bruder und wird von allen wegen seines reifen Verhaltens geliebt.

Saskia


Saskia und ihre Schwester Olga sind die ersten Jungtiere, die im Lobo-Park nicht von deren Besitzern sozialisiert wurden. Saskia hat zum einen eine schüchterne Natur. Deshalb muss man sie – um sie überhaupt zu sehen –  oft mit Nahrung oder einer anderen Ablenkung nach vorne locken.

Sierra ist heute die weibliche Anführerin der europäischen Rudels, was etwas ganz Besonderes ist, wenn man bedenkt, dass sie früher den niedrigsten Rang im Rudel inne hatte. Doch als ihre Schwester starb, entwickelte sie sich zur Führerin ihres Rudels. Sie liebt es zu spielen und die jüngeren Wölfe aufzuziehen, weshalb sie von den Mitarbeitern des Lobo-Parks auch „Tante Wolf“ genannt wird.

Osada


Osada ist ein Einzelkind. Das macht sie sehr selbstbewusst. Ihr Name bedeutet im Spanischen „mutig“.Der Lobo-Park gab ihr diesen Namen, weil sie , trotz ihres jungen Alters furchtlos und selbstbewusst ist. Sie ist entschlossen wird auch manchmal frech.

 Sebastian ist der Anführer seines Rudels. Sein starker Charakter brachte ihn zu diesem Rang. Sebastian ist mittlerweile der Vater von vier Würfen. Er stellt all die Qualitäten eines guten Führers dar: widerstandsfähig, rücksichtslos, reif und sogar ein wenig rebellisch. Es ist sehr interessant, ihn zu beobachten und zu sehen, wie er führt und seine Familie betreut. Für mich ist Sebastian auch der schönste Wolf des Rudels.

Juan Carlos


Juan Carlos ist vernünftig genug, um seinen Bruder Sebastian als Führer zu akzeptieren, kabbelt sich aber immer mit seinem Bruder Yako um Rang 2. Juan Carlos erkennt man leicht, weil ihm die Spitze des rechtem Ohr fehlt.

Yako gehört zu den vier älteren iberischen Wölfe. Er ist vernünftig und gelassen – vielleicht auch aus Angst davor, dass seine Brüder ihn sonst verstoßen.

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