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Ich habe nicht die Spur einer Ahnung, wie ich die Hochbahnbrücke machen soll


Auch wenn ich in Hamburg Anregungen bekommen habe, komm ich mit der Realisierung meiner Hochbahnbrücke einfach nicht voran. Dabei kann man eine Eisenbahnanlage zum Thema „Anhalter Bahnhof“ ohne die 5 Verkehrsebenen am Landwehrkanal schlichtweg vergessen. Doch solange ich  nicht weiß, wie ich die Hochbahnbrücke realisieren soll, muss ich mich wohl oder übel anderen Dingen zuwenden.

Stadtentwicklung


Ich gehe also weit, weit weg von den konstruktiven Überlegungen und beschäftige mich mit ganz profanen Dingen, nämlich mit der Herstellung von Modell-Häuschen, ganz ähnlich denen, die ich schon zu Beginn meiner Modellbahntätigkeit in der Möckernstraße gebaut habe, seinerzeit, als die Anlage noch im Keller stand.

Da es im Modellbau-Sektor auf dem Gebiet der „Stadthäuser“ nichts anderes gibt (zumindest ist mir nichts bekannt) greife ich auch für mein „Tempelhofer Ufer“ eben wieder auf die altbewährte „Stuttgarter Stadthäuser“ der Firma KIBRI zurück. Mir sind zwar nur 4 verschiedene Modelle bekannt (man bekommt sie auch bei eBay nur noch sehr, sehr selten), aber wenn man Vorder- und Rückseite variiert und die Reihenfolge der Anordnung, dann kann man da schon was machen.

Auch wenn ich jetzt ein paar Häuser aufgestellt habe, geht es mit meinem „Anhalter Bahnhof“ doch nur langsam voran. Es kommt kaum Neues hinzu. Dazu sind es vor allem die astronomischen Preise der Modellbau-Branche, die mich abschrecken, weiterzumachen: Dampfloks für 200, ja sogar 300 € (analog!) und Stadthäuser für mindestens 35 €. Das ist einfach zu viel!

Dazu kann ich’s immer noch nicht verwinden, dass ich seinerzeit für die Laternen an der Fernbahn-Brücke über den Landwehrkanal fast 150 € ausgegeben habe. Und was habe ich nun davon? 5 Laternen habe ich damals bereits beim Einbau geschrottet und 3 irgendwann unterwegs – keine Ahnung, war es beim Hoch- und Runtertragen in den Keller oder jetzt beim Umzug? Jedenfalls leuchten jetzt nur noch vier. Ich bin schon mehr als gefrustet. Aus diesem Tal komme ich nur heraus, wenn ich wieder kreativ tätig werde.

Erste Überlegungen zur Realisierung einer Hochbahnbrücke am Landwehrkanal


Auch wenn die Realisierung der Hochbahnbrücke eine enorme Herausforderung darstellt. wage ich mich heran. Aber warum ist der Bau der Hochbahnbrücke so schwierig?

  • Dazu betrachten wir uns erst mal den Verlauf der gesamten Hochbahnstrecke: Östlich der Fernbahn (zwischen dem Halleschen Ufer im Norden und dem Landwehrkanal im Süden) verläuft die Hochbahn, auf mehreren Pfeilern gestützt, bis hin zur Möckernstraße hin als Trägerbrücke, und das oberhalb eines freien Raums, der kaum größer ist als die Fahrbahntrasse der Brücke selbst. Viel Platz für Pfeiler bleibt da nicht, schließlich sollen diese weder im Wasser noch auf einer der Straßen zu stehen kommen. Schlussendlich muss der östlich des Landwehrkanals verlaufende Teil der Hochbahnbrücke (bevor die nur 65 cm tiefe Anlage hinten endet) auch noch „die Kurve kriegen“.
  • Ähnliches gilt für den Hochbahnbereich, der im Westen (also vorne) an die Trapezträger-Brücke anschließt. Auch hier darf kein Pfeiler im Wasser oder auf der Straße stehen. Und auch hier muss die Hochbahn (wie auch auf der Ostseite der Fernbahn) einen starken Linksbogen bewältigen, sodass sie an der vorderen Anlagenkante entlang südwärts verlaufen und irgendwo im Eckregal verschwinden kann. Den kompletten s-förmigen Hochbahnverlauf da also präzise einzupassen, wird angesichts der beengten Platzverhältnisse auf meiner Anlage eine wirkliche Herausforderung

Die Fernbahnbrücke sieht ja gar nicht mal so schlecht aus. Immer wieder stelle ich Züge auf das Gleisvorfeld und die viergleisige Fernbahnbrücke und erfreue mich an deren Anblick.

Januar 2013 – Die Kastenbrücke über den Landwehrkanal – Teil 1


Die Zeit ist gekommen und die Zeit ist vergangen, aber der Rat blieb aus. Ich glaube es selbst nicht, dass ich über 2 Jahre absolut nicht vorangekommen bin. Aber daran sieht man auch – was sich ein Laie gar nicht vorstellen kann-, wie kompliziert das Einpassen der Hochbahn in die Anlage ist. 2 Jahre lang habe ich probiert und alle Gedanken wieder verworfen. Es geht einfach nicht! Da habe ich mir wohl zu viel vorgenommen!

Vielleicht kann ich eine befahrbare Hochbahn gar nie realisieren, aber wenigsten möchte ich die Hochbahnbrücke überm Landwehrkanal haben. Wie die Kastenbrücke in etwa aussehen soll zeigen mir Bilder in den einschlägigen Veröffentlichungen: Gerade, zweigleisige Kastenbrücke, 72 m lang und 8,4 m breit, mit 5 Fächern auf jeder Seite – im Modell also 450 und 53 mm, d.h. die Brücke ist sehr. sehr schlank und mit kleinen Türmchen an den Brücken-Enden. Da kann ja nicht viel schiefgehen.

Und so habe ich – ohne zu wissen, wie sich die Brücke überhaupt in die Anlage einfügen soll – das Kernstück der Hochbahn, die Kastenbrücke aus der Zeit von Kaiser Wilhelm II für meine Verhältnisse passend konstruiert und diese auch wenn es extrem teuer ist (wie bereits üblich) aus 1mm-Flugzeugsperrholz lasern lassen, zusammengeklebt und über der Fernbahnbrücke aufgestellt.

Dadurch, dass meine Anlage nur 65 cm tief ist, kann die Kastenbrücke allerhöchstens 260 mm lang werden. Dazu kommt, dass – bedingt durch die bei Modellbahnen gängigen engen Radien und 33,6 mm Gleisabstand meine Brücke viel, viel breiter wird als das Original, nämlich 8 cm (oder umgerechnet 12,8m).

Gegenüber dem Original ist meine Kastenbrücke ist also um 42% kürzer und um 152% breiter!

Es wird also schwierig werden, bei diesen platzbedingten Gegebenheiten, die Modellbahn-Kastenbrücke auch nur annähernd ähnlich zu gestalten wie das Original. Trotzdem kann ich nicht mehr zurück.

Die Zeichnung zum Lasern


Beflügelt von den guten Ergebnissen beim Bahnhofsgebäude und der Fernbahnbrücke, die ich seinerzeit hab lasern lassen, habe ich (obwohl Lasern sehr, sehr teuer ist und ich nach wie vor nicht weiß, wie ich die Hochbahnbrücke gestalten soll) die Kastenbrücke für meine Verhältnisse angepasst und fürs Lasern gezeichnet.

Die Seitenteile der Kastenbrücke


Kaum zwei Wochen, nachdem ich den Auftrag erteilt habe, kommen – noch ohne Quer- und Windverband – die Seitenteile der Kastenbrücke. Ich habe sie zusammengeklebt und aufgestellt.

Das sieht das auf den ersten Blick doch gar nicht so schlecht aus! Nach der ersten Euphorie dann aber die jähe Ernüchterung. Es ist nicht nur die Höhe der Stützpfeiler, es ist auch die Breite der Brücke. Vergleicht man mein (man kann noch nicht mal sagen) Modell mit dem Original, dann sieht man. dass der Gesamteindruck der kurzen und breiten Brücke auf der Anlage einfach nicht stimmt. Das tut in den Augen schon mal richtig weh. Aber wie sieht es aus mit dem weiteren Verlauf der Hochbahnbrücke?


Die Hochbahnbrücke am Landwehrkanal – 1. Versuch


Um zu sehen, wie die Hochbahnbrücke außerhalb der Kastenbrücke verlaufen soll, habe ich versucht, deren s-förmigen Verlauf mit einem Dummy aus 2mm-Graupappe anzudeuten.

  • Links hinten (nicht mehr auf dem Bild) startet die zweigleisige Hochbahn in der S-Bahn-Station Möckernstraße
  • in der Mitte verläuft die Hochbahn auf Arkaden, versteckt hinter den Häusern der Möckernstraße<
  • nördlich des Landwehrkanal entlang des Halleschen Ufers soll die Hochbahn als Brücke ausgeführt werden
  • das wesentlichste Element ist eine Kastenbrücke direkt über dem Landwehrkanal
  • den Abschluss schließlich bildet die im Bogen geführte Hochbrücke über das Tempelhofer Ufer hinweg weiter Richtung Süden.

Als ich die Kastenbrücke dann auf den s-förmigen Verlauf der Hochbahnbrücke aufsetzen will, der Schock! Auf der Seite des Tempelhofer Ufers steht ein Stützpfeiler (grüner Pfeil) genau mitten auf der Straße, und auf der Seite des Halleschen Ufers passt die Hochbahn nicht – wie eigentlich vorgesehen – zwischen Straße und Kanal. Um das zu erreichen, müssten die Gleise der Hochbahn einen Radius von 50 mm aufweisen. Jeder weiß, dass das kein Spur-N-Fahrzeug mitmacht.

Auch Stützpfeiler, die ich versucht habe, im 3D-Druck herzustellen, kann man in die Tonne treten. Sie verziehen sich bereits beim Drucken und lackieren kann man das Plastik-Zeug auch nicht richtig.

Fazit: Die für teures Geld gelaserte Trapez-Brücke kann man genauso wie den im 3D-Druck versuchten Stützpfeiler in die Tonne treten, einäschern oder gleich ganz begraben – zumindest taugen weder Pfeiler noch Hochbahn-Brücke auch nur ansatzweise für meinen „Anhalter Bahnhof in N“.

Ich komme einfach nicht voran! Mein „Anhalter Bahnhof“ wird wohl niemals mehr fertig werden. Die Hochbahnbrücke wird mir modelleisenbahntechnisch wohl das Genick brechen. Abreißen möchte ich die Anlage aber auf keinen Fall. Das geht einfach nicht mehr, jetzt, 35 Jahre, nachdem ich mit dem Projekt begonnen habe.

Aber wie heißt es so schön? Kommt Zeit, kommt Rat.


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