Der Anhalter Bahnhof in Spur N-3
Das Bahnhofsgebäude
Das Gebäude des Anhalter Bahnhofs selbst war gewaltig. Die Bahnsteighalle war 170 Meter lang, 62 Meter breit und 34 Meter hoch. In Spur N wären das etwa 106 × 39 × 21,5 Zentimeter. Trotzdem wollte ich das Vorhaben nicht aufgeben.
Da das Gleisvorfeld bereits etwa einen Meter Länge beanspruchte, musste ich das Bahnhofsgebäude verkleinern. Ich entschied mich, nur das Südportal und die ersten 100 Meter der Halle darzustellen – immerhin noch rund 60 Zentimeter in Spur N. Als ersten Prototypen sägte ich das Südportal aus 3-mm-Sperrholz. Dahinter befestigte ich Kanthölzer, damit die Wand selbstständig stehen konnte. Die Seitenwände entstanden aus Sperrholzstreifen. Mit Fotokopien von Originalaufnahmen beklebt, entstand überraschend schnell eine überzeugende Illusion. Zum ersten Mal konnte ich mir vorstellen, wie groß der Bahnhof auf meiner Anlage tatsächlich wirken würde.
Und auch der Fahrbetrieb begann: Mit einer kleinen Lok und drei Abteilwagen konnte ich immerhin schon rund 70 Zentimeter hin- und herfahren. Ein Meilenstein!
Die Brücken am Landwehrkanal
Ohne die Brücken am Landwehrkanal ist der Anhalter Bahnhof für mich aber nicht vollständig. Die entscheidende Frage war: Wie lassen sich die fünf Verkehrsebenen auf dem begrenzten Platz maßstäblich und trotzdem betriebssicher unterbringen? Ich beschäftigte mich deshalb intensiv mit den Höhenverhältnissen. Die Ingenieure des Originals hatten die schwierige Aufgabe gelöst, Kanal, Straßen, Fernbahn und Hochbahn auf engstem Raum miteinander zu verbinden. Besonders beeindruckend ist, dass die Fernbahnbrücke trotz ihrer großen Spannweite extrem niedrig gebaut werden konnte.
- Die 5 Verkehrsebenen am Landwehrkanal (1910)
- Die 5 Verkehrsebenen am Landwehrkanal (heute)
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