Homepage / Suche / Gästebuch / Impressum

25 Jahre Meeresakrobaten – Unser Jubiläums-Fährtle nach Holland



Dass Susanne und ich mit unserem Fiat Panda „Katzabärle“ als die „Fährtles-Macher“ schlechthin gelten, dürfte sich inzwischen bis in die hintersten Reihen herumgesprochen haben. Unser „großes“ Jahres-Fährtle im vergangenen Jahr stand ganz im Zeichen von Susannes 70. Geburtstag, weshalb sie damals selbstverständlich das Ziel bestimmen durfte – und was hätte dabei anderes herauskommen können als „Delfine“? Also habe ich mich heldenhaft geopfert, in den sprichwörtlichen sauren Apfel gebissen und bin im Sommer 2025 mit ihr an die ligurische Küste gefahren, um Delfine zu gucken.

Heuer gibt nun das Meeresakrobaten-Jubiläum das Ziel vor


Das „große Jahresfährtle 2026“ sollte daher auch mal einen anderen Inhalt als „Delfine“ haben, doch wie es im Leben eben so ist: Ich kann mir die Jubiläen nicht aussuchen, und heuer schon gar nicht, denn das nächste Jubiläum steht schon an: Am 17. Juli blicken Susannes „meeresakrobaten.de“ – das Informationsportal rund um Delfine und andere Meeressäuger schlechthin – auf ein Vierteljahrhundert kontinuierlicher Arbeit zurück. In mehreren Tausend Berichten geht es bei Susannes Seite um Delfine und Wale, um ihre faszinierende Lebensweise, ihr Sozialverhalten und ihre Intelligenz, aber auch um aktuelle Forschungsergebnisse aus der Meeresbiologie. Ebenso sind Themen wie Artenschutz, Bedrohungen durch Beifang, Plastikmüll und Lärmverschmutzung im Meer nicht ausgeschlossen. Ganz selbstverständlich wird die Situation in Delfinarien und die kontrovers geführte Diskussion darüber von den Meeressäugern beleuchtet. Schlussendlich gibt es bei den Meeresakrobaten auch etliche Reise- und Beobachtungsberichte aus aller Welt, Einblicke in Whale-Watching-Erlebnisse, sowie die Vorstellung von Projekten und Organisationen, die sich dem Schutz dieser Tiere verschrieben haben.

Eine dieser Organisationen ist die im nordholländischen Anna Paulowna ansässige SOS Dolfijn. Seit Jahren kümmert sie sich vor allem um gestrandete Schweinswale – die häufigsten und einzigen dauerhaft heimischen Kleinwale der südlichen und zentralen Nordsee –, pflegt die Tiere gesund und wildert sie anschließend wieder aus. Zum silbernen Jubiläum möchte Susanne diese Organisation unbedingt besuchen. Und da SOS Dolfijn früher in Harderwijk beheimatet war, wir die Organisation und das Dolfinarium Harderwijk bereits von einem früheren Fährtle her kennen, dort noch immer Delfine zu sehen sind und Harderwijk ohnehin auf unserer Route liegt, schlägt Susanne vor, auch dort einen Stopp einzulegen. Also habe ich mich erneut breitschlagen lassen und Susanne drei Tage vor Silvester 2025 meine Kreditkarte überlassen, woraufhin sie umgehend in Anna Paulowna für Juni 2026 ein Zimmer reserviert hat. Das war’s dann auch für sie. Die eigentliche Planung der Fahrt und das gesamte Drumherum blieb natürlich – wie immer (grins) – an mir hängen. Aber bis zum 16. Juni habe ich ja immerhin noch fast ein halbes Jahr Zeit …

Hinfahrt


Mering – Anna Paulowna, rund 900 km (plus/minus) – das fährt man nicht mal eben so an einem Stück. Ich schon gleich gar nicht. Also habe ich vorsorglich Zwischenstationen eingeplant:

Der erste Zwischenstopp soll etwa auf halber Strecke im Raum Neuwied/Koblenz liegen. Dafür habe ich für uns den schnuckeligen Maischeider Hof ausgesucht, nur wenige Minuten von der A 3-Anschlussstelle Dierdorf entfernt. Schon die Fotos im Internet haben mich angesprochen: rustikal, gemütlich und genau die Art von Landhotel, in der wir uns wohlfühlen.

Hinzu kommt, dass in nahezu allen Bewertungen das Frühstück in den höchsten Tönen gelobt wird. Und zu einer gelungenen „Fährtle-Pause“ gehört für uns schließlich auch ein ordentliches Frühstück. Dass der Parkplatz kostenlos ist und die Buchung bis vier Tage vor der Anreise kostenlos storniert werden kann, sind weitere Pluspunkte.

Eigentlich war die Entscheidung damit schon gefallen, bevor ich überhaupt ernsthaft über andere Hotels nachgedacht hatte. Susanne übernahm wie immer die Buchung – natürlich mit meiner Kreditkarte, die am 12. Juni dann mit 104 Euro belastet werden soll. Aus unserer Sicht also außergewöhnlich günstig.

Rückfahrt


Für die Rückfahrt habe ich mir dann aber etwas ganz Besonderes überlegt – schließlich soll nicht immer nur Susanne das Ziel bestimmen. Den Zwischenstopp legen wir daher im Osnabrücker Land ein. Das liegt zwar nicht genau auf halber Strecke zwischen Anna Paulowna und Mering, aber dort leben seit einiger Zeit eine Reisebekanntschaft aus meinen früheren Backpacker-Zeiten und ihr Mann.

Kennengelernt haben Christiane und ich uns am 13. Dezember 1988 – also vor fast 38 Jahren – zufällig in einem Hostel in Manila. Aus einer Begegnung, die eigentlich nur einen Abend dauerte, wurde eine Erinnerung, die bis heute geblieben ist. Grund genug, auf der Heimreise einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen und nach so langer Zeit einmal wieder bei ihr vorbeizuschauen.

Nachdem der Abstecher ins „Osnabrücker Land“ dann auch klar war, begann die Hotelsuche. Gesucht war ein gemütliches Hotel mit gutem Frühstück, kostenlosen Parkplätzen, fairen Preisen, kostenloser Stornierung und möglichst verkehrsgünstiger Lage. Am Ende fiel unsere Wahl auf das Gasthaus Beinker in Ostercappeln. Das Haus liegt nur gut einen Kilometer von der autobahnähnlich ausgebauten B 65 entfernt, und scheint genau die richtige Mischung aus bodenständiger Gastlichkeit und guter Küche zu bieten, die wir so lieben. Damit war auch diese Entscheidung schnell gefallen.

Gesamt-Konzept


Nachdem Susanne nun auch das letzte Haus gebucht hatte, stand somit der grobe Rahmen für unser fünftägiges „25-Jahre-Meeresakrobaten-Jubiläums-Fährtle“ fest:

  • 16.6.: Erste Etappe bis Kleinmaischeid, übernachten im Maischeider Hof
  • 17.6.: Zweite Etappe bis Anna Paulowna, übernachten in der Pension van Ewijcksluis
  • 18.6.: SOS Dolfijn, evtl. Amsterdam, übernachten in der Pension van Ewijcksluis
  • 19.6.: Erste Etappe der Rückfahrt bis Ostercappeln, übernachten im Gasthaus Beinker
  • 20.6.: Zweite Etappe der Rückfahrt bis nach Hause

Manche werden vielleicht sagen: fünf Tage und davon vier Tage auf der Straße – das ist doch kein Urlaub. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Die Fahrt ist schließlich Teil des Ganzen – und gerade unterwegs passieren schließlich die Dinge, an die man sich später erinnert. Nicht umsonst heißen unsere Aktivitäten ja auch „Fährtle“ und nicht „Bewegungslosigkeit auf handtuchreservierten Sonnenliegen.“

Entscheidend ist doch, dass wir – umrahmt von ehrlichen, familiären Hotels – drei Höhepunkte in diesem „Fährtle“ untergebracht haben:

  • Dolfinarium Harderwijk
  • SOS Dolfijn in Anna Paulowna
  • und Rüdigers Globetrotter-Flashback

Am Ende ist es doch genau diese Mischung, die zählt: Bewegung statt Stillstand, Erlebnisse statt Liegestuhlroutine. Kein klassischer Pauschalurlaub also – sondern ein „Fährtle“ mit Erinnerungen. Jenen Erinnerungen, die bleiben und von denen meine Homepage voll ist.

Wenn der Panda ins Schwitzen kommt …


Morgen früh soll´s losgehen, also noch schnell der kurze Urlaubscheck am Panda: Öl, Reifen, Profil, Wischwasser, Licht – alles kontrolliert. Doch dann der Schock: Im Kühlwasserbehälter liegt der Flüssigkeitsstand deutlich unter MIN. Die Vorfreude kippt sofort in Sorge. So können wir auf keinen Fall fahren. Es ist inzwischen schon halb drei nachmittags, trotzdem – vorsichtig zur Werkstatt. Zur besten Werkstatt ever: ein Meister, ein Angestellter, zwei Fachleute also, die mir schon so oft aus der Patsche geholfen haben. Dort bleibt der Panda jetzt erst mal stehen. „Wir rufen Sie an!“

Dann heißt es warten. Inzwischen ist es schon vier. Kein Anruf, nichts. Der Feierabend rückt näher. Das ist kein gutes Zeichen. Dann endlich 16:01 Uhr macht’s „Plong“ im Postfach: „Keine Undichtigkeit gefunden, Kühlmittel aufgefüllt, Auto abholbereit, Schlüssel im Tresor, hier die Code-Nummer Ihres Fachs.“ Keine Sekunde gezögert – wir sind sofort los. Dort angekommen der Kommentar der Werkstatt: „Wir haben nur Kühlflüssigkeit berechnet, unterwegs halt gelegentlich kontrollieren, notfalls Wasser nachfüllen. Schönen Urlaub.“ Gibt’s sowas heute überhaupt noch?


< zurück Inhaltsverzeichnis umblättern >
Reiseberichte aus den Niederlanden
Reiseberichte aus Europa

Einen Kommentar schreiben