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Modellbahnausstellung im Holzwinkelsaal in Welden

28. Oktober 2012. Heute Nacht hat man die Uhren umgestellt und heute morgen lag Schnee. So früh im Jahr hatten wir noch niemals Schnee. Zumindest nicht, so lange ich denken kann. Weihnachten scheint sich dieses Jahr mit Riesenschritten zu nähern. Was war das für uns Buben immer für eine Zeit, wenn es langsam hieß, Häuschen für unsere Modellbahn zu bauen. Mitte der 60-er des letzten Jahrhunderts hatte jeder von uns Jungen eine Modellbahn, und wenn’s nur ein kleiner Kreis war. In unserer Fantasie war das die große Welt. Schade, dass Modelleisenbahn-„Spielen“ heute immer mehr in Vergessenheit gerät und die Jugend nichts mehr selbst erstellen will (oder kann), mit eigenen Händen. Da kommt leicht Wehmut auf. Gerade auch bei diesem Wetter.

Umso besser ist es, dass der Holzwinkler Modellbahn Club in Welden (HMBC) gerade heute seine Modellbahn-Ausstellung hat. Das ist doch was! Da geh ich hin! Da kommt man auf andere Gedanken. Welden ist gerade mal 45 km von mir entfernt und über die Autobahn A8, Ausfahrt Adelsried, auch ruck zuck zu erreichen, selbst wenn heute mal Schnee liegt.

Holzwinkelsaal in Welden


Ich liebe die Modellbahnausstellungen in Welden, sind sie doch nicht so aufgeblasen wie manche Messen, alles ist heimelig, familiär und vor allem auch bezahlbahr. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 4 €, für Jugendliche 2 € und für ganze Familien 9 €. Zwerge, die auf TT-Anlagen gerade mal 1 cm groß wären (oder kleiner) kommen ganz umsonst rein. Na, wer kann die Originalgröße ausrechnen, bis zu der man nichts zahlen muss?

Heute ist, wenn ich die Ankündigung im Internet richtig gelesen habe, Folgendes zu sehen: HO-Anlagen des Günztaler Museumsbahn-Vereins aus Ottobeuren, eine N-Western Anlage von Arnold Girr aus Schelklingen, Western-Module des HMBC-Mitglieds Frank Becker, eine Z-Modul-Anlage von Wolfgang Heilmayer, eine Spur-1-Nostalgie-Anlage aus Weißblech, LKW-Schwerlast-Modelle von Jürgen Böck / Zusmarshausen und Joachim Mathe / Friedberg u.v.a.m. Unter anderem ist für Familienmitglieder, die’s eher tierisch mögen, eine Mini-Bären-Stube vertreten in der man selbst Teddy-Bären basteln kann. Also für jeden etwas – und für’s leibliche Wohl ist auch gesorgt.

Den Holzwinkelsaal in Welden findet man ganz leicht. Man kommt von der Autobahn A8, fährt durch Adelsried durch und biegt in der Weldener Hauptstraße, der Bahnhofstraße unmittelbar nach der Tankstelle rechts ab. Nach 100 Metern kommt rechts ein großer Parkplatz, wo man gebührenfrei parken kann. Dort stellt man sein Auto ab, dann ist’s nur noch ein kleiner Fußweg über eine Bachbrücke und schon ist man da.

Nachdem ich meine 4 € entrichtet habe, gehe ich erst mal nach links und an etlichen Anlagen vorbei ganz durch den großen Saal hindurch. Ich will die Ausstellung quasi „von hinten“ aufrollen. Hinten, unter der Empore, hat der Günztaler Museumsbahn-Verein e.V. aus Ottobeuren seine Anlagen.

Günztaler Museumsbahn-Verein / Ottobeuren


Die Anlage des Günztaler Museumsbahn-Vereins hat mich gleich fasziniert. Spielen die Günztaler doch nicht nur Eisenbahn, sondern stellen in ihrer vom Streckenverlauf her eher schlichten, von der Detaillierung aber überragenden Anlage ein Stück der Ottobeurener Heimatgeschichte dar. Der Menschenauflauf am Bahnhof sowie seltene, für mich völlig unbekannte Modelle eines englischen Herstellers, dazu die Hintergrundinformation zur Geschichte und eben die herausragende Detaillierung sorgten dafür, dass ich die meiste Zeit vor dieser Anlage verbringe.

Auch, was die Günztaler aus der normalerweise nicht ganz so betriebssicheren BRAWA-Standseilbahn herausgeholt haben, ist beachtlich. Ich bin fasziniert.

HO-Anlage des HBMC


Die riesige Anlage der Gastgeber (Holzwinkler Modellbahn Cub) mit Hafen, Betriebswerk, Schleuse, Klosterberg und vielem anderem mehr überzeugt durch eine Landschaft, wie ich sie so noch kaum gesehen hab. Nichts deutet auf einen Holzplatte oder Ähnliches hin. Alles ist absolut dreidimensional und sieht so aus, als ob die Landschaft wirklich zuerst da war und die Bahn und die beweglichen Autos erst später hinzukamen. Wenn man nicht d’rauf hingewiesen worden wäre, hätte man die Schmankerln, die dort zusätzlich versteckt sind, vielleicht gar nicht mitbekommen: Ein Preisserlein mit funktionierendem Presslufthammer z. B. oder eine Kuh,die richtig frisst, ein Landarbeiter, der mit der Sense mäht und was weiß ich noch alles.

Arnold Girr aus Schelklingen: Western (N-Anlage)


Für mich als N-Bahner ist die Anlage von Arnold Girr natürlich ein Muss. Eine mit unzähligen Bäumen bestückte nordamerikanische Landschaft, bei der vor allem die große Trestle-Brücke links vorne fasziniert. Trotz der vergleichsweise kleinen Anlage hat es Girr geschafft, ein Stück Nordamerika darzustellen. Riesige Radien, auf denen Big Boy und Nordlander vorbildgetreu langsam ihre schwere Last schleppten. Und das ohne Digital-Schnickschnack! So eine Anlage würde ich gerne mein Eigen nennen.

Frank Becker: Western Module


Dass man auch auf kleinem Raum interessante Dioramen gestalten kann, zeigten die Western Module, die Frank Becker neben seiner Mitarbeit an der großen HBMC-Anlage quasi so nebenher erstellt.

Wolfgang Heilmeier mit einer Z-Anlage


In einem zweiten Raum stellte Wolfgang Heilmayer seine in Spur Z gehaltene Modulanlage vor. Das Tolle an den Z-Anlagen ist einfach, dass man auf kleinem Raum riesig lange Züge fahren lassen kann. Ansonsten sind sie mir aufgrund ihrer Größe einfach zu unhandlich. Ich tu mir schon bei Spur N schwer.

Spur 1 Weißblech-Nostalgie-Anlage


Das hätte die richtige Größe! Eher eine Spielzeugeisenbahn, aber was für eine! Fast 100 Jahre alte Märklin Blechmodelle in Spur I, allesamt betriebsbereit. Dazu der Stuttgarter Hauptbahnhof in Blech! So eine Fülle habe ich noch nicht mal in irgendeinem Museum gesehen und all die Raritäten stehen bzw. fahren auf der vergleichsweise kleinen, beschaulichen Weldener Ausstellung! Das Schöne ist, hier kann man sich auch „stundenlang“ mit den zu Recht vor Stolz platzenden Besitzern unterhalten, die allerlei Informativen zum Besten geben. Oder wäre Ihnen aufgefallen, dass der Rot-Kreuz-Zug rechts unten gar kein ROT-Kreuz-Zug ist? Da gab’s wohl, so versichert mit der Besitzer, seinerzeit irgendwelche Reibereien zwischen dem Roten Kreuz und Märklin, woraufhin Märklin dann eben ein WEISSES Kreuz auf den Zug aufmalte.

HO-Schwerlastmodelle von Jürgen Böck und Joachim Mathe


Mit Liebe zum Detail überzeugen die Dioramen, auf denen Jürgen Böck und Joachim Mathe ihre HO-Schwerlastmodelle präsentieren. Auch wenn nichts fährt, bin ich mächtig beeindruckt.

 

Auch für’s leibliche Wohl ist gesorgt


Die Weldener Ausstellung wäre nicht komplett, gäbe es dort nicht auch Kaffee und Kuchen bzw. Würstchen und Leberkäs-Semmeln, welche die Modellbahn-Frauen anbieten – zu moderaten Preisen.

Alles in allem war es  ein super Modellbahn-Nachmittag vor den Toren Augsburgs. Während ich mich verköstige, träume ich schon davon, wie ich nachher zuhause meine eigene Bahn, die ich schon viel zu sehr vernachlässigt habe, wieder aktivieren muss.


3 Reaktionen zu “Modellbahnausstellung im Holzwinkelsaal in Welden”

  1. Hans

    danke,
    du machst dir ja wirklich viel Arbeit !!!
    An die Brücke kann ich mich nicht erinnern.
    Bis morgen.
    Hans

  2. Manfred

    Ich gratuliere zu diesem hervoragenden Bericht. Als Vorstand des HMBC s, möchte ich den Verfasser, schon heute zu unserer 25 Jahre HMBC Ausstellung am 19. und 20. Oktober 2013
    einladen. Was wir an dieser Ausstellung alles bieten werden, wird rechtzeitig auf unserer Homepage bekannt gegeben.

    Viele Grüße aus dem Laugnatal.

    Manfred

  3. Barbara

    Wunderbärig ….ein BÄRENSTARKER Bericht ,

    die Mini-Bären-Stube wird auch im Jahr 2013 bei der HMBC Austellung ,
    mit allerlei bärigem dabei sein .
    Und natürlich darf wieder fleissig gebastelt werden .
    viele liebe bärige Grüße
    Barbara und die ganze benderbaeren bande

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