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Im Land der Pharaonen und Delfine

von Susanne Gugeler, Mering


Angefangen hat alles mit einem E-Mail-Kontakt vor zwei Jahren. Melanie und Samir hatten mir von ihren Delfin-Touren im Roten Meer berichtet und mich damals richtig neugierig auf die „Ägyptischen Tümmler“ gemacht.

Auf nach Ägypten


Nachdem ich im Februar 2008 Melanie und Samirs „Sim-Sim-Reisen“ auf meiner Homepage www.meeresakrobaten.de vorgestellt hatte, war es nun an der Zeit, mich einmal selbst ins Land der Pharaonen und Delfine zu begeben. Begleitet werde ich von meinem Sohn Simon, der auch Webmaster der Meeresakrobaten ist. Mein Mann Rüdiger und unser Hund Chicco „hüten das Haus“. Statt zu den Delfinen zieht es Rüdiger immer mal wieder zu den „Big Five“ in die Serengeti und Chicco zu den Hundedamen hier in der Umgebung ;o). Frühmorgens geht es mit dem Zug Richtung Airport Stuttgart-Echterdingen, von wo aus unser Flugzeug pünktlich um 12:30 Uhr abhebt.

Sweet Home


Wir sind 30 Minuten vor der Zeit gelandet und haben alle Formalitäten erledigt. Als wir unser Gepäck geschnappt haben, erwartet uns bereits Nazeeh von „Sweet Home“. Der Ägypter empfängt uns in bestem Deutsch und kurvt uns sicher ins etwa 12 km entfernte Quartier in Hurghada.

Das „Sweet Home“ verspricht viel und hält alles. Es steht unter der Leitung von Erika Huck, die hier vor sieben Jahren die kleine Oase für Urlauber errichtet hat.

Vom „Sweet Home“ aus ruft Erika für uns bei „Sim-Sim-Reisen“ an und vermittelt mich an Samir weiter. Die Freude ist auf beiden Seiten des Telefons riesengroß, dass wir uns nun endlich einmal persönlich kennenlernen werden.

Die Pyramiden von Giseh


Doch bevor es zu den Delfinen geht, schließen Simon und ich uns einer Tour nach Kairo an. Um 2:30 Uhr in der Nacht werden wir pünktlich von den beiden Fahrern von Sim-Sim-Reisen abgeholt. Im Kleinbus dösen bereits fünf Gäste. Wir haben reichlich Platz und machen uns auf die Reise in die ca. 450 km entfernte Hauptstadt Ägyptens.

Vor dem Weltwunder „Cheops-Pyramide“ zu stehen, ist schon etwas ganz Besonderes. Voller Ehrfurcht betrachten wir auch die goldene Maske von Tutenchamun im Ägyptischen Museum. Außerdem besuchen wir noch einen typischen arabischen Bazar und erfahren vom in Kairo zugestiegenen Reiseleiter während einer Stadtrundfahrt eine Menge über die vielen Tausend prunkvollen Moscheen, aber auch über die Millionen armer Menschen, von denen einige aus Geldmangel ihre Wohnstätte sogar bei den Gräbern auf den Friedhöfen errichtet haben …

Hinaus zu den Delfinen


Am nächsten Tag tauschen wir unsere Wüsten-Sandalen gegen Schnorchel-Flossen. Endlich geht es zu meinen Lieblingstieren … Dieses Mal können wir sogar etwas ausschlafen ;o)) Wir werden „erst“ um 6:15 Uhr von einem netten Fahrer von Sim-Sim-Reisen direkt vor unserer Unterkunft abgeholt. Noch ein paar weitere Gäste schließen sich an, und gegen 7:00 Uhr können wir endlich Samir begrüßen, der uns schon im kleinen Hafen von Hurghada erwartet.

Nachdem die etwa 20 Gäste an Bord sind, werden Tabletten für potenziell Seekranke ausgeteilt und der Ablauf der etwa zehnstündigen Schnorcheltour erklärt. Zwei bis drei Riffs werden wir anfahren und mit etwas Glück (95-prozentige Wahrscheinlichkeit) Delfine sehen und mit ihnen schwimmen. Die Vorfreude ist riesig. Hoffentlich nützt mir mein Crash-Schnorchel-Kurs etwas, den ich noch im Tauch-Center in Deutschland absolviert hatte.

Es ist recht windig und auch kühl. So beschließe ich beim ersten Schnorchel-Stopp lieber nicht ins Wasser zu gehen, zumal ich aus Deutschland eine Erkältung mitgebracht habe. Aber was die beiden Tauchguides und einige „Mutige“ so alles unter Wasser entdecken, ist schon sehr erstaunlich!

Die „kleinen Großen Tümmler“


Die Großen Tümmler, die uns während unserer ersten Ausfahrt über einen langen Zeitraum begleiten, sind etwas kleiner als ihre Verwandten im Atlantik. Werden Letztgenannte bis zu 4 Meter lang, bringen es die ägyptischen Artgenossen gerade mal auf 2,50 Meter. Manchmal werden sie deshalb auch „Kleine Tümmler“ genannt. Allerdings ist ihre Rückenflosse – die Finne – proportional größer und an der Basis breiter als bei den anderen Delfinen. Außerdem haben die Delfine im Roten Meer eine weiße Schnauzenspitze und die erwachsenen Tiere sind am Bauch gesprenkelt. Man nennt diese Unterart auch Indopazifischen Tümmler und auf Lateinisch/Griechisch Tursiops aduncus. „Tursio“ (lateinisch) bedeutet: „delfinähnliches Tier“, „ops“ (griechisch) steht für: „Gesicht, Aussehen“ und „aduncus“ (lateinisch) für: „gekrümmt“, was sich auf die Form der Schnauze bezieht.

Auch Jungtiere können wir vom Schiff aus beobachten. Die Baby-Delfine flitzen durchs Meer, dass man mit den Augen kaum hinterher kommt. Und während wir die Delfine beobachten, haben wir den Eindruck, dass wir gleichzeitig von ihnen betrachtet werden. Neugeborene Delfine sind ca. 1 Meter lang und wiegen zwischen 9 und 21 Kilogramm. Weibliche Delfine bekommen etwa alle 4 bis 6 Jahre ein Jungtier. Die Indopazifischen Großen Tümmler können 40 Jahre alt werden.

Mir ist aufgefallen, dass die Delfine sehr lange untergetaucht bleiben (im Vergleich zu den Streifendelfinen, die ich schon mehrfach im Ligurischen Meer/Italien beobachtet habe). Ob sie geruht oder sich „versteckt“ haben (schließlich war es kurz vor Ostern ;o), weiß ich allerdings nicht.

Simon und ich haben das große Glück, den Delfinen gleich mehrmals zu begegnen – sowohl über als auch (bei unserem zweiten Ausflug am 4. April) unter Wasser. Die größten Momente sind für mich jedoch, als sich die munteren Meeresakrobaten neben dem Schiff blicken lassen und uns eine Zeitlang begleiten.

Tierfreundliche Begegnung


Samir wirbt auf seiner Website „Delfine Rotes Meer“ für eine tierfreundliche Unterwasser-Begegnung mit Delfinen. Nachdem ich zwei Touren mitgemacht habe, kann ich nur bestätigen, dass Samir sehr darauf bedacht ist, den Delfinen nicht zu nahe auf die Pelle zu rücken und auch nicht zu lange in ihrem Revier zu bleiben. Trotz dieser „Einschränkungen“ sind alle Gäste an Bord glücklich.

Riff-Schnorcheln


Nicht nur die Erlebnisse mit den Großen Tümmlern sind toll, sondern auch die Schnorchelausflüge an verschiedenen Riffs. Wir werden von zwei erfahrenen Tauchguides begleitet, die stets auf die Sicherheit und das Wohlbefinden der Schnorchler achten.

Bord-Verpflegung


Nicht unerwähnt lassen möchte ich die hervorragende Verpflegung an Bord. Angefangen vom üppigen Frühstück (mit frischen Croissants!) über ein großes Mittagsbufett mit vielen warmen und kalten Gerichten, einschließlich süßen Stückchen zum Kaffee, bis hin zum Obstteller, der nachmittags herumgereicht wird: Wir sind rundherum bestens versorgt. Auch unterschiedliche Getränke stehen reichlich zur Verfügung. Wohltuend ist, dass kein Alkohol ausgeschenkt wird. So können alle mit klarem Kopf und allen Sinnen die Unterwasserwelt genießen …

Beeindruckende Unterwasserwelt – auch bei Ebbe


Auch vom „Sweet Home“ aus kann man in die Unterwasserwelt des Roten Meeres eintauchen und muss sich dabei nicht einmal den Kopf nass machen ;o) Bei Ebbe kann man sehr weit hinaus laufen und sieht dabei Fische, Seegurken, Seeigel und Korallen aus der „Ich-guck-von-oben-durchs-Wasser-Perspektive“.

Schukran


Am Ende unseres Urlaubs bleibt mir nur noch zu sagen: „Schukran, Samir, schukran, Delfine! – Das war ein tolles Erlebnis!“ (Schukran ist arabisch und bedeutet: danke.) Und auch bei Erika und ihrem Team im „Sweet Home“ haben wir uns sehr wohl gefühlt. Mal sehen, wie lange wir es ohne flinke Delfine und heißen Wüstensand aushalten …

Weitere Informationen unter: Delfine Rotes Meer und „Live dabei und mitten drin- Delfine im Roten Meer“


BERICHTE VON GÄSTEN WHALE WATCHING

2 Reaktionen zu “Im Land der Pharaonen und Delfine”

  1. Rüdiger

    Liebe Susanne,
    ich freu mich total, dass ich deinen Bericht exklusiv auf meine HP einstellen durfte. Vielen Dank für die leidenschaftlichen Worte und die eindrucksvollen Bilder.

  2. Tina Siemon

    Hallo Ihr LIeben!!

    Auch wir waren im Jahr 2010 in Ägypten. Muss sagen, es war ein sehr schöner Urlaub. Die Menschen dort sind sehr nett und höflich . Und vor allem kinderfreundlich!!!

    Auch wir waren in der Unterwasserwelt unterwegs (mit einem Teil U-Boot) und wir waren sprachlos über die wunderbare Unterwasserwelt. Leider hatten wir nicht das Glück Delfine zu sehen, dafür sahen wir unzählige bunte Fische, Muränen und kleine Haie!!

    Das nächste mal Ägypten ist schon in Planung, dann auch mit schnorcheln.

    Alles Liebe von Tina mit Familie

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