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Kurz vor dem Ziel: Würzburg zeigt seine schönste Seite



Würzburg kommt in Sicht


Im Mainbogen nördlich von Zellerau hat sich’s endlich ausgeindustriet. Die großen Anlagen und Gewerbebauten bleiben hinter uns – und Würzburg ist bereits zum Greifen nah. Nur noch etwa zwei Kilometer bis zum Ziel. Auf dem Main begegnet uns ein Mehrzweckboot der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg (SFSW). Offenbar läuft gerade eine Wasserrettungsübung.

Dahinter öffnet sich der Blick auf eine der ältesten und größten zusammenhängenden Einzelweinlagen Deutschlands: den Würzburger Stein. Der nach Süden ausgerichtete, steile Muschelkalkhang sammelt die Sonne und bietet ideale Bedingungen für den Weinbau. Hoch drüber thront die Steinburg, deren Lage den Hang zusätzlich prägt. Direkt darunter begleiten uns die mächtigen Stützmauern und Eisenbahngleise, die sich am Hang entlangziehen und leicht darüber die Schnellfahrstrecke Würzburg Hannover, die hier in der mit Muschelkalk verkleideten Tunnelöffnung des Steinbergtunnels verschwindet. Die Verbindung von Weinbergen, Bahntrasse und Mainufer schafft hier ein typisch Würzburger Panorama: jahrhundertealter Weinbau am sonnigen Mainhang, herkömmliche Bahn und moderne Eisenbahntechnik.

Ein Kilometer vor der Anlegestelle in Würzburg kommt uns das weiß-gelbe Fahrgastschiff „Alte Liebe“ der Kurth & Schiebe Schiffstouristik Würzburg entgegen. Es wirkt fast wie ein freundlicher Willkommensgruß kurz vor der Stadt.

Endlich wird’s mal fotogen


Kurz darauf gleiten wir unter der Alten Mainbrücke hindurch (Bild oben rechts). Jetzt zeigt sich die Stadt aus einer ganz anderen Perspektive.

  • Die Türme des Kiliansdoms sind jetzt ganz links im Bild
  • und rechts ist nun der neugotische Rathausturm, der Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Er besitzt – wie im Bild gut zu sehen – einen Knickhelm bzw. eine neugotische Turmspitze

Auf dem rechten Bild wirkt Würzburg wiederum ganz anderes: Hinter dem Fahrgastschiff „Stadt Würzburg“, das am Kranenkai liegt, stechen in Bildmitte die grünlichen, kupfergedeckten Osttürme des Würzburger Doms St. Kilian hervor. Direkt daneben ragt der reich verzierte, leuchtend rote Turm der gotischen Marienkapelle empor, deren rot-weiße Sandsteinfassade den Marktplatz prägt. Den modernen Abschluss auf der rechten Seite bilden schließlich die evangelische St. Johanniskirche, die wegen ihrer beiden markanten Turmspitzen von den Würzburgern liebevoll auch „Batman-Kirche“ genannt wird.

Was von der Flussschifffahrt bleibt


Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, was ich von dieser Schifffahrt erwartet hatte – aber der große Aha-Moment blieb aus. Zu lange führte die Fahrt an heruntergekommenen Hafenanlagen, verlassenen Industriegebäuden und nüchternen Zweckbauten vorbei. So richtig wollte diese Kulisse nicht zum Bild einer entspannten Flussreise passen.

Erst kurz vor Würzburg zeigte der Main wieder seine schönere Seite: Mit der Festung Marienberg, der Alten Mainbrücke und der beeindruckenden Altstadtsilhouette kam dann doch noch das erhoffte Panorama. Vermutlich wird die Strecke genau deshalb angeboten: Zwei dicht beieinanderliegende Touristenziele – Würzburg mit Altstadt, Residenz und Festung sowie Veitshöchheim mit Schloss und Rokokogarten – und dazwischen ein ruhig zu befahrender Mainabschnitt. Für eine romantische Flussfahrt gibt es sicher schönere Strecken, als praktische Verbindung zwischen den beiden Orten, aber wie man sieht, das Angebot wird angenommen.

Würde ich diese Fahrt in einem Reisemagazin als Ausflugstipp sehen, würde ich sie höchstwahrscheinlich nicht auswählen. Für mich bietet die Strecke einfach zu wenig landschaftliche Höhepunkte und wirkt eher wie eine kurze Verbindung auf dem Wasser als wie ein besonderes Urlaubserlebnis.


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