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Kaltes Frühstück, heiße Preise und schräge Schranken



Wenn die Wurst friert und der Kaffee zittert


Um halb acht gehen wir zum Frühstück. Da bin ich mal gespannt, schließlich hatten wir uns unter anderem auch wegen des in den Bewertungen vielfach gelobten Frühstücks für den Adler entschieden.

Von „sehr gut“, „reichhaltig“ und „lecker“ war dort die Rede – entsprechend hoch waren unsere Erwartungen. Die Realität sieht dann allerdings etwas nüchterner aus. Die Auswahl ist überschaubar. Der Kaffee aus der Thermoskanne ist eher lauwarm als heiß. Dazu kommt die kleine Frühstücks-Anekdote des Morgens: Ein Gast vom Nebentisch „beichtet“ uns, dass er sich an unserer Kanne bedient hätte, weil er selbst keine bekommen habe. Ein ungewöhnlicher Start in den Tag – zumindest wissen wir jetzt, warum unsere Kaffeekanne ruckzuck leer war.

Der eigentliche Höhepunkt – oder besser gesagt Tiefpunkt – ist aber der Frühstücksraum. Eiskalt! Wetter-online – WLAN geht – zeigt für draußen 7 Grad an, und drinnen fühlt es sich kaum wärmer an. Wir sitzen gefühlt also nicht in einem Frühstücksraum, sondern in einer Kühlkammer mit Buffetanschluss.

Putenbrust, Käse, Rührei und sogar der Kaffee scheinen von dieser konsequent eingehaltenen Kühlkette zu profitieren. Zum Glück steht am Buffet eine Zange bereit – ohne sie hätte man für die Entnahme der Speisen fast schon Handschuhe gebraucht.

Natürlich kann man vom Hotelpersonal im Hochsommer nicht erwarten, dass morgens die Heizung angeworfen wird. Aber gleichzeitig offene Fenster und eine laufende Klimaanlage sorgen dann doch für eine etwas fragwürdige Wohlfühltemperatur. Wir konnten ja nicht ahnen, dass man zum Frühstück besser eine Jacke anzieht.

Insofern können wir die Begeisterung der Internet-Bewerter leider nicht ganz nachvollziehen. Das Frühstück ist zwar okay, aber keineswegs das besondere Highlight, das die vielen positiven Bewertungen erwarten ließen. Und der kalte Frühstücksraum wirkt eher wie eine Maßnahme zur Gästevertreibung als wie eine Einladung, gemütlich in den Tag zu starten.

Entsprechend schnell sind wir dann auch fertig – und froh, nachher in das beheizbare „Katzabärle“ zu kommen.

Der verwirrende Weg zum günstigen Sprit

Günstige Spritpreise


Gegen acht fahren wir los Richtung Wildpark Bad Mergentheim. Unterwegs wollen wir aber noch tanken. Dass die Spritpreise derzeit auf sehr, sehr hohem Niveau liegen, dürfte allgemein bekannt sein. Heute lang der Preis für E 10 im bundesweiten Schnitt bei 2.149 €/l. Umso verwunderter bin ich, dass der Sprit bei der HERM Tankstelle in der Königshofener Hauptstraße (3 ½ km vom Hotel entfernt) nur 1,949 €/l, also 20 Cent pro Liter weniger kosten soll.

Nun ja, Tanken muss ich sowieso und Königshofen liegt – wenn wir nachher nach Bad Mergentheim fahren – praktisch auf dem Weg.

Verwirrende Bahnübergänge


Bei der Fahrt vom Hotel zur Tanke erlebe ich dann etwas, das ich so noch nie erlebt habe: Kurz hinter der Abfahrt von der B 292, dort, wo es links nach Lauda geht, liegen in einem Abstand von vielleicht 50 Metern zwei Bahnübergänge direkt hintereinander. Die Geschwindigkeit ist dort auf 20 km/h begrenzt – was sich als gar nicht so verkehrt herausstellt.

In meiner Fahrtrichtung sind alle Schranken geöffnet, die Rotlichter aus – also eigentlich freie Fahrt. Auf der Gegenfahrbahn dagegen ist – von Königshofen her kommend – die erste Schranke geschlossen, die Autos warten geduldig davor. Die drei anderen Schranken stehen aber noch offen. Mein erster Gedanke: Kommt jetzt ein Zug oder nicht?

Obwohl bei mir nichts rot leuchtet, schleiche ich lieber im Schritttempo weiter. Man weiß ja nie. Also taste ich mich über das erste Gleis. Am zweiten Übergang ist in meiner Richtung immer noch alles offen, während auf der Gegenseite inzwischen auch die zweite Schranke unten ist. Das Ganze wird mir langsam zu suspekt. Also traue ich mich nicht mehr über das auf Königshofener Seite liegende Gleis und bleibe zwischen den beiden Gleisen stehen.

Und genau in diesem Moment passiert das, was meine Verwirrung perfekt macht: Plötzlich gehen alle Schranken herunter und hinter mir rauscht ein Zug vorbei. Vor mir … gar nichts. Kein Zug weit und breit. Kaum ist der Zug hinter mir durch, gehen die Schranken vor mir wieder hoch – als wäre nichts gewesen.

Ich sitze da und frage mich ernsthaft, was hier gerade los ist. Es ergibt doch überhaupt keinen Sinn, die Schranken an einem Gleis herunterzulassen, auf dem gar kein Zug kommt.

Fast 5 Euro gespart – so kann der Tag beginnen


In Lauda-Königstein war es dann an der HERM-Tankstelle tatsächlich so, wie im Internet angekündigt. Sprit für 1,949 €/l. Also habe ich vollgetankt: 24,41 l, 47,58 € gezahlt und fast 5 Euro gespart. Mit einem leichten Schmunzeln im Gesicht fahren wir weiter zum Wildpark Bad Mergentheim.

Bereit für den Wildpark – na ja, fast!


Wir sind schon weit vor 9 Uhr am Wildpark. Unser Auto steht ganz alleine auf dem Parkplatz. Wir haben also genügend Zeit, unsere Fotoausrüstung auf den Park-Besuch vorzubereiten. Außerdem entscheidet sich Susanne, ein weiteres T-Shirt anzuziehen, weil es – so ihre Meinung – immer noch fetzig kalt ist.

Schon oben auf dem Parkplatz fallen die eindrucksvollen geschnitzten Holzskulpturen ins Auge, die den Besucher auf den Wildpark einstimmen sollen. Von dort führt der Weg noch etwa drei- bis vierhundert Meter durch den Wald hinunter zum Eingang.

Direkt vor dem Eingang steht dann eine weitere Holzskulptur. Sie zeigt übereinander einen Wolf und einen Bären, die aus einem einzigen Stamm herausgeschnitzt sind. Das erinnert mich irgendwie an indianische Totempfähle. Da wir noch ewig Zeit haben, experimentieren wir etwas mit unserem Plüschdelfin Finn. Da fällt mir auf, dass ich trotz aller Vorbereitungen die Ersatzakkus für die Kameras im Auto vergessen habe. also renne ich nochmal zum Parkplatz hoch, bin aber kurze Zeit später schon wieder – jetzt voll ausgerüstet – zurück.

Vorm Eingang steht dann ein Schild mit der sogenannten HRFS-Regel. Sie fordert Höflichkeit, Rücksicht, Respekt, Frustverbot und Schimpfverbot. Eigentlich alles Selbstverständlichkeiten. Deshalb frage ich mich unwillkürlich: Ist das jetzt ernst gemeint? Oder doch eher mit einem Augenzwinkern zu verstehen? Vielleicht ist es aber auch ein versteckter Hinweis darauf, dass diese Selbstverständlichkeiten heute leider nicht mehr ganz so selbstverständlich sind.


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