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Andalusien -16. August 2018

Warum schon wieder Andalusien?


Im August 2016 war ist das erste und (bis heute) einzige Mal in Andalusien. Ich war damals so begeistert und bin es noch, dass ich das Land – und die Möglichkeit, wildlebende Wale und Delfine beobachten zu können – 2016 habe ich sogar Orcas gesehen – unbedingt auch meiner Frau zeigen will.

So haben wir beschlossen, August 2018 zusammen nach Andalusien zu fahren. Während ich 2016 als damals noch unerfahrener Andalusien-Reisender in Jerez de la Frontera wohnte und zu den Delfinausfahrten in Tarifa und Gibraltar jeweils rund 120 km, also 1½ Stunden anreisen musste, haben wir dieses Mal ein Hotel ausgesucht, das weiter im Süden liegt.

Mit dem „Meson de Sancho“, 10 km von Tarifa und 35 km von Gibraltar entfernt, glauben wir, das große Los gezogen zu haben. Bei über 500 Bewertungen in Trip-Advisor hat das Hotel im Schnitt 4 von 5 Sternen. Das ist das eine. Was uns aber noch viel mehr überzeugt, ist die Tatsache, dass das Hotel eine 24h-Rezeption, Parkplätze, Frühstücksbuffet sowie ein Restaurant und eine Bar hat. Den letztendlichen Ausschlag aber gaben die grandiosen Bilder, die von diesem Hotel auf dessen Homepage veröffentlicht sind.

Das „Meson de Sancho“, ein Landhaus im andalusischen Stil, liegt im südlichen Teil des Naturschutzgebietes Los Alcornocales, auf halbem Weg zwischen Tarifa und Algericas, direkt an der viel befahrenen N-340. Ich kann mich noch erinnern, dass man 2016 beim „Mirador del Estrecho“, das ist ein Aussichtspunkt 2 km südwestlich des Hotels nirgendwo wenden konnte und man zum Wenden 7 km bis zum Kreisverkehr an der Ortseinfahrt von Tarifa fahren musste. Man kann auf der ganzen Straße nicht wenden. Das könnte eventuell ein Nachteil sein. Ich habe meine Touren (Gibraltar, Antequera, Sevilla usw.) im Vorfeld aber so geplant, dass das „Nicht-unmittelbar-beim-Hotel-umdrehen-Können“ keine Rolle spielt und wir an den jeweiligen Reisetagen immer richtig herum auf den Parkplätzen nördlich bzw. südlich der N-340 stehen. Für die Fußgänger gibt’s beim Hotel eine Unterführung.

Zu dem „Nicht-wenden-können“ vorm Hotel kommt in diesem Urlaub noch ein zweites Problem hinzu, was aber nicht dem Hotel anzulasten ist.

Die Delfin- oder Orca-Ausfahrten, die wir vorhaben, sind bekanntermaßen sehr stark von Wind und Wetter abhängig, sodass die Whalewatching-Anbieter immer nur recht kurzfristig planen können. Das kollidiert natürlich gewaltig mit der Urlaubsplanung eines Pedanten wie mir, der immer alles im Vorfeld geplant haben möchte.

Und es kommt wie´s kommt. Wie soll´s auch anders sein: Für unsere gesamte Urlaubswoche sind in der Region Tarifa starke Ostwinde angesagt, sodass (so zumindest die Ankündigungen der Whalewaching-Anbieter „Turmares“, „Firmm“ und „Whale Watch Tarifa“) durchweg – außer am Freitag – überhaupt keine Delfin-Ausfahrten möglich sein werden.

Turmares beispielsweise schreibt am 14.8.2018 auf seiner Homepage:

„Tarifa nos enseña que quien manda es la madre naturaleza y ella decide cuando salimos. Nuestra función es estar siempre preparados para cuando ella lo haga posible.“

(Tarifa lehrt uns, wer das Sagen hat, nämlich Mutter Natur und sie allein entscheidet, wann wir ausfahren können. Unsere Aufgabe ist es, immer darauf vorbereitet zu sein, wenn sie es ermöglicht.)

Ich will das einfach nicht wahrhaben! Im Internet steht schließlich viel. Deshalb wollen wir jetzt erst mal starten Richtung Flughafen München und das mit dem Wenden beim Hotel und das mit den Delfin- und Orca-Ausfahrten wird sich dann vor Ort schon ergeben.

Anfahrt zum Flughafen


Da wir im vergangenen Jahr bei unserem Griechenlandurlaub auf der Autobahn Richtung Flughafen einen Mega-Stau hatten, fahren wir heuer über Land und das so rechtzeitig, dass wir den Flieger auf alle Fälle erreichen müssen.

Flughafen München


Es hat wunderbar geklappt. Unser Auto steht am Urlauberparkplatz P 41 und die Koffer sind abgegeben. Da wir unsere Bordkarten bereits haben, haben wir nun genügend Zeit bis zum Boarding. Uns bleibt sogar noch Zeit, im „Airbräu“, einem zünftigen bayerischen Biergarten mitten im Flughafen München zu essen und ein alkoholfreies Bier zu trinken.

Die Speisekarte ist vorzüglich und die Preise sind meines Erachtens für einen Flughafen mehr als moderat. Meine Tellersülze kostete 8.90 € und das Bier weniger als 3 €!

Voll witzig findet ich in der Speisekarte das Angebot für die „ganz Obbrenndn“, d. h. für die, die sich gar nichts mehr leisten können, bei denen das Internet nicht geht, das Auto in der Werkstatt ist und die Katze die Urlaubstickets gefressen hat. Für die gibt es im „Airbräu“ ein Glas Wasser, eine Scheibe Brot und eine Zigarette zum Rauchen vor der Tür – das Ganze für 99 Cent. Ob dazu allerdings ein Streichholz gereicht wird oder ob der Kellner die Zigarette für den Gast anzündet, konnte ich nicht in Erfahrung bringen.

Der Flug


Man merkt gar nicht, wie die Zeit vergeht. Nachdem ich noch auf der Besucherterrasse und Susanne in den Lädchen des Flughafens war, starten wir bereits drei Stunden später auf der südlichen Startbahn Richtung Osten, machen eine große Rechtskehre und düsen dann Richtung Jerez de la Frontera in Andalusien. Im Norden kann man momentan deutlich den Münchner Flughafen in seiner ganzen Ausdehnung sehen. Und schon wieder rattert´s im Kopf, da kann ich einfach nicht anders. „Wenn ich den Flughafen mit 80 mm Brennweite gerade so auf’s Bild bringe, der ganze Komplex etwa 7½ km lang ist und wir eine Höhe von 5000 m zugrunde legen, dann müssten wir jetzt etwa 15 km südlich sein.

Knapp 3 Stunden wird der Flug dauern. Jerez de la Frontera ist von München übrigens genau so weit weg wie Moskau, wo wir letztes Jahr waren.

1½ Stunden sind wir inzwischen unterwegs. Über den Pyrenäen steht ein mächtiges Gewitter an, dem wir nur ausweichen können, indem die Boeing 737-800 bis zur maximalen Flughöhe (Dienstgipfelhöhe) von 12 497 m aufsteigt. So zumindest habe ich den Flugkapitän verstanden. Hier oben haben wir einen fantastischen Blick auf die Spitzen der Gewitterwolken und das Gewackel hält sich in Grenzen.

Nur 2 h 40min nach dem Start befinden wir uns im Landeanflug auf Jerez de la Frontera und weitere 5 Minuten später sind wir schon gelandet.

Leihwagen-Abholung


Das in-Empfang-nehmen von Reisegepäck und Leihwagen sind auf so einem kleinen Flughafen wie Jerez de la Frontera ein Klacks. Ich habe – wie bereits 2016 – wieder ein Auto von FireFly. Ich bin damals ganz gut damit gefahren.

Nachtrag: Was bin ich blöd? Ich hatte bei der neuerlichen Buchung irgendwie vergessen, dass die Firma 2016 auf nicht erklärliche Weise im Nachhinein Geld von meinem Konto abgebucht hat, für das es – zumindest für mich weder Erklärung noch Quittung gab.) Damals hatte ich geschworen: „Nie wieder Firefly“. Und jetzt mach ich den gleichen Mist wieder.

Der milchkaffeebraune Opel Adam hat sicher auch schon bessere Zeiten gesehen. Obwohl er erst 64 231 km auf dem Buckel hat, gibt es keine Stelle, die im Übergabeprotokoll nicht bereits mit einem Lackschaden oder anderen Datscher markiert ist. Mich soll das weiter nicht stören, ich will mit dem Auto keinen Schönheitswettbewerb gewinnen. Als ich aber beim Kofferraum-Beladen einen riesengroßen, im Übergabeprotokoll nicht vermerkten Kratzer entdecke (Bild oben rechts), muss ich dann doch nochmal zurück zum FireFly-Schalter und diesen aus meiner Sicht erheblichen Schaden im Übergabeprotokoll nachtragen lassen.

Nachtrag: Als ich zu Hause war, waren auch in diesem Jahr von meinem Konto 161,24 € abgezogen, die ich nicht nachvollziehen kann, da es – wie auch schon vor zwei Jahren – von Firefly im Nachhinein keine detaillierte Abrechnung gibt. Ähnliche Probleme scheinen aber auch andere Kunden von Firefly zu haben. Für mich der Anlass, mir eine weitere Buchung bei FireFly wohl sorgsam zu überlegen.

Fahrt zum Hotel


Um 20:10 Uhr können wir dann endlich starten. So spät wurde es, weil der TUI-Flug – aus welchen Gründen auch immer – rund einen Monat vor der Reise von TUI von ursprünglich 13:50 Uhr auf 16:05 Uhr verschoben wurde.

Die Fahrt geht über die Autovía A-381, auch „Autovía del Sur“ genannt, schnurstracks nach Süden. Der Tag neigt sich schon langsam dem Ende und die Landschaft liegt in einem leicht rötlichen Licht. Susanne, die zum ersten Mal in Andalusien ist, ist total begeistert. Besonders gefallen ihr die unzähligen Störche. Die überall links und rechts der Autobahn fliegen oder auf ihren Nestern sitzen. So viele Störche auf einmal habe auch ich noch nie gesehen.

Nach nur 1½ Stunden Fahrt kommen wir am Hotel an. Aber wie! Hätten wir die Koordinaten des Hotels nicht ins Navi eingegeben, wären wir direkt dran vorbeigefahren. Wenn Du nämlich auf der N-340 nach Südosten fährst, kannst Du nicht ahnen, dass dort irgendwo ein Hotel kommen soll. Klar, die Schilder sagen, dass man in der unübersichtlichen Linkskurve nur 60 km/h fahren darf, aber dass man dort dann voll abbremsend gleich rechts auf den Parkplatz raus muss, das ahnt keiner.

Auf nachstehendem Link auf Google Maps sieht man dann auch, wie knapp das in der Kurve hergeht und dass man angesichts des durchgezogenen Strichs keine Chance zum Wenden hat. Das ist irgendwie schon ein Nachteil.

Der Parkplatz des „Meson de Sancho“ ist gerammelt voll, aber da auch andere Fahrzeuge „irgendwo“ stehen, stellen wir uns in gleicher Weise auch „irgendwo“ hin.

Meson de Sancho


Äußerlich sieht das „Meson de Sancho“ schon mal schnuckelig aus, zumindest, was man jetzt im Dunkeln so sieht. Durch einen Fußgängertunnel unter der stark befahrenen N-340 hindurch kommt man zum Haupthaus. Und da hat das Internet nicht übertrieben, wenn es von einem „Andalusischen Herrenhaus“ spricht. Das sieht klasse aus!

Bei Einchecken erhaschen wir noch einen kurzen Blick in den Speisesaal. Nobel! Das gefällt uns. Was uns noch mehr gefällt, als ich zahlen wollte (das Zimmer musste man bei dem von uns gewählten „Super-Sonder-Spar-Schnäppchen-Angebot“ vorab zahlen), erfahren wir, dass wir bereits bei der Buchung im Februar bezahlt hätten. Super, so bleibt uns noch einiges „Taschengeld“ für den Urlaub übrig.

Wir bekommen Bungalow „305“ auf der anderen Straßenseite zugewiesen. Also wieder durch den Fußgängertunnel auf die andere Seite und die Treppen hoch und am Außenpool vorbei durch einen üppigen Garten, in dem derzeit die Hortensien blühen. Unser Zimmer betritt man über eine zum Pool hin liegende Terrasse, auf der man abends sitzen und im Sonnenuntergang ein Bierchen trinken kann. Das sieht alles klasse aus!

Auch das Zimmer hat alles, was man braucht. Riesige Betten, Telefon, Fernsehen, kostenloses WLAN, und ein separates Bad mit Badewanne, Dusche und Fön.

Noch bevor wir das Gepäck ausladen, gönnen wir uns drüben in der Bar im Haupthaus noch ein Feierabend-Bier und dann geht unser erster Urlaubstag auch schon zu Ende.


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Andalusien 2018 – INHALTSVERZEICHNIS
HAUPTGRUPPE BERICHTE

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