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Sonntag, 29. Juni 2025



Unser letzter Tag in Cervo

Morgenstimmung


Während ich noch schlafe, sitzt Susanne schon wieder – um halb sechs! – auf der Terrasse und macht mit ihrem Smartphone ein Filmchen von der aufgehenden Sonne, liest und löst Sudoku.

Als ich dann auch aufwache, bin ich total verstochen. Es juckt überall – Arme, Beine, sogar mein Genick. Die Mücken haben sich wohl die ganze Nacht an mir bedient. Susanne ist zwar auch von den Biestern drangsaliert, aber deutlich weniger. Das soll daran liegen, dass Mücken Menschen mit Blutgruppe 0 offenbar bevorzugen. Dazu kommt noch, dass Mücken größere Menschen (ich bin 1,86) und solche mit schnellerem Stoffwechsel –Ausatemluft enthält mehr CO2 – am liebsten haben.

Da haben die Drecksviecher bei mir den „Jackpot“ gezogen: Ich hab‘ nicht nur Blutgruppe 0, ich bin zusätzlich auch ein „Schnellheizer“ (manche sagen spöttisch ja auch „Hitzkopf“), dessen Hände sich – egal wie kalt es istwie kleine Heizkissen anfühlen. An Mückenschutz in Italien – okay, bisher waren wir nur in Hotels, nie bei Agriturismo – hab ich nie gedacht. Ich fluche leise vor mich hin und kratze mich wie verrückt und geh hernach duschen.

Frühstück


Erneut ohne Frühmorgens-Cervo-Rundtour (mein Gott, was werden wir faul) geht es zum Frühstück. Heute bekommen wir wieder ein leckeres Frühstück mit Käse-Schinken-Toast. Wie bereits erwähnt, sind wir vom traditionellen italienischen Frühstück abgekommen und haben uns von Monika und Viktor anstecken lassen, die jeden Morgen ein „Salata-Frühstück“ bekommen haben. Giampaolo führt uns dann noch vor, wie ein traditionelles ligurisches Frühstück funktioniert. Dazu stippt er eine Focaccia in seinen Cappuccino.

Die zweite Delfin-Ausfahrt

Fahrt nach Imperia


Um halb zehn hat es bereits wieder 32 °C. Der Panda war über Nacht offenbar brav – sein Kilometerzähler zeigt – wie gestern Nachmittag – immer noch 70742. Wir fahren runter Richtung Imperia. Ich muss nochmal tanken, aber Tanken in Italien ist ein kleines Abenteuer. Es gibt nämlich zwei Möglichkeiten:

  • „Servito“ (Bedienung)
  • „Self“ (Selbstbedienung)

Wenn du dich an die Zapfsäule stellst, jemand kommt, um für dich zu tanken, und du dich nicht massiv wehrst, zahlst du „Servito“-Preis – und der ist spürbar teurer als Selbsttanken. An vielen Tankstellen hier sind es 21 Cent mehr pro Liter.

An Sonn- und Feiertagen – heut ist Sonntag – hat (zum Glück?) nur die Selbstbedienung geöffnet. Das spart zwar Geld, aber wie geht das? Ein freundlicher Italiener erklärt mir – ohne „Servito“ zu verlangen – , wie’s geht: Erst Karte rein, dann PIN eingeben, dann Nummer der Säule eingeben, tanken, fertig. 24,35 l habe ich bekommen, für 42,59 €. Stell dir mal vor, da hätte sich ein Tankwart eingemischt!

Das wären über 5 € mehr gewesen oder wenn man die Währung der Bahnhofsgaststätte in Acqui Therme zugrunde legt: „3½ Tassen Cappuccino“ –  die von der Weltklasse!

Am Parkplatz in Imperia


Zwölf Minuten später sind wir wieder in Imperia am großen Parkplatz bei der Corsara. Heute mussten wir deutlich weiter hinten parken als noch am Donnerstag. Der Parkplatz ist ordentlich voll – offenbar sind wir nicht die Einzigen, die die ligurische Sonne genießen wollen. Statt fünf Minuten brauchen wir diesmal zu Fuß fast eine Viertelstunde bis zur Corsara.

Für uns kein Problem – aber der typische Italiener scheint das anders zu sehen. Die meisten stellen ihre Autos lieber ganz vorne ab, direkt im absoluten Halteverbot, Hauptsache keinen Schritt zu viel. Und siehe da: Als ein Streifenwagen der Polizia Municipale langsam vorbeifährt und meine Mundwinkel schon leicht nach oben gehen, passiert – nichts. Kein Zettel, kein Hupen, kein Kopfschütteln – die Guardia Civil fahrt einfach weiter.

Verkehrsregeln? In Italien offenbar eher als Richtlinie zu verstehen – frei nach dem Motto: „Wenn das Auto nicht im Weg steht, steht’s gut.“ Irgendwie chaotisch, irgendwie typisch – und irgendwie einfach italienisch.

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Morgenstimmung und Anreise zur zweiten Delfin-Ausfahrt
Erneut auf Delfin-Tour mit der Corsara
Abschlussfahrt ins Hinterland

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