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Begegnung mit Theodoros und Rückkehr nach Skiathos

Theodoros


Das Büro des Meeresnationalparks in der Patitiri–Gerakas-Straße existiert seit 2007. Theodoros, den wir schon am Montag kurz kennengelernt haben, arbeitet hier als Biologe und engagiert sich seit drei Jahren für den Schutz der Meeresfauna.

Man merkt sofort, wie sehr ihn die Tierwelt der Ägäis begeistert – und wie wichtig es ihm ist, dieses Wissen weiterzugeben. Besonders liegt ihm am Herzen, auch in Deutschland stärker auf die Gefährdung der Meeresbewohner aufmerksam zu machen. Da kommen ihm „die Meeresakrobaten“ und ihre Homepage gerade recht. Die finanzielle Situation des Parks ist schwierig. Die staatliche Unterstützung beträgt nur etwa 4.000 Euro im Jahr. Der Rest kommt über EU-Mittel und Spenden. Die lokale Unterstützung ist hingegen begrenzt – viele Fischer sehen die Tiere als Konkurrenz. Ein Konflikt, den man auch aus anderen Küstenregionen kennt. Wir führen mit Theodoros – so gut es eben geht – ein kleines Interview: „What does your work look like—what do you do all day long actually?“ Theodoros erklärt: „We go into schools and kindergartens to raise awareness so that the next generation grows up with a sense of responsibility for the environment.“ „Genau das haben wir lange Zeit auch gemacht.“

„Und rettet ihr auch aktiv gestrandete Meeressäuger?“ Theodoros erläutert, dass es in den drei Jahren seiner Arbeit nur einen bekannten Fall einer Mönchsrobbe gegeben habe, die sich in einem Netz verfangen habe und darin gestorben sei. Gestrandete Delfine seien auf den Inseln der Nördlichen Sporaden bislang überhaupt nicht gemeldet worden. „And what do you do regarding Mediterranean monk seals?“ Theodoros erzählt, dass verlassene Jungtiere von Mönchsrobben mit GPS-Sendern ausgestattet würden. Sobald sie nach vier bis fünf Monaten ihr Fell wechseln, verlören sie den Sender automatisch. Anhand der GPS-Daten könne man dann nachvollziehen, ob die Tiere genug Nahrung finden (sie fressen etwa fünf bis zehn Prozent ihres Körpergewichts; ausgewachsene Tiere können bis zu 300 Kilogramm wiegen), wie tief sie tauchen und wie weit sie schwimmen. Das war alles hochinteressant. Die Zeit vergeht aber schneller, als gedacht. In wenigen Minuten legt die „Nikolas“ wieder ab. Wir verabschieden uns von Theodoros und wünschen ihm, und seiner ganzen Truppe, viel Erfolg bei ihrer wichtigen Arbeit. Und dann heißt es auch schon wieder: „Γεια σου (Ya sou).“

Rückfahrt der Wiederholungen


Pünktlich um 14:30 Uhr verlassen wir Alonnisos. Und wie schon am Montag geht es zunächst Richtung Nordosten zu einer kleinen Felsbucht mit Höhle. Diesmal allerdings zwei Stunden später im Tagesverlauf. Wieder einige Minuten „für Snapshots“, dann Kurs Süd, „südlich um Skopelos herum“.

Wieder fahren wir an der Drachenschlucht vorbei. Und wieder erzählt uns Victoria die Geschichte vom Drachen von Skopelos und vom heiligen Reginos, der das Ungeheuer einst in die Tiefe stürzen ließ. Ich glaube, inzwischen könnten wir die Reiseleitung vermutlich selbst übernehmen – so oft haben wir die Geschichte schon gehört. – Jetzt kommt gleich der Satz mit dem „unheimlichen Heulen des Drachen, das man hier an windigen Tagen noch hören soll.“ – Ich wusste es!

Keine zehn Minuten später dann die Drei-Pinien-Insel, heute sogar garniert mit einem grauen Schlauchboot und in Rot und Blau gekleideten Akteuren darin. Falls ihr´s seit Samstag oder Montag vergessen habt: Die 3–Pinien–Insel Amarantos ist die Insel, wo Sophie und ihre 3 drei „Väter“ in „Mamma Mia“ picknickten und wir alle im Kino „Our last summer“ hörten. Inzwischen erkenne ich vermutlich jeden Pinienzapfen persönlich wieder.

Wenn einem nur noch Möwen bleiben


Eine Stunde später, nur noch wenige Kilometer vor Skiathos, wird es ruhiger an Bord. Die großen Eindrücke liegen hinter uns, die Bilder sind gespeichert. Und weil sonst nichts mehr passiert, beginne ich jetzt tatsächlich, aus lauter Langeweile Möwen zu fotografieren, ganz normale Möwen, keine Delfine, keine seltenen Vögel – nur Möwen. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass sich diese Reise langsam dem Ende nähert. Den Leuchtturm von Repi habe ich jetzt auch schon „zig Mal“ gesehen, aber noch nie so gut mit Glossa im Hintergrund …

… und dann Arkos, die Insel mit der aufsteigenden Sanddüne. Wie viele haben die – in Ermangelung von Schnee – schon zum Snowboarden benutzt?

 Im Schatten riesiger Tragflächen


Kurz vor 18 Uhr befinden wir uns in der Einflugschneise des Flughafens Skiathos, nur etwa einen Kilometer südlich der Landebahn. Klar habe ich so einen Überflug eines Jets bereits erlebt, am Sonntag, da war es ein Airbus A321, aber jetzt auf dem Schiff wirkt der Überflug einer Boeing 737 mit 36 Meter Spannweite und 60 Ton-nen, nur 50 Meter über dir, mehr als bedrohlich. Da nützt es auch nichts, wenn ich jetzt instinktiv den Kopf einziehe.

Kurz vor 18 Uhr befinden wir uns in der Einflugschneise des Flughafens Skiathos, nur etwa einen Kilometer südlich der Landebahn. Klar habe ich so einen Überflug eines Jets bereits erlebt, am Sonntag, da war es ein Airbus A321, aber jetzt auf dem Schiff wirkt der Überflug einer Boeing 737 mit 36 Meter Spannweite und 60 Tonnen, nur 50 Meter über dir, mehr als bedrohlich. Da nützt es auch nichts, wenn ich jetzt instinktiv den Kopf einziehe.

Lass da jetzt nur mal ´ne Schraube runterfallen – ans ganze Flugzeug will ich ja gar nicht denken –, dann war‘s das mit Urlaub. Dann nützen dir deine Aufnahmen von den Delfinen gar nichts mehr. Es ist, als würden die Tragflächen die Luft darunter und auch das Schiff einen halben Meter tiefer ins Wasser drücken. Natürlich passiert das nicht. Und trotzdem fühlt es sich genauso an. So schnell wie er gekommen ist, ist der Flieger auch schon wieder verschwunden und es ist nichts passiert. Alles ist wieder ruhig. Ein Wunder der Technik.

Begegnungen, die bleiben


Um zwanzig nach sechs macht die „Nikolas“ am Alten Hafen in Skiathos fest. Als wir uns beim Aussteigen bei Victoria bedanken, schenkt sie uns ihr Buch „Vicoria Sandels – Stories from the North Sporades“, ein Buch mit einem springenden Delfin auf dem Titel. Warum? Wieso? Ist sie vielleicht genauso delfinverrückt wie wir – oder sagen wir besser – wie Susanne? Manches wird man nie erfahren. Doch manchmal begegnet man auf Reisen Menschen, die man vorher nicht kannte und die trotzdem alles für einen tun, als würde man sich schon seit Jahren kennen. ich sag nur: Christiane von den Philippinen, Silvia aus Sanremo, Peter aus Irland, und, und, und …

Ruhiger Ausklang voller Eindrücke


Wir schlendern – wie schon so oft in diesem Urlaub – durch die Papadiamanti, um dann später noch bis zum Hotel weiter zu gehen. An einem Gewürzstand bleibt Susanne stehen und sucht sich noch Gewürze als Reisemitbringsel aus. Was dabei sehr, sehr angenehm ist: Der Verkäufer lässt sie in aller Ruhe aussuchen, ohne sie in irgendeiner Weise zu bedrängen. Auch das gibt es in der Papadiamanti.

Zehn Minuten später sitzen wir im Café Astoria. Dieses Mal aber nur, um etwas zu trinken. Im Astoria gibt es nämlich einen super leckeren, frisch gepressten Orangensaft. Dabei blättern wir in Victorias Buch und können das Erlebte noch überhaupt nicht fassen.

Zum letzten Mal – oder doch noch nicht?


Gegen acht gehen wir – wohl zum letzten Mal in diesem Urlaub – die Provinzstraße Koukounarios-Skiathou entlang Richtung Hotel. Zum letzten Mal vorbei an den Katzen, Eseln und all den kleinen Eindrücken, die diesen Ort so vertraut gemacht haben.

Verschlossene Türen und offene Herzen


Als wir gegen halb neun nach ankommen, fängt es gerade an zu regnen. Kristina und ein Kollege bringen die Polster der Liegen, die auf den Liegen um den Pool herum liegen, in Sicherheit. Wir sagen nur „Hallo“ und verziehen uns in unser Zimmer, d. h. wir wollen uns in unser Zimmer verziehen, aber das geht nicht. Susanne bekommt den Schlüssel nicht ins Schloss. Weibliche Feinmotorik eben! Allerdings: Mir gelingt es auch nicht! So stehen wir ratlos vor der Tür – bis Kristina „Sorry, I completely forgot to tell you that the locks were changed today.” mit einem neuen Schlüssel daherkommt. Ja super! Was, wenn wir heute ausnahmsweise mal später nach Hause gekommen wären? Dennoch: Ein kleiner Lapsus mit glücklichem Ausgang.

Auch eine Methode, miteinander ins Gespräch zu kommen. „Bis gleich!“ Wir gehen aufs Zimmer – das mit dem Tür-Aufmachen klappt ja jetzt – duschen und kommen anschließend zum Abschieds-Trunk zurück auf die Terrasse, dort, wo vor knapp einer Woche der Traumurlaub mit Alpha-Bier und dem griechischen Salat der „kecken Kristina“ alles begann …

Wenn wir jetzt schon mal wieder glücklich zusammen sind, kann Susanne auf dem Display ihrer Kamera auch freudestrahlend das Ergebnis unserer heutigen Tour zeigen. Kristina guckt interessiert zu.

Mehr als nur ein Hotel


Wir haben uns diese eine Woche im Irida Aegean View sauwohl gefühlt. Für mich ist es vergleichbar mit dem Blue Oyster in Sansibar – meinem persönlichen Traum-Hotel! Nichts ist überkandidelt, nichts gespielt. Alles ist ehrlich, persönlich und herzlich. Ein Hotel, in dem man sich wohlfühlt. Von morgens bis abends. Wenn man dann noch bedenkt, dass das ganze Hotel von nur sechs Leuten gemanagt wird, ist das für mich das blanke Wunder. Das Team ist so fantastisch, dass ich mich hier bei jedem einzelnen nochmal bedanken möchte, bei Christina (eine mit „C“ gibt es auch), Pavlos, Dimitris, Vasilis, Elias und eben Kristina mit „K“, die uns mit dem fantastischen Satz verabschiedet „There are guests who come and go and there are guests like you.“ Mehr braucht es eigentlich nicht.

Als wir schließlich ins Zimmer gehen, ist es längst nach elf.


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