Zwischen Skopelos und Alonnisos
Skopelos-Stadt
In genau zwei Stunden, um 13:25 Uhr, soll es – wie Victoria allen mit ihrer überdimensionalen Papp-Uhr unübersehbar klarmacht – weitergehen.
- Skopelos-Stadt
- Vergesst die „Departures“-Time nicht!
Als wir uns bei ihr bedanken und noch einmal auf die Delfine zu sprechen kommen wollen, winkt sie sofort ab. Das sei doch selbstverständlich gewesen, sagt sie, und überhaupt: „Today was a lucky day – not just for you, but for all of us“, meint sie lachend, „That‘s sea: sometimes empty, sometimes full of surprises. And remember, dolphins are nothing special here – more like good neighbours you just happen to meet from time to time.“ Sie freut sich offenbar mehr über unsere Begeisterung als über jedes formelle Dankeschön und meint nur, genau dafür mache sie diese Touren. Delfine gehören für sie offenbar genauso zur Route wie die Inseln selbst – wenn sie da sind, dann sind sie da und das ist dann eben Glück, das man teilt. Sie verabschiedet sich mit einem breiten Lächeln: Enjoy Skopelos!“ Dass wir umsonst mitgefahren sind, wird mit keinem Wort erwähnt.
Nostos
Da wir heute noch nicht richtig gegessen haben und das Essen am Montag in Alonnisos (da kommen wir heute Nachmittag noch hin) auch nicht gerade das Beste war, gehen wir gleich gegenüber der Anlegestelle der „Nikolas“ ins Restaurant Nostos. Dabei legt Susanne – weil sie auf dem Handy nach der Uhrzeit guckt – ganz beiläufig ihre Handyhülle auf den Tisch. Darauf ein Bild unseres Hundes Chicco. Sechzehn Jahre lang war er bei fast allen Delfintouren in Ligurien dabei. Vor acht Monaten ist er dann hochbetagt gestorben. Für einen Moment wirkt es so, als säße er jetzt mit am Tisch, als hätte er sich genau diesen Ort ausgesucht, um noch einmal dabei zu sein – ruhig, vertraut und ganz selbstverständlich.
- Susannes persönliche Handy-Hülle
- Thunfisch mit Tomaten, Gurken, Oliven und Feta
Susanne bestellt sich Thunfischsalat, ich Bifteki mit griechischem Salat. Die Portionen sind – wie fast überall hier – riesig.
- Bifteki mit Pommes Frites, Salat und Tzatziki
- Griechischer Salat
Geschmacklich können die Bifteki allerdings nicht mit dem Souvlaki Strike in Skiathos mithalten. Der Salat dagegen ist wirklich hervorragend und frisch.
Getrennte Wege
Nach dem Essen möchte Susanne noch einmal hinauf ins Βράχος (Vrachos), wo wir jetzt schon zwei Mal waren. Der Blick über Skopelos ist dort ja auch wirklich einzigartig, aber ich möchte nicht schon wieder sitzen und essen und habe auch keine Lust auf ein weiteres Café. Deshalb trennen wir uns jetzt – für eine Weile.
- Terrasse des Cafes Βράχος (Vrochos)
- Der Hafen von Skopelos
Susanne geht links den Hang hoch ins Café, ich geradeaus Richtung Agios-Nikolaos-Kirche. Noch vor der Hafenmole gibt es ein kleines Halbinselchen, auf dem ein markantes Denkmal steht, das sofort ins Auge fällt: eine Statue auf einem mit Delfin-Mosaiken verzierten Sockel. Dargestellt ist ein muskulöser Mann mit nacktem Oberkörper. Hinter ihm ein beschädigtes Ruderboot – als hätte es gerade erst einen Sturm überstanden.
- Denkmal für den „unbekannten Seemann“
- Platz für den „unbekannten Seemann“
Eine Tafel erklärt (auf Griechisch), dass dieser Platz 2003 von der Hafenbehörde dem „unbekannten Seemann“ gewidmet wurde – ein Erinnerungsort für all jene, die auf See verschwunden sind und kein Grab haben.
- Gedenktafel für den „unbekannten Seemann“
- Delfin-Mosaik
Nur noch 18 Minuten bis zur Abfahrt der „Nikolas“. Aber keine Sorge: Sie liegt in Sichtweite und ich habe sie im Auge.
| Rückblick:
Jetzt seh‘ ich´s erst. Das ist ja der Hammer! Ich bin platt! Wir sind – wie der Vergleich der Bilder zeigt – an Pfingsten 1995 mit genau demselben Schiff gefahren!!!
|
Am Tor zum Meeresnationalpark
Auf die Sekunde genau legt die „„Nikolas““ um 13:25 Uhr ab Richtung Alonnisos. Zwanzig Minuten später lassen wir rechts den äußersten Zipfel von Skopelos hinter uns. Links liegt nun die aus Georgios und Mikro bestehende winzige Felsinselgruppe. Georgios erkennt man gut an der schlichten, fast wie eine Ruine aussehenden Inselschutzkapelle Ageos Georgios.
- Zwischen den Inseln
- St Georgs Insel
Wir befinden uns jetzt im westlichen Teil des Nationalen Meeresparks von Alonnisos. Einen klangvollen Namen wie „Straße von Gibraltar“ oder „Bosporus“ hat diese rund vier Kilometer breite Passage nicht – es ist einfach nur ein Stück Ägäis, das auf der Karte unscheinbar wirkt, in Wirklichkeit aber voller Leben steckt. Etwa einen Kilometer südlich von Mikro entdecken wir eine ungewöhnlich dichte Ansammlung von Seevögeln. So dicht, dass das Wasser darunter beinahe zu „kochen“ scheint.
- Seevögel im Fressrausch
- Seevögel im Fressrausch
Was dort genau passiert, ist nicht ganz klar. Vielleicht rasten die Vögel nur, vielleicht jagen sie aber auch einen Fischschwarm. Und sofort ist er wieder da: der Gedanke an Delfine. Über die Jahre hinweg haben wir bei unzähligen Whale-Watching-Touren gelernt, dass solche Vogelschwärme oft ein sicheres Zeichen für jagende Delfine sind. Die Meeressäuger treiben die Fischschwärme zusammen, und die Vögel profitieren davon, indem sie aufgescheuchte Fische oder deren Reste dankbar mitnehmen. Doch hier bleibt das Glück aus. Kein zweites Wunder wie vor dreieinhalb Stunden am Kap Gourouni.
- Susanne hält weiterhin Ausschau
- Alonissos – auf dem Hügel das Dorf Chora
Das war’s dann wohl mit Delfinen, denn gleich sind wir in Alonnisos. Oben auf dem Berg sieht man schon Chora, den ehemaligen Hauptort von Alonnisos. Aber wenn die griechischen Delfine jetzt nicht mehr wollen, brauchen wir noch ein Bild „Delfin vor Alonnisos“. Da muss dann eben unser „Finn“ herhalten – schließlich ist er ja auch ein Delfin.
- Gerahmte Insel
- Finn geht immer
Patitiri / Alonnisos
Kurz vor Patitiri müssen wir noch warten, da eine Fähre ausläuft. Das erinnert uns unweigerlich an Pfingsten 1995, als uns genau hier bei unserem geliehenen Motorboot der Sprit ausging und wir fast von der Alonnisos- Thessaloniki-Fähre überrollt wurden. (rückverlinken)
- Hochgeschwindigkeits-Katamaran
- Boot für Ausflüge in den Meerespark
Um kurz nach zwölf legen wir im Hafen von Patitiri an. Ich weiß nicht, warum, aber irgendwie zieht es uns in ein Café ganz, ganz links am Hafen, ins Πατητήρι wo Susanne unbedingt ihren echten griechischen Kaffee möchte. Ich bestelle mir frische Früchte.
- Bunter Obstsalat
- Flower Power Deko
Was dann kommt, haut mich fast um: Ich habe selten etwas so Leckeres gegessen. Frisches Obst, auch solches, was ich noch nie gesehen habe. Schon wieder ist eine dreiviertel Stunde rum. Wir müssen heute unbedingt noch zu Theodoros ins Marine Park Office bevor die „Nikolas“ um halb drei wieder ablegt. 2½ Stunden Aufenthalt hört sich viel an, kann aber, wenn man was erledigen will, auch verdammt kurz sein.
| < zurück | Inhaltsverzeichnis | umblättern > |
| Reiseberichte aus Griechenland |
| Reiseberichte aus Europa |

























