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Zwischen Inselhotel und offener See

Frühstück


Das Irida View ist wirklich erstklassig und das Personal super nett – aber nach fast einer Woche kann ich dem Frühstücksbuffet nun wirklich nichts mehr abgewinnen.

Statt Schwarzbrot, Salami, Speck, Rührei, Würstchen, Bohnen gibt’s hier halt „nur“ Croissants, Weißbrot, Toast, Zwieback und kleine süße Brötchen, dazu Marmelade, Honig und Butter. Dazu kommen dann noch Kuchen und andere süße Teilchen. Für mich ist das gerade so, als wolle man einen Rennmotor mit Honig schmieren.

Zum Glück durchbricht das winzige Häufchen aus herzhaftem Käse, Feta, Tomaten, Gurken und ein paar Pizzastückchen die süße Frühstücksfront. Wenigstens ein kleiner kulinarischer Kompromiss.

Wenn massig Geld vor Anker geht


Jetzt übertreiben sie´s aber. Es reicht wohl nicht, dass die Superluxusjacht ACE (160 Millionen) und ihr Versorgungsschiff Garçon (25 Millionen) die Nördliche Ägäis zuparken – nein, jetzt muss auch noch die 280-Millionen-Luxus-Boutique MS Europa 2 dazu kommen und vermutlich – grad, wenn wir in Skiathos sind – auch noch 500 komfortverwöhnte Tender-Touristen an Land spülen, welche dann die Straßen verstopfen und – wir sind ja in Griechenland – selbstbewusst nach der Akropolis fragen.

Da hat doch wohl jemand die Skalierung vergessen. Das passt doch alles überhaupt nicht zusammen!

Letzte Chance! Delfine nur noch heute verfügbar


Heute ist unsere allerletzte Chance, in diesem Urlaub vielleicht doch noch Delfine zu sehen. Um dreiviertel zehn wollen wir es ein zweites Mal mit der „Nikolas“ versuchen. Dieses Mal gehen wir aber rechtzeitig an Bord, damit Susanne – die vermutlich einzige Person weltweit mit eingebautem Delfin-Scanner-Blick – sich auch ganz sicher ihre „Meerblick-Loge“ vorne am Bug sichern kann. Um viertel neun traben wir los, immer die „e-par-ki-Á-ki o-doss“ (Verbindungsstraße) Richtung Skiathos lang. Ich weiß nicht, wie oft wir diesen Weg inzwischen schon gegangen sind, aber er wirkt mit jedem Mal kürzer. Okay, die Autos fahren teilweise ja schon recht knapp an einem vorbei, denn Gehwege gibt es hier nur selten – aber 25 Minuten Fußmarsch sind eigentlich auch nichts. Glücklicherweise wurden wir auch heute nicht überfahren.

Nach dem Kreisverkehr geht es rechts in die Stadt. Dort begegnen wir erneut unserem alten Bekannten, dem Obstladen an der Ecke Agiou Fanouriou / Papadiamanti wieder. Wie oft wir inzwischen daran vorbeigelaufen sind, lässt sich kaum noch zählen – mindestens zweimal am Tag und jetzt schon wieder. Heute geht es aber geradeaus weiter zum Alten Hafen. Kurz vor neun sind wir dort.

Ich hab’s ja gewusst


Ich hab’s ja gewusst. Etwa einen Kilometer draußen liegt jetzt die Europa 2. Da werden die Tenderboote wohl auch nicht lange auf sich warten lassen – und da sind sie auch schon.

Da kann man nur noch staunen


Als eines der Tenderboote der Europa 2 schließlich neben uns an der Kaimauer liegt, bin ich überrascht, wie riesig diese „kleinen“ Boote sind – fast halb so groß wie die Poseidon, mit der wir am Samstag die Mamma-Mia-Tour gemacht haben. Das juckt uns aber nicht weiter, denn wir gehen jetzt einfach rüber zur „Nikolas“, die bereits im Hafen liegt.

Erst Rabatt, dann gar kein Preis mehr


Gerade wollen wir unsere Tickets lösen, als ein Mann zum „Nikolas“-Büro, also dem Klapptisch unterm Sonnenschirm, kommt und sagt: „Die beiden fahren heute umsonst!“ „Hä?“ Wir sind komplett von der Rolle. Klar hat uns Victoria das am Montag versprochen – aber „versprochen“ wird viel und ist häufig ein dehnbarer Begriff. Und überhaupt: Wie hat der Mann erkannt, dass wir gemeint sind? Und wer ist dieser Typ eigentlich, dass der das einfach so entscheidet? Wir stehen da, schauen uns an und sind uns nicht ganz sicher, ob das gerade jetzt ein Service war, ein Missverständnis oder einfach griechische Realität. Bevor ich überhaupt realisiere, was los ist, habe ich Ticket 2267 mit dem Vermerk „Name: 2, Price: FREE“ in der Hand.

Derart geadelt dürfen wir natürlich gleich an Bord, und Susanne sichert sich sofort ihren Logenplatz am Bug. Zwei Fragen beschäftigen uns dennoch: Fahren wir heute nördlich herum um Skopelos? Und vor allem – sehen wir heute Delfine? Eigentlich sind die Fragen müßig, denn die „Nikolas“ ist, auch wenn in den Prospekten großspurig steht „All day we are searching for dolphins“ und unter Deck viele Delfinbilder hängen, ein Ausflugsboot und kein klassisches Whale-Watching-Boot im eigentlichen Sinn.

Um überhaupt „Zeit für Delfine“ zu haben ist das Programm des „Ausflugsdampfers“ nämlich viel zu dicht getaktet: einmal quer durch die nördlichen Sporaden, vorbei am Kap Gourouni, der berühmten Mamma-Mia-Kapelle, weiter mit Aufenthalt in Skopelos-Stadt, entlang von Agios Georgios und Mikro Agiorkis, mit Stopp in Alonnisos und Vorbeifahrt an der Votsi Chimney Cave, der Drachenschlucht und der Drei-Pinien-Insel. Damit es überhaupt zu einer Delfin-Begegnung kommt, müssten die Delfine von sich aus schon nach UNS suchen.


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