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Robinsonfeeling am Nachmittag

Aselinos Beach


Auf einem unbefestigten Feldweg, der von Schilf so überwuchert ist, dass er schon fast wie ein Urwald-Tunnel aussieht, stellen wir den Aygo ab. Bis zum Strand ist es nicht mehr weit.

Für mich ist der Aselinos Beach der Robinson-Crusoe-Strand schlechthin. Keine Liegen-Reihen, keine Musikbeschallung, kein Gedränge. Nur Wind, Wellen und ein weiter Horizont. Wenn jetzt noch ein FedEx-Paket mit einem Volleyball angeschwemmt würde, wäre das Klischee perfekt.

Der Strand hier besteht aus grobem Sand und Kies. Das Wasser wird schnell tief, die Brandung und der Wind sind deutlich kräftiger als an den geschützten Südbuchten der Insel. Vielleicht sind deshalb auch die Wachstuchdecken auf den Tischen des Restaurants festgetackert.

Wir bestellen uns „auf dem Holzofengrill gegrillte Sardinen“. Kurz darauf stehen sie auch schon vor uns: schlicht, ehrlich und ohne irgendwelchen Schnickschnack. Ist das nicht ein Gedicht? Außen knusprig, innen saftig und voller Meeresaroma. Dann noch ein wenig Zitrone darüber, Brot dazu, Tomate und etwas Grünzeug. Mehr braucht es einfach nicht.

Eine halbe Stunde hocken wir noch, dann geht’s über Troulos, Platanias und Kolios wieder zurück Richtung Hotel. Ganz ohne Zwischenstopp schaffen wir das allerdings nicht, wir müssen ja auch noch tanken: Zwei Striche, war ausgemacht.

Zwischenstopp auf der Kanapitsa-Halbinsel


Da bietet sich die Kanapitsa-Halbinsel geradezu an. Von hier aus reicht der Blick weit über die Ägäis bis rüber nach Skopelos.

Vor uns liegen das kleine Leuchtfeuer vor der Küste, dahinter die grüne Insel Arkos und nochmal dahinter – gerade noch sichtbar – Glossa auf Skopelos (linkes Bild). Besonders gut erkennt man auf dem rechten Bild dann den Delphi Peak, die höchste Erhebung der Nachbarinsel.

Weil wir insgesamt rund 70 bis 75 Kilometer gefahren sind bzw. bis zum Hotel drauf haben werden und der Aygo doch recht sparsam ist, denke ich, dass es ausreicht, wenn wir für 10 Euro tanken. Das wären bei 1,75 €/l etwa 5½ Liter. So viel braucht der Aygo auf 75 Kilometer sicher nicht.

 Hotel


So, getankt ist also, und weil wir nicht genau wissen, was Dirent mit „We’ll pick up the car this evening“ gemeint haben, sind wir kurz vor sechs wieder im Hotel und stellen den Aygo ab. So unkompliziert kann Auto-Ausleihen also auch sein.

Grrr, der Garçon ist wohl der Sprit ausgegangen. Anders kann ich mir nicht erklären, warum das Schiff seit Montag unbewegt vor „unserem“ Hotel liegt und die Aussicht versperrt. „Neid?“ „Nicht doch, ich doch nicht!“

Abend in Skiathos


Um sieben machen wir uns noch einmal auf den Weg nach Skiathos-Stadt. Im „7 Sins“ am Hafen essen wir zum Abschluss des Tages noch einen klassisch griechischen Horiatiki: Bauernsalat aus Tomaten, Gurken, Zwiebeln und Oliven, gekrönt von einer dicken Scheibe Feta, etwas Olivenöl und Oregano. Das ist genau das Richtige an diesem warmen Sommerabend.

Danach schlendern wir langsam zurück. Damit ist – Anreisetag Freitag mitgerechnet – bereits der sechste Urlaubstag vorbei. Morgen steht dann die zweite Ausfahrt mit der „Nikolas“ auf dem Programm. Und vielleicht haben wir ja Glück und sehen dann Delfine.

Übergabeprotokoll – griechische Art


Als wir aus Skiathos zurückkommen, ist der Aygo weg. Offenbar war – so nach dem Motto „Keine Nachricht ist eine gute Nachricht“ –  alles okay, sonst hätte Kristina sicher was gesagt. Dieses Auto-Miet-und-wieder-Abhol-Prozedere sei hier, so Kristina, gerade bei kleineren Familienunternehmen, so üblich. Diese Unternehmen lebten nämlich stark von ihrem Ruf und von Stammgästen. Deshalb basiere vieles auf Vertrauen und pragmatischen Abläufen. Und im allerschlimmsten Fall hätte sie ja unsere Daten gehabt.


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