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Über den Dächern von Skiathos

Der Ausblick vom Platanos


Der Blick von hier oben ist einfach spektakulär. Tief unter uns liegt Skiathos-Stadt. Dahinter erkennt man Bourtsi, die kleine bewaldete Halbinsel am Hafeneingang, und weiter draußen die Insel Maragos. Über die langgestreckte Insel Tsougrias hinweg schweift der Blick schließlich hinaus aufs offene Meer.

Auf dem rechten Bild lugt Tsougrias neben dem großen Baum hervor. Mit etwas Glück – und guten Augen – entdeckt man sogar die Luxusjacht ACE, die mir mittlerweile schon ziemlich auf den Keks geht.

Kapelle des Propheten Elias


Bevor wir uns jedoch hinsetzen und schmausen, besuchen wir erst noch die Kapelle des Propheten Elias. Die ist genau gegenüber des Restaurants. Die Tür der Kapelle ist auf und wir gehen rein.

Was sofort auffällt, ist ihre Größe – oder vielmehr ihre Kleinheit. Mehr als ein Dutzend Menschen hätten hier wohl kaum Platz. Nach den Erfahrungen vom Vortag im Kloster Evangelistria wundert es mich, dass hier alles offen und unbewacht ist. Die kleine Ikonostase (die Holzwand) und manche der Ikonen könnte man theoretisch ohne große Mühe mitnehmen und verscherbeln.

Vielleicht ist die Kapelle ja doch videoüberwacht, aber wenn, dann wenigsten deutlich unauffälliger als gestern im Kloster.

Im Platanos


Oft wird behauptet, das Platanos liege am höchsten Punkt von Skiathos. Das stimmt aber nicht. Der höchste Punkt der Insel ist der 433 Meter hohe Mitikas-Rücken. Das Restaurant liegt jedoch immerhin auch schon auf rund 330 Metern Höhe und bietet vermutlich die schönste Aussicht über das gesamte Areal. Am Eingang des familiengeführten Restaurants begrüßt uns eine ausgesprochen hübsche Katze, die offenbar genau weiß, wie man Gäste willkommen heißt.

Um elf Uhr morgens ist das Restaurant noch angenehm leer. Wir ergattern einen Platz ganz vorne an der Terrasse. Tief unter uns liegen das Meer, die Dächer von Skiathos und die schmalen Gassen der Altstadt. Aus dieser Höhe wirkt alles überraschend winzig.

Ich bestelle mir ein griechisches Sandwich und Susanne sich einen frisch gepressten Orangensaft. Die Preise sind trotz der exklusiven Lage äußerst moderat.

Eine ganze Weile sitzen wir einfach nur da, genießen die Aussicht und beobachten die Landschaft unter uns. Natürlich darf auch Finn den Ausblick bewundern.

Dann ertönt plötzlich ein tiefes Brummen. Direkt unter uns setzt ein Condor-Ferienflieger zur Landung an.

Von oben wirkt das fast wie im Miniatur Wunderland in Hamburg, wenn Flugzeugmodelle in 1:87 in Knuffingen landen, nur mit dem Unterschied, dass hier alles echt ist. Um kurz nach halb zwölf fahren wir weiter.

Das stille Gegenstück zum Kloster


Nach zwei Kilometern kommen wir – nur hundert Meter Luftlinie südlich des Klosters, in dem wir gestern versauert sind – zu einer kleinen Kapelle. Dort herrscht im Gegensatz zum Kloster eine geradezu andächtige Stille. Keine Beschallung, keine Menschenmassen, keine auffälligen Überwachungskameras. Fast möchte man in Anlehnung an Bob Marley sagen: „No monks, no choir.“


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