Vom Stadtbummel bis zur größten Peinlichkeit des Tages
Haben wir uns eben noch geärgert, dass der Bus um die ganze Stadt herumgefahren ist, hat die Sache aber auch was Gutes, denn genau hier entdecken wir etwas Interessantes: Exakt von hier fahren Busse zum Ιερά Μονή Ευαγγελιστρίας Σκιάθου, dem Kloster Evangelistria ab: um viertel eins, um viertel zwei, um drei, dreiviertel sieben und um viertel neun. Viertel eins, der ist grad weg, viertel zwei wird knapp, wenn wir noch irgendwo Mittagessen wollen. Also um drei.
- Busfahrplan zum Kloster
- Die Postkarten sind auf dem Weg.
Mit dieser neuen Idee im Kopf gehen wir am Hafen entlang, finden einen Briefkasten, werfen unsere Postkarten ein und suchen anschließend ein Lokal zum Mittagessen, aber nicht schon wieder Bifteki.
Mittagessen im Nikos
Heute wollen wir etwas Neues ausprobieren. Das Restaurant Nikos, nur etwa 150 Meter die Papadiamantis-Straße hinauf, soll guten Fisch servieren. Besonders der Schellfisch macht mich neugierig. Ich bestelle daher einen panierten Schellfisch mit Chips – zugegeben eher britisch als griechisch – und Susanne entscheidet sich für eine Ofenkartoffel mit Sour Cream.
Das Essen ist tatsächlich sehr, sehr gut. Zum Nachtisch gibt es hier – anders als man es vom Griechen vielleicht erwarten würde – keinen Ouzo, sondern kühle Kirschen, Melone und für jeden eine Halbliterflasche eiskaltes Wasser „to go“. Bei der Hitze genau das Richtige. Beim Weitergehen fällt der Blick auf einen typischen griechischen Balkon: weiß getünchte Fassade, einfache Metallbrüstung und Pflanzen, die sich der Sonne entgegen bewegen.
- Griechische Idylle
- Da oben ist was.
Drunter sitzt eine Katze und blickt aufmerksam nach oben. Vielleicht sieht sie was auf dem Balkon. In jedem Fall ist sie voll konzentriert. Wir bleiben unwillkürlich stehen, weil solche kleinen Szenen oft mehr Urlaubsgefühl transportieren als jede Sehenswürdigkeit.
Agios Nikolaos Kirche und Clock Tower
Vom Nikos sind es gerade mal 150 Meter hoch zur Agios-Nikolaos-Kirche. Ihr markanter Uhrturm fällt schon von Weitem ins Auge. Es ist 13:38 Uhr.
- Agios-Nikolaos-Kirche
- Der Uhrturm der Agios-Nikolaos-Kirche
Von der kleinen Terrasse vor der Kirche bietet sich ein wunderbarer Blick über die roten Dächer der Altstadt, die beiden Häfen und das tiefblaue Wasser der Ägäis.
- Skiathos-Stadt
- Skiathos-Stadt
Drinnen erwartet uns die typische Atmosphäre einer griechisch-orthodoxen Inselkirche: gedämpftes Licht, Weihrauchduft und eine beeindruckende geschnitzte Ikonostase, so nennt man die mit Ikonen geschmückte Trennwand vor dem Altarraum links. Besonders ins Auge fällt ein riesiger goldener Leuchter.
- Agios-Nikolaos-Kirche
- Agios-Nikolaos-Kirche
Drinnen erwartet uns die typische Atmosphäre einer griechisch-orthodoxen Inselkirche: gedämpftes Licht, Weihrauchduft und eine beeindruckende geschnitzte Ikonostase, so nennt man die mit Ikonen geschmückte Trennwand vor dem Altarraum links. Besonders ins Auge fällt ein riesiger goldener Leuchter.
- Agios-Nikolaos-Kirche
- Agios-Nikolaos-Kirche
Wirklich überraschend ist allerdings etwas anderes: In der Kirche begegnet mir ausgerechnet der Mann wieder, der am Samstag auf der „Poseidon“ bei der Mamma-Mia-Tour für die Musik zuständig war. Als wir die Kirche verlassen, ist es kurz vor zwei.
Golden Café
Im Golden Café unterhalb der Kirche und nahe des Fährhafens (es liegt hier ja alles dicht beieinander) trinkt Susanne ihren ersten original „Greek Coffee“. Ich bleibe meinem Bier treu.
Busfahrpläne lesen ist schwierig
Eigentlich wollten wir um drei ja zum Kloster Evangelistria fahren. Doch bei der Durchsicht der Abfahrtszeiten vorhin haben wir uns offenbar gründlich vertan. Wir sind davon ausgegangen, dass die Zeiten unter „ΜΟΝΑCΤΗΡΙ / MONASTERY“ die Zeiten für die Fahrten zum Kloster hinauf sind und die unter „CΚΙΑΘΟC / SKIATHOS“ die Rückfahrten. Tatsächlich ist es aber genau umgekehrt. Der nächste Bus fährt also erst um Dreiviertel sechs. Bis dahin sollten wir die Zeit also irgendwie sinnvoll nutzen.
Im Bus zurück zum Hotel
Kurzerhand fahren wir wieder zurück zum Hotel. Der Pool dort kann von 9:00 bis 18:00 Uhr kostenlos genutzt werden, und das wollen wir heute mal ausprobieren.
- Der Bus bis zum Hotel kostet 1,60 €.
- Strahlend blauer Himmel
Im Pool des Irida Aegean View
Gegen halb vier sind wir wieder im Hotel. Schnell umziehen und ab ins Wasser. Der Pool ist herrlich leer. Außer uns sind nur zwei weitere Gäste da, die aber lieber in der Sonne liegen. Wir haben das ganze Becken also für uns allein.
Dann entdecke ich neben der Ausstiegsleiter ein Schild: „Bitte vor Benutzung des Pools duschen.“ Interessante Information. Nur stellt sich mir die Frage: Wo genau befindet sich hier eine Dusche? Ich seh‘ keine. Wahrscheinlich meinen die: Vorher im Zimmer duschen. Haben wir nach unserer Rückkehr aus der Stadt aber sowieso gemacht. Wir waren ja so durchgeschwitzt.
- Poolromantik mit Hibiskus-Blüte
- „Oh, wie peinlich!“
Kurz darauf wird‘s allerdings peinlich: Während ich gemütlich meine Bahnen ziehe, entdecke ich plötzlich etwas Rotes hinter mir im Wasser. Wow, eine Hibiskusblüte!
Aber leider nein! Da ich ohne Brille auf die Distanz nur verschwommene Umrisse sehe – folgt die Ernüchterung auf dem Fuße: Es ist gar keine exotische Blüte, sondern eine unbenutzte rote Hundekotbeutel-Tüte, die offenbar noch in der Tasche meiner Badehose steckte und sich nun selbstständig gemacht hat. Zum Glück scheint niemand den Vorfall bemerkt zu haben. Also fische ich den Ausreißer möglichst unauffällig aus dem Wasser und dann verschwinden wir wenig später selbst aus dem Pool. Um angesichts dieser Peinlichkeit möglichst jeden Kontakt zu Hotel-Gästen oder -Personal zu vermeiden, ziehen wir uns wieder an und verschwinden im Bus Richtung Stadt.
Bushaltestelle in Skiathos
Um fünf nach halb sechs sind wir dann wieder an der Bushaltestelle bei der Schule. In ´ner Viertelstunde müsste der Bus zum Kloster gehen. Immerhin steht er schon da.
- Der Bus zum Kloster
- Wartezeit-Verkürzer
Der Fahrer sitzt allerdings noch im Café gegenüber und schlürft seinen Kaffee. Derweil kommt aber eine schwarz-weiße Katze auf uns zu und fordert ganz offensichtlich Streicheleinheiten ein. So lässt sich die Wartezeit auch verbringen.
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