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Was man auf Skiathos so unternehmen kann


Sonnenaufgang am Stand


Samstag, 10. Juni 2017. Unser erster vollständiger Tag in Skiathos. Ich habe wunderbar geschlafen. Es ist halb sechs Uhr morgens, als wir aufwachen. Über der Ägäis zeigt sich in diesem Augenblick die Morgenröte. Wir beide stehen mit offenem Mund auf der Terrasse und genießen den Anblick. Dieser Platz, dieser Ausblick ist einfach ein Traum!

Frühstück gibt es erst in 1½ Stunden, doch die Zeit bis dahin können wir nicht vertrödeln – wir müssen einfach raus, aber sicher nicht wegen der Saramour“, einer 60 Meter Luxus-Yacht, die draußen im sogenannten Skiathos Channel vor Anker liegt.

Um morgens „abzuhauen“, erweist sich die Architektur des Irida Aegean View als geradezu ideal: Vom Zimmer aus kommt man nämlich direkt in einen Laubengang, der über die Frühstücksterrasse führt, und schon ist man im Freien, ohne an irgendeiner Rezeption vorbei oder irgendjemanden wecken zu müssen. Hier kann man einfach tun und lassen, was man will.

Im Hotel schläft noch alles, kein Mensch ist unterwegs – kein Auto, kein Fußgänger und nicht einmal ein Zeitungsbote. Wir sind ganz für uns allein. 170 Meter nach Süden und 22 Höhenmeter hinunter, und wir sind an der Eparchiaki Odos (Επαρχιακή Οδός), der Hauptverbindungsstraße zwischen Skiathos-Stadt und Koukanaries. Wir wollen sehen, ob es da eine geeignete Bushaltestelle für uns gibt, wenn wir dann mal nach Skiathos-Stadt wollen. Doch dafür haben wir jetzt gar keinen Blick, denn dreißig Meter hinter der Straße beginnt das Meer. Das Wasser der kleinen, relativ unbedeutenden, aber wunderschönen Ftelia Beach ist kristallklar, wunderbar weich und warm. Während wir mit hochgekrempelten Hosenbeinen durch die Wellen waten, geht links von uns über der Skiathos-Halbinsel die Sonne auf. Es ist einfach wunderschön hier. Wir genießen den ersten Kontakt mit dem Meer, albern herum wie Jungverliebte und freuen uns des Lebens. Da müssen wir diese Woche unbedingt noch einmal zum Schwimmen her – dann aber mit Badeklamotten.

Natürlich haben wir auch unseren Plüsch-Delfin Finn dabei. Er war – obwohl Delfin – noch nie im Meer. Zunächst wird er von Susanne getragen, doch nach seiner ewigen Quengelei platziert Susanne ihn schließlich auf einem Felsen. Das ist ihm dann aber doch zu heftig. Man spürt richtig, wie er Angst hat, weggespült zu werden. Seine „Whistles“ werden ungewohnt hektisch, seine Klicklaute immer schneller und seine Fluke schlägt klatschend auf die Wasseroberfläche. Susanne holt den „Vorlauten“ dann einfach wieder zu sich auf den Arm.

Weg zurück zum Hotel


Inzwischen ist es 7:00 Uhr. In einer halben Stunde soll es Frühstück geben, also kehren wir wieder um. An der Straße, die wir überqueren müssen, befindet sich die Bushaltestelle „Megali Ammos, Poseidon Taverna“ der Buslinie 2 zwischen Skiathos-Stadt und Koukounaries. Die Haltestelle ist mit Delfinen gekennzeichnet und der Name „Mytikas“ erinnert uns irgendwie an das deutsche „Miezekatz“ – eine Eselsbrücke, die gut im Gedächtnis bleibt, obwohl das eigentlich gar nicht nötig ist. Die Haltestellen sind nämlich zusätzlich durchnummeriert, sodass man sich für hier nur die Zahl „6“ (éxi = έξι) merken muss.

Schräg gegenüber der Bushaltestelle steht auf einem etwa 1,20 Meter hohen Sockel ein kleines Häuschen, das an eine griechisch-orthodoxe Kirche erinnert. Welche Bedeutung es genau hat, wissen wir allerdings nicht. Aus Thailand kennen wir ähnliche Gebilde, dort nennt man sie San Phra Phum, also Geisterhäuschen. Ob es diesen Brauch auch in Griechenland gibt, können wir nicht sagen.

Der 170-Meter-Weg hinauf zum Hotel hat laut Navi zwar nur 22 Meter Höhenunterschied, doch während dieser beim Abstieg kaum der Rede wert war, bringt mich der Rückweg ganz schön ins Keuchen. Bei jedem Stopp rede ich mich damit heraus, den Oleander oder die Bougainvilleas fotografieren zu müssen.

So abwegig ist die Notlüge aber gar nicht, denn es gibt hier rauf tatsächlich viel zu schauen, zu riechen und abzulichten.

Frühstück


Wir bringen Finn und die Kamera ins Zimmer und gehen anschließend zum Frühstück. Den Weg kennen wir inzwischen schon: Durch den Laubengang gelangen wir zur Terrasse vor dem Pool. In einem Raum links davon ist ein großes Buffet aufgebaut, an dem man sich selbst bedienen kann. Die Auswahl ist riesig, mir persönlich aber zu kuchenlastig und zu süß. Zum Glück gibt es aber auch Käse, Feta, Tomaten, Gurken und Pizzastückchen. Das sagt mir schon eher zu.

Essen kann man sowohl drinnen im Haus als auch draußen auf der Terrasse. Für uns stellt sich diese Frage allerdings gar nicht, genauso wenig wie für die Katze, die sich zu uns an den Tisch gesellt. Gierig hofft sie darauf, etwas vom Frühstück abzubekommen.

Zu Fuß nach Skiathos-Stadt


Nach dem Frühstück wollen wir gegen halb neun zunächst Richtung Skiathos-Stadt, um herauszufinden, wo und wann welche Boote abfahren. Schließlich sind wir vor allem wegen der Delfine hier.

Der Hafen ist vom Hotel aus nur etwa 2 km entfernt – in der Ebene ein Klacks, zumal wir zu Hause ohnehin täglich spazieren gehen. Leider gibt es entlang der Straße aber nur sehr eingeschränkt Gehwege und der Verkehr, vor allem die Taxis, sind unterwegs, als ob ihnen die Straße ganz alleine gehört. Wir weichen deshalb so aus, dass wir in Kurven immer jeweils an der Außenseite gehen, um herannahende Autos frühzeitig zu sehen und reagieren zu können.

Unterwegs passieren wir eine Tankstelle und stellen fest, dass der Sprit (E 10) auf der Insel mit 1,74 € deutlich teurer ist als in Deutschland (1,24 €).

In Skiathos-Stadt angekommen, biegen wir auf Höhe der Bushaltestelle 4 nach rechts ab. Dort kommen wir an einem typischen griechischen Gemüse- und Obstladen, vorbei sowie an der Fischhalle, vor der Katzen bereits auf ihre Gelegenheit warten.

In Skiathos-Stadt


Am alten Hafen von Skiathos-Stadt reiht sich noch immer – wie schon 1995 – ein Ausflugsboot ans andere, insgesamt etwa ein Dutzend, wie wir schätzen. Die „Naftilos“ gibt es leider nicht mehr.

Die Anbieter jetzt haben im Wesentlichen drei Touren im Programm:

  • eine Rundfahrt um Skiathos,
  • eine sogenannte „Mamma-Mia-Tour“ sowie
  • eine Fahrt nach Alonnisos und in den Meeresnationalpark.

Die Tour in den Meeresnationalpark wird allerdings nur montags und donnerstags angeboten und ausschließlich von der „AG „Nikolas““, dem mit etwa 40 Metern Länge größten Ausflugsschiff am alten Hafen.

Neos Kosmos


Viel Auswahl haben wir heute nicht. Lediglich ein Schiff namens „Poseidon(ΠΟΣΕΙΔΩΝ) bietet um 10:00 Uhr eine „Mamma-Mia-Tour“ an, und weil auf dem Plakat mittig unter dem Schriftzug „Dolphin Sheels“, was auch immer das heißen mag, Sheels gibt es nämlich nicht, ein Großer Tümmler aus dem Plakat springt, sagen wir uns: Warum nicht? Hauptsache aufs Meer.

Wir entscheiden uns zu buchen. Doch vor halb zehn passiert hier ohnehin gar nichts, also bleibt noch Zeit, im „Neos Cosmos“ einen Cappuccino zu trinken.


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