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Wenn auch Tiere Urlaub machen – Begegnungen der gemütlichen Art



Endlich ohne Schulklasse – aber auch ohne Tiere


Bis zum Uhu (am rechten Kreis etwa bei1 Uhr) begleiten wir die Park-Mitarbeiterin und die Kinder noch.

Knuddeln verboten


Dafür haben wir bei dem Braunbären Glück. Aber auch die zeigen wenig Aktivität. Wenigstens kann man den entspannt im Schatten liegenden Bären gut fotografieren. Deutlich sieht man seine mächtigen Krallen.

Trotz seiner beeindruckenden Größe wirkt Meister Petz erstaunlich friedlich. Mit seinem dichten, zotteligen Fell und den runden Ohren sieht er beinahe aus wie ein übergroßes Stofftier, das man am liebsten knuddeln würde. Doch dieser Eindruck täuscht gewaltig. Hinter dem gemütlichen Erscheinungsbild verbirgt sich ein kräftiges Wildtier mit enormer Stärke und erstaunlicher Wendigkeit. Gerade dieser Gegensatz zwischen knuffigem Aussehen und respektgebietender Kraft macht den Braunbären so faszinierend.

Luchse im Energiesparmodus


Hundert Meter nach den Bären erreichen wir die Luchse. Eigentlich erwartet man bei diesen eleganten Raubkatzen ja ein bisschen Spannung: ein geschmeidiges Anschleichen, ein plötzliches Aufspringen oder zumindest einen kurzen Moment, in dem die Tiere ein bisschen Action zeigen.

Aber weit gefehlt. Die Luchse haben heute offenbar einen ganz anderen Tagesplan – und der lautet eindeutig: möglichst wenig bewegen.

Selbst das sonst so überzeugende Argument „Futter“ zieht nicht. Die rennende Fressmaschine mit dem aufgebauten Leckerbissen fährt durchs Gehege, aber die Luchse würdigen sie kaum eines Blickes. Kein neugieriges Aufstehen, kein vorsichtiges Anschleichen, nicht einmal ein müdes Zucken der Ohren. Offenbar lautet die Devise: Wenn das Essen nicht von alleine ins Maul fällt, bleibt man eben liegen.

Auch das an einer Seilbahn befestigte Fleischstück, das eigentlich für etwas Bewegung und Beschäftigung sorgen soll, kann die Katzen nicht beeindrucken. Während die Mahlzeit vor ihrer Nase durch die Gegend schwebt, bleiben die Luchse vollkommen unbeeindruckt. Man könnte fast meinen, sie würden denken: „Soll das etwa Bewegung erfordern? Dann lieber nicht.“

So langsam bekommen wir den Eindruck, dass wir nicht vor einem Raubtier-Gehege stehen, sondern vor einem Spa-Bereich für besonders entspannte Katzen. Der Bär zuvor hatte wenigstens noch majestätisch im Schatten gelegen – die Luchse perfektionieren dagegen geradezu die Kunst des Nichtstuns.

Vielleicht haben sie aber auch einfach verstanden, worauf es im Leben ankommt: Wer entspannt genug ist, muss nicht jedem Angebot hinterherlaufen. Selbst wenn es an einer Seilbahn vorbeikommt.

Während ich Geier fotografiere, findet Susanne den Elch


Im linken Kringel der liegenden Acht gibt es nochmal Gänsegeier, in einer begehbare Gänsegeier-Voliere. Aber auch hier kommt man  nur mit der Fütterungsrunde und dann entsprechend mit der Kinderschar rein.

Susanne ist schon vorausgelaufen. Ihr Hauptziel sind die Jungwölfe. Die sind ja überhaupt der Anlass für unser Fährte …

Auf dem Weg zu den Wölfen hat Susanne – ich war immer noch mit den Gänsegeiern beschäftigt – ein tolles Bild von einem Elch gemacht.

Mir ist ein solches Bild noch nie gelungen. Sobald ich nämlich mit der Kamera auftauche, scheint bei den Elchen eine Art unsichtbarer Alarm ausgelöst zu werden. Während andere Besucher scheinbar gemütlich fotografieren können, bleibt mir meist nur der Blick auf das Hinterteil eines davonlaufenden Tieres – wenn ich überhaupt noch so viel Glück habe. Woran liegt es nur? An meinem Geruch? An meiner Größe? Oder vielleicht an meinem konzentrierten Fotografenblick, der sie glauben lässt, ich hätte eine Flinte in der Hand. Vielleicht halten sie mich aber auch für Utgardloki oder einen anderen Jötunn aus der nordischen Mythologie – eine Gestalt, vor dem man sich besser in Sicherheit bringt.


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