Abschied von der Insel und Rückflug nach München
Abschied
Dann, nach fast endlosen zwei Stunden, tut sich endlich etwas: Unser Transfer zum Flughafen kommt. Wir verabschieden uns, tragen die Koffer zum Auto und fahren los. Es nieselt leicht. Nicht genug, um von Regen zu sprechen, aber genug, um die Straßen dunkel glänzen zu lassen und dem Abschied eine melancholische Note zu verleihen. Nach wenigen Minuten erreichen wir die Ringstraße oberhalb der Stadt. Von dort geht es Richtung Flughafen – über enge Kurven, vorbei an parkenden Autos, plötzlich auftauchenden Motorrollern und Touristen, die versuchen, sich – ohne auf den Verkehr zu achten – vor dem Regen in Sicherheit zu bringen. Kein Wunder, dass unser Fahrer für die gerade einmal 4½ Kilometer zum Flughafen fast eine halbe Stunde braucht. Alles eigentlich genauso wie bei unserer Ankunft vor einer Woche.
- Es nieselt leicht.
- Das Meer liegt grau unter dem Nieselregen.
Am Flughafen
Vor uns erscheint das Flughafengebäude, das fast provisorisch wirkt, wenn man bedenkt, dass hier in einem Jahr rund eine Viertelmillion Urlauber ankommen oder die Insel wieder verlassen. Wenige Augenblicke später halten wir vor dem Terminal.
- Kurz vorm Flughafen
- Das Terminal im Regen
Check in
Wir verabschieden uns vom Fahrer und gehen rein ins Gebäude. Das Terminal ist kaum größer als ein Dorfbahnhof, also keine langen Wege, kein großes Flughafengefühl, eher alles dicht bei dicht. Flug CFG 1605 21:35 Uhr nach München wird schon angezeigt und der Condor-Schalter hat auch schon auf. Dann geht alles recht schnell: am Schalter anstehen, Koffer aufgeben und dann hat man auch schon die Bordkarten in der Hand. Anschließend ziehen wir mit der Kamera noch mal los – im Terminal selbst kann man ja nichts machen.
Fasane
Wenige hundert Meter südlich des Terminals wird es überraschend ruhig. Dort, wo das Flughafengelände langsam in Buschwerk und Schotterflächen übergeht, entdecken wir direkt neben der Startbahn einen Edelfasan. Während im Minutentakt Flugzeuge starten und landen, spaziert der Vogel völlig unbeeindruckt durch das Gras. Oben Triebwerkslärm, unten Natur und Gelassenheit.
- Fasane am Rand der Landebahn
- Fasane am Rand der Landebahn
Die letzten Minuten
Um halb neun sind wir dann im Terminal zurück. Alles bereit für den Rückflug. Sicherheitskontrolle – eng, aber zügig – und schon stehen wir im kleinen Wartebereich mit Blick aufs Rollfeld. Draußen rollen die Flugzeuge fast zum Greifen nah vorbei. Um kurz vor neun beginnt schließlich das Boarding. Wie so oft auf so kleinen Insel-Flughäfen laufen wir zu Fuß über das Vorfeld direkt zur Maschine. Keine Boarding-Bridge, kein Bus, nur ein paar Meter Asphalt zwischen Terminal und Flugzeug. Um 21:06 Uhr steigt Susanne die Treppe hinauf. Natürlich muss auch das fotografiert werden. Danach noch schnell ein letztes Bild vom Triebwerk, bevor auch ich an Bord gehe.
- Boarding
- Ein letzter Blick auf die Maschine
Während wir auf den Start warten, lasse ich die Woche noch einmal Revue passieren. Was bleibt von Skiathos?
- Klimatisierte Busse für 1,60 Euro,
- Wasser für 50 Cent in praktisch jedem Lokal,
- überraschend viele Frauengruppen, die gemeinsam Urlaub machen,
- die griechische Eigenheit, Toilettenpapier grundsätzlich nicht in die Toilette zu werfen.
- und schließlich, dass sich viele Toilettentüren gar nicht abschließen lassen.
Tirana?
Etwa vierzig Minuten nach dem Start sehen wir die Lichter einer größeren Stadt unter uns. Wenn meine Überlegung stimmt, müsste das Tirana sein. Wenig später werden aber auch die letzten Wo-sind-wir-Gedanken von der Müdigkeit weggedrückt.
- Tirana
- Ankunft in München bei Nacht
In München gelandet
Um 22:40 Uhr landen wir schließlich in München. Unser Koffer lässt sich Zeit und erscheint erst um 23:07 Uhr auf dem Gepäckband – als Allerletzter. Frei nach dem Motto: „Die Ersten werden die Letzten sein.“ Vielleicht hätten wir ihn in Skiathos doch nicht ganz so früh aufgeben sollen.
- Unser Koffer
- Im Tower arbeiten die immer noch.
Bis wir endlich aus dem Gepäck-Claim herauskommen, ist es viertel zwölf. Um halb zwölf sind wir auch durch den Zoll durch. Das ist dann dieser Moment, wo alles Offizielle hinter dir liegt und du wieder frei atmen kannst.
Letzte Kilometer, letzte Gedanken
Der Bus zum P41 fährt um zehn vor zwölf. Dort steht unser Panda. So kurz nach Mitternacht wurde er – seit wir ihn haben – vermutlich noch nie bewegt. Es ist kurz vor Neumond, also Kuhnacht, als wir auf die A 92 auffahren. Die Autobahn ist nahezu leer. Meine ganze Konzentration reduziert sich auf das Scheinwerferlicht, den Asphalt unter den Rädern und das Gefühl, schon längst ins Bett zu gehören. Um viertel zwei erreichen wir schließlich Mering. In diesem Moment kippt etwas. Nicht ins Negative. Eher in die völlige Erschöpfung. Das Auto bleibt vor der Garage stehen und die Koffer – nachdem wir sie in den zweiten Stock hochgewuchtet haben – auch. Sie bleiben einfach stehen, wo sie gerade stehen. Es reicht jetzt einfach! Kein Auspacken mehr, kein Sortieren, kein Nachdenken. Nur noch hinsetzen, ein großes Glas Wasser, und dann ein Bier – nicht aus Durst, sondern als Übergang zwischen unterwegs und angekommen sein. Während wir so sitzen, klopft das „kleine Männchen“ an und meint: „Ihr seid aber auch verrückt! Warum nehmt ihr einen Flug, bei dem ihr erst weit nach Mitternacht zu Hause ankommt? Ihr seid doch nicht mehr zwanzig.“
Ohne Widerworte fallen wir schließlich ins Bett. Die Nördlichen Sporaden haben wir inzwischen 1.500 Kilometer hinter uns gelassen, die Erinnerungen daran nicht.
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