Rila Park Stemwede-Levern – Eine Reise in der Reise
Im Garten der Welt
Gegen dreiviertel drei sind wir dann doch da. Vor dem Eingangsbereich fällt der Blick auf eine kleine Steinbrücke, ein Teehäuschen sowie verschlungene Bachläufe, die den japanischen Garten zieren. Anschließend gehen wir direkt durch zur „Taverne Asteraki Moy“, wo wir uns erst mal hinsetzen und einen große Flasche Wasser trinken. Erst danach kommt der Genuss. Was die anderen genommen haben, weiß ich gar nicht, ich jedenfalls hatte einen großen Cappuccino und einen super leckeren Erdbeerkuchen.
- Plan vom Rila-Park
- Wir lassen es uns gut gehen.
Garten der Sinne
Anschließend wandeln wir durch den „Garten der Sinne“. Zwischen duftenden Pflanzen, bunten Blumenbeeten und kleinen ruhigen Ecken wird es schnell sehr entspannt. Dabei zeigt sich überraschend, dass Christiane ein richtiger Blumenfan ist – das hatte ich so gar nicht gewusst.
- Christiane hält die Botanik fest.
- Fauna und Flora im Rila-Park
Zwischen ihr und Susanne entsteht sofort ein lebhaftes Gespräch über ein gemeinsames Hobby, als würden sich die beiden schon ewig kennen, was ja gar nicht der Fall ist.
Alltagsmenschen – Skulpturen zwischen Realität und Illusion
Wir schlendern weiter durch den Park. Die Skulpturenreihe „Alltagsmenschen“ wurde vom Künstler-Duo Christel und Laura Lechner geschaffen. Typisch für diese Figuren ist ihre oft etwas korpulente, ganz alltägliche Erscheinung. Genau das macht sie aber besonders sympathisch, denn sie entsprechen bewusst keinem idealisierten Schönheitsbild. Gerade diese Natürlichkeit verleiht ihnen aber ihren besonderen Charme und lässt sie sehr lebendig und nahbar wirken, so nahbar, dass ich erst dachte, das sind echte Menschen wie wir, und mich gar nicht getraute, sie zu fotografieren.
- Alltagsmenschen
- Vogel Strauß aus Metall
Anschließend führt der Weg in den afrikanischen Garten. Typische namibische Himba-Hütten, lebensgroße Giraffen und eine ganze Affenfamilie aus Metall und Stein prägen das Bild. Dazwischen stehen markante Steinblöcke mit eingeritzten Figuren und ungewöhnliche Pflanzen. Besonders ins Auge fällt mir die Metallfigur eines Laufvogels, der an einen Strauß oder Emu erinnert und der Anlage eine lebendige, fast spielerische Note verleiht.
Sonnenuhr und Körperschatten
Im Park entdecken Christiane und ich dann eine ungewöhnliche Sonnenuhr. Hier gibt es keinen festen Zeiger – stattdessen sind wir selbst die Gnomonen, also die Stangen, deren Schattenwurf die Zeit anzeigt. Im Zentrum der Uhr verläuft eine Linie, auf der verschiedene Monate eingetragen sind. Man muss sich lediglich auf den aktuellen Monat stellen – in unserem Fall auf Juni, und schon zeigt der eigene Schatten auf den Stein mit der eingravierten XVI. Ist das nicht irre? Ohne Kabel zwischen Stein und Kamera zeigen die EXIF-Daten meiner Bilder das Gleiche: 16:14 Uhr.
- Schatten der Zeit
- – Stundengenaue Zeitangabe
Griechische Welt im Osnabrücker Land
Ein großer Teich mit einem Steg aus Steinplatten bildet den Mittelpunkt des griechischen Bereichs und sorgt für eine ruhige, fast mediterrane Stimmung.
- Griechischer Bereich
- Im Hintergrund das Café
Dahinter liegt die in typisch Griechen-Blau gehaltene griechische Taverne „Asteraki Mou“, in der wir vorher gemütlich Kaffee getrunken und Kuchen gegessen haben.
Perle in der Natur
Finn gefällt besonders die „Perle in der Natur“, die vom Bad Essener Schmiedemeister Dirk Höller geschaffen wurde. Aus einer großen Muschel sprudelt Wasser, das nicht nur dekorativ wirkt, sondern auch ganz praktisch zur Durchlüftung der Wasserwelten beiträgt und damit Teil des Gesamtkonzepts ist.
- Finn und die „Perle in der Natur“
- Rüdiger und Christiane freuen sich sehr über ihr Wiedersehen
Nicht weit davon entfernt steht die griechisch-orthodoxe Kapelle eines kleinen mediterranen Dorfes. Sie ist sinnbildlich für die griechische bzw. mediterrane Kultur und orientiert sich in ihrer Bauweise an orthodoxen Vorbildern. Gleichzeitig vermittelt sie die Atmosphäre eines Dorfplatzes oder einer kleinen Inselkirche und bleibt dabei bewusst eine stimmungsvolle Kulisse ohne reale kirchliche Funktion.
Davor fotografiert Susanne dann zwei Menschen, die sich am 13.12.1988 zehntausend Kilometer von Zuhause entfernt in einem Hostel in Manila kennengelernt haben und dann gemeinsam zu einem Konzert von Freddie Aguilar ins „Hobbit House“ gingen. Seitdem ist ihre lose Verbindung über 38 Jahre hinweg nie ganz abgerissen – und genau hier im Park wird dieses lange gemeinsame Stück Lebensweg für einen Moment wieder sichtbar. Klasse, dass wir beide so tolerante Ehepartner haben, dass sie dieses Treffen ermöglichen.
Spanien unter Glas
Neben dem afrikanischen Garten fällt sofort ein weißes, rundes Gebäude mit Glasdach ins Auge. Es beherbergt den neuesten Gartenabschnitt des Rila-Parks: den „Patio al-Andalus“. Betritt man den Innenhof, bleibt die Außenwelt plötzlich außen vor. Kunstvolle Mosaike und filigrane Ornamente, die an die Alhambra in Granada erinnern, schmücken die Wände. Ein zentraler Brunnen, kleine Wasserläufe und spiegelnde Wasserflächen sorgen gemeinsam mit den Pflanzen und den schattigen Arkaden für eine ganz besondere Atmosphäre. Außer dem leisen Plätschern des Wassers ist kaum etwas zu hören. Für einen Moment fühlt es sich an, als stünde man mitten in einem maurischen Palastgarten im Süden Spaniens. Die Hitze jedenfalls passt.
- Ein Hauch von Granada
- Es gibt so viel zu erzählen.
Gleich nebenan befindet sich ein weißer, von Rosen umrankter Pavillon. Er liegt am Rand eines liebevoll gestalteten, herzförmigen Gartens mit Rosenstöcken, Buchsbaum und duftendem Lavendel. Eine Bank lädt zum Verweilen ein und macht den Garten zu einem ruhigen und stimmungsvollen Ort.
Der Geschmack der Welt
Am Schluss unserer „kleinen Reise um die Welt“ sind wir im Laden angekommen, in dem tausende Gewürze verkauft werden – und die Preise überraschen mich wirklich. Wer in München bei Dallmayr oder Käfer einkauft (früher auch bei Schuhbeck), weiß, dass man dort für Vergleichbares oft ein Vielfaches bezahlt.
- Zwischen Gewürzen und Geschichten
- Wie aus 1001 Nacht
Besonders beeindruckend ist für mich die liebevolle Dekoration im Laden. Im Beduinenzelt scheint die ganze Welt der Gewürze so richtig lebendig zu werden: Safran, Kardamom, Kreuzkümmel, Zimt, Koriander, Nelken und viele weitere lassen sich hier fast schon riechen und schmecken, noch bevor man sie überhaupt in die Hand nimmt.
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