2025-AHBF-Adventskalender-12
Lichter, Loks und Leben – Ein Blick auf das Gleisvorfeld
Während sich links majestätisch die Südfassade des Anhalter Bahnhofs erhebt, breitet sich rechts das lebhafte Gleisvorfeld aus. Neun Gleise teilen sich vier Bahnsteige. Ein Mikrokosmos der Bewegung. Auf Gleis 1 wartet ein VT 135 Richtung Lichterfelde und auf Gleis 4 rangiert eine preußische P4, und auf Gleis 9 glänzt der beige-violette SVT der Bauart Köln, der dort auf seine Abfahrt nach Wien wartet.
Östlich des Gleisvorfelds, vor den S-Bahn-Arkaden verläuft die Möckernstraße, wo die Gäste an diesem schönen Abend – direkt in der Kurve – in Rick’s legendärem Café Americain ihr Feierabendbierchen zu sich nehmen. Ganz nebenbei, mit Rick verbindet mich übrigens eine „wunderbare Freundschaft“. Rechts vom Rick’s gibt es ein Getränkelager, das ich – natürlich – auch komplett selbst gebaut habe. Auf den Bahnsteigen herrscht reges Treiben: beleuchtete Lampen werfen warme Lichter auf unzählige Preiser-Figuren, die auf Bänken sitzen, eilig umherlaufen oder Fahrpläne studieren, deren Details der Miniaturwelt Leben einhauchen.
An der Haltestelle „S-Bahn-Unterführung“ steigen Menschen in den Büssing-Bus ein, während an der Haltestelle beim Getränkelager gerade der Doppeldeckerbus mit der Meeresakrobaten-Werbung vorbeifährt.
Jeder Quadratzentimeter südlich des Anhalter Bahnhofs atmet Geschichte und Modellbauleidenschaft. Hier trifft Präzision auf Kreativität. Wer hier verweilt, spürt die Verbindung von Technik, Geduld und Fantasie. Ein Vorfeld, das weit mehr ist als nur Gleise und Gebäude – es ist ein Stück Berliner Geschichte, eingefroren in Spur N, und dennoch voller Dynamik.
