2025-AHBF-Adventskalender-19
Von Walen, Weltenschöpfern und Wahnsinn
Günther’s Pottwalrippe und die Magie echter Geschichten
Wenn es um unglaubliche Menschen und deren Geschichten geht, führt kein Weg an meinem Freund Günther vorbei. Ich könnte ihm stundenlang zuhören, wenn er erzählt, wie er in aller Welt aus toten Walen [Kuramathi (Malediven), Maskat (Golf von Oman) oder Domenica (Karibik), um nur einige zu nennen] Präparate für Museen, Bildungsprojekte und die Wissenschaft erschaffen hat.
Als Ergebnis dieser Einsätze stehen dort – ganz real – Skelette von Pottwalen und Zwergpottwalen. Und jedes Mal, wenn ich so ein Präparat sehe, fühle ich mich ein bisschen an die nordische Mythologie erinnert, wo Odin, Vili und Vé aus den Resten des Riesen Ymir die Welt erschufen:
- aus dem Fleisch das Land,
- aus seinem Schädel den Himmel,
- aus seinem Blut das Meer
- und aus seinen Knochen die Berge.
Günther ist also quasi der „Erschaffer der Berge“. Seemannsgarn oder Fakten? Keine Ahnung! Aber Günthers Walpräparate sind real – und trotzdem unglaublich.
Um Günthers Arbeit zu würdigen – und die Frage nach dem „Seemannsgarn“ auf meiner Anlage weiterleben zu lassen –, habe ich am West-Bahnsteig der S-Bahn-Station „Behrmann-Platz“ die Kneipe „Günther’s Pottwalrippe“ eingebaut. Sie sitzt im Erdgeschoss des Tunnelhauses der S-Bahn. „Tunnelhäuser? Du spinnst doch!“ – könnte man meinen. Und doch: Hätte ich solche Häuser in Berlin nicht selbst gesehen, ich hätte sie sofort ins Reich der Fantasie befördert.
Wie ihr seht: Es gibt nichts, was es nicht gibt. Auch auf meiner Anlage nicht. Und so darf Günther – und jeder, der mag – in „Günther’s Pottwalrippe“ weiterhin fröhlich seine Geschichten erzählen.

Am 19. Dezember 2025 um 09:29 Uhr
Sieht klasse aus und macht Lust einzukehren. :o)