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MOSKAU – TOMILINO – ST. – PETERSBURG

Frühstück


Zum Frühstücken gehen wir ins Шоколадница (Schokoladnitsa, Schokoladenmädchen) im Newski Prospect 18. Alena trinkt Latte Macchiato mit Marshmallows oben drauf, wir anderen Cappuccino. Der ist zwar nicht gerade billig, mit (geschätzt) 0,4 Litern aber riesig. Dazu essen wir irgendwelche „Hörnchen“, die mit Fleisch, Petersilie und Ei gefüllt sind. Alena hat etwas Ähnliches, nur eben mit Lachs gefüllt anstatt mit Fleisch. Das war super lecker und ist unbedingt zu empfehlen.

Ich weiß nicht, wie es Alena schon wieder geschafft hat, aber als wir rausgehen, steht bereits der Uber vor der Tür (ein Opel mit der 890 im Kennzeichen) und bringt uns zum Admiraltejskaja Nabereschnaja 2, wo um 8:45 Uhr das Tragflächenboot nach Peterhof abfährt.

Mit dem Tragflügelboot nach Peterhof


Heute wollen wir zur etwa 25 km entfernten Zarenresidenz Peterhof. Dazu nehmen wir ab der Admiraltejskaja Nabereschnaja 2 (das ist direkt beim Ehernen-Reiter-Denkmal) ein Meteor-Tragflügelboot, auf das 73 Personen passen. Die Fahrt kostet 500 Rubel (etwa 8,50 €).

In der vorderen Kabine gibt es große Panoramafenster, die aber so verkratzt sind, dass an ein Fotografieren – mit meinen Ansprüchen – nicht zu denken ist. Nach dem Start gehe ich deshalb in die Mitte des Schiffs, wo man einigermaßen erhöht im Freien stehen kann.

Auf der Großen Neva, um Vasilyevsky Insel herum (an Börse und Rostral-Säulen vorbei) und auch anschließend auf der kleinen Neva geht’s ja noch ganz gemächlich.

Sobald man aber unter der erst vor kurzem fertiggestellten Brücke der Autobahn „Western-High-Speed-Diameter“ hindurch ist, gibt das Tragflügelboot „voll Stoff“. 60 km/h oder 32,5 kn kann das Boot erreichen. Alles wackelt und vibriert. Der Fahrtwind reißt an den letzten verbliebenen Haaren und knallt auf die Augen, dass diese trotz Brille weh tun. Aber was nimmt man nicht alles in Kauf für Fotos? Mit ner Knipse oder mit nem Handy – denke ich – kannst Du´s hier vergessen. Unter 1/1000 s ist einfach nichts drin.

Wir rasen an der 45 Meter hohen Kuppel des Piterland-Aquaparks vorbei, wo man 365 Tage im Jahr Sonne tanken kann …

… und dann an der Baustelle des Lakhta-Centers, wo für Газпром (Gazprom, hat da nicht Schröder mit was zu tun?) das höchste Gebäude Europas entstehen soll. Mit geplanten 462 Metern fast eineinhalb Mal höher als der Eiffelturm, drei Mal höher als der höchste Kirchturm der Welt, das Ulmer Münster, und sogar noch höher als das Empire State Building in New York.

Die Anlegestelle in Peterhof liegt im Norden des Unteren Gartens, direkt am Ende des 400 Meter langen schnurgeraden Meereskanals, der den Palast mit dem Finnischen Meerbusen verbindet und den Unteren Garten symmetrisch in einen Ost- und Westteil trennt.

Peterhof


Wir kommen in Peterhof an und müssen dort erst Mal 13 € Eintritt für den Park bezahlen. Aber der Besuch des ehemaligen Sommerpalasts des Zaren und Weltkulturerbes der UNESCO ist einfach ein absolutes Muss!

Die große Kaskade


Entlang des Meereskanals gehen wir durch den Unteren Garten Richtung Großem Palast. Wir sind gerade rechtzeitig da, denn um 11:00 Uhr wird in einer feierlichen Zeremonie die Große Kaskade mit ihren 138 Fontänen und der Samson-Fontäne  in der Mitte aktiviert.

Dichtgedrängt stehen die Menschen auf sämtlichen Wegen und noch dichtgedrängter auf den Brücken über dem Kanal. Mittendrin ich. Und da sind sie dann wieder, die Sie-sind-so- groß-können-Sie-mich-nicht-vorlassen-Tanten. Da könnte ich platzen. Die können – genau wie ich – rechtzeitig kommen. Als mich eine richtig massiv zur Seite schupsen will, erwidere ich ihren Wunsch nach Körperkontakt und knuddel sie. Das wirkt, auch über Sprachbarrieren hinweg.

Blickt man Richtung Großem Palast, sieht man unterhalb fünf dunkle Torbögen. Sie gehören zur Unteren Grotte. Links und rechts ist die Untere Grotte mit siebenstufigen Kaskaden begrenzt. Oberhalb ist die Obere Grotte, die man von hier aus aber nicht einsehen kann. Vor der Unteren Grotte, am Ende des Meereskanals, auf deren hinterster Brücke ich stehe, erkennt man die Skulptur zur Samson-Fontäne. Sie symbolisiert den Sieg Russlands über Schweden in der Schlacht von Poltawa in dem Samson (Russland) dem Löwen (Schweden) das Maul aufreißt. Den Sockel, auf dem Samson steht, schmücken (neben vier Löwenköpfen) übrigens auch acht Delfine. Mal sehen, ob ich da nachher noch näher rankomme.

Zu ergreifender Musik gehen die Fontänen an, zunächst ganz vorsichtig, um dann mit aller Kraft in die Höhe zu schießen. Was dabei erstaunlich ist, für das ganze Spektakel braucht man nicht eine einzige Pumpe. Peter der Große und sein Team haben dafür speziell ein System entwickelt, bei dem unterirdische Quellen und das natürliche Gefälle des Geländes so genutzt werden, dass – wenn man die entsprechende Schieber öffnet – die Fontänen mit Wasser versorgt werden.

Nach dem Spektakel (alle hetzen nun hoch zum Großen Palast) gehen wir die Hauptallee rechts weg in den westlichen Teil des Unteren Gartens.

Eva-Brunnen und Löwen-Kaskade


Dort steht einer der ältesten Brunnen in Peterhof, der Eva-Brunnen. Sein Pendant, der gleichalte Adam-Brunnen, steht (gleich weit weg vom Meereskanal) im östlichen Teil. Sowohl beim Eva- als auch beim Adam-Brunnen sind die Statuen von 16 Fontänen umgeben und stehen in einem achteckigen Becken.

Wir gegen die Hauptallee weiter zur Löwen-Kaskade.

Die Löwen-Kaskade ist nach den vier Löwen benannt, die an jeder Ecke des etwa 30 x 17 Meter großen Beckens liegen. Im Zentrum dieses Beckens steht eine Art Tempel, der an allen Seiten mit Granit-Säulen umgeben ist, außer im Süden. Insgesamt sind es 14 Säulen. Mittendrin steht die Skulptur einer jungen Frau.

Skulpturen auf dem Weg zur Menager-Fontäne


Überall stehen Skulpturen und Statuen, die ich nicht alle im Einzelnen zuordnen kann.

Diese im Jahr 2000 aufgestellte Büste allerdings kann ich zuordnen: Sie zeigt die leider schon mit 19 Jahren verstorbene Lieblingstochter von Zar Nikolaus I. und dessen Frau  Alexandra Fjodorowna: Alexandra Nikolaevna Romanowa.

Menager-Fontäne


Die Menager-Fontäne (franz: ménager = sparsam umgehen mit) heißt so, weil sie, um einen 15 Meter hohen Wasserstrahl zu erzeugen, angeblich extrem wenig Wasser braucht.

Schlösschen Marly


Das Schlösschen Marly heißt so, weil Peter I. im Jahre 1717 den französischen König Ludwig XIV. in dessen Schlösschen Marly-le-Roi besuchte und etwas Vergleichbares nun auch haben wollte. Das Schlösschen steht auf einer Art Damm zwischen zwei Teichen, einem in vier Segmente aufgeteilten halbrunden Teich auf der Westseite (Durchmesser 75 Meter) und einem 75 mal 150 Meter großen rechteckigen Teich auf der Ostseite.

Hier können Angler (zunächst kostenlos) bei der Jagd auf Störe ihr Glück versuchen. Fangen sie einen Fisch und lassen ihn wieder frei, kostet das 1.000 Rubel (15 €). Wollen sie den Stör aber lieber auf dem Teller, müssen sie pro Kilo 2.500 Rubel hinlegen. Wenn man bedenkt, dass ein Stör schon mal zwei Zentner und mehr auf die Waage bringen kann, kann das mächtig ins Geld gehen (100 Kilo würden dann schon mit 3750 € zu Buche schlagen).

Eichhörnchen-Wald


Auf dem Weg zurück zum Meereskanal treffen wir unterwegs auf tierische Bewohner des Unteren Gartens, Eichhörnchen und Buchfinken.

Alena versucht, die Nager mit Nüssen anzulocken, doch die Nüsse interessieren offenbar weniger, vielmehr scheint der „Baumfuchs“ Interesse daran zu haben, auf Alena rumzukraxeln und dann abzuhauen, was Alena ganz ihr sonst perfektes Deutsch durcheinander bringt, als sie ruft: „Es hat mich geklettert!“

Mahlzeit


Auf halbem Weg zum Meereskanal liegt links das Restaurant Standart. Wir setzen und hin und bestellen ein alkoholfreies Bier. Aber das war dann wohl nichts, hier ist man wohl eher auf Gäste aus, die groß essen wollen.

Das macht aber nichts, denn gleich nebenan ist ein wesentlich billigerer Self-Service, wo man sogar noch draußen sitzen kann.

 

 


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