Homepage / Suche / Gästebuch / Impressum

MOSKAU – TOMILINO – ST. – PETERSBURG

Palastplatz


Wir gehen den Ньюский проспект (Newski Prospect) hoch und dann rechts rein in die Улица Большая Морская (Bolshaya Morskaya Straße). Von deren Ende hat man durch Torbögen hindurch einen fantastischen Blick auf den Дворцовая площадь (Palastplatz), die Государственный Эрмитаж (Eremitage) und die Александровская колонна (Alexandersäule).

Der Palastplatz ist der größte und imposanteste Platz in St. Petersburg. Im Norden sieht man die einstige Zarenresidenz, den barocken Winterpalast, im Süden schließt das im klassizistischen Stil erbaute Generalstabsgebäude mit seinem Triumphbogen den Platz ab.

Alexandersäule


Im Zentrum desPalastplatzes steht die Alexandersäule. Die (mit Sockel und Engel) 47,5 Meter hohe dorische Säule markiert den Mittelpunkt des Palastplatzes. Sie wurde nach dem Sieg der russischen Armee gegen Napoleon zu Ehren Alexander I. aufgestellt, der in dieser Zeit regierte. Der Sockel trägt die Inschrift „Für Alexander vom dankbaren Volk“.

Die eigentliche Säule (ohne Sockel und Engel) besteht aus einem einzigen Rapakiwi-Monolithen. Dieser ist 600 Tonnen schwer, über 25 Meter lang und hat einen Durchmesser von dreieinhalb Metern. 3000 Männer sollen die Säule ohne die Hilfe moderner Kräne oder anderer Maschinen in nur zwei Stunden aufgestellt haben. Heute gilt die Säule als das größte Denkmal der Welt, das ohne Verankerung, nur durch sein Eigengewicht, stabil steht.

Winterpalast, Kleine und Große Eremitage


Der Winterpalast wurde 1754 von der damaligen Zarin Elisabeth in Auftrag gegeben. Die weißen Säulen und die goldenen Verzierungen bilden einen wunderschönen Kontrast gegenüber der türkisgrünen Fassade. Heute gehört der Winterpalast zu insgesamt fünf Gebäuden, in denen das „Eremitage-Museum“ untergebracht ist, eines der ältesten, berühmtesten und größten Kunstmuseen überhaupt. Die meisten Ausstellungsstücke findet man im Winterpalast. Zum „Eremitage-Museum“ gehören aber auch noch die Kleine, die Große und die Neue Eremitage sowie das Eremitage-Theater.

Die Katzen der Eremitage


Zwischen dem Winterpalast und der kleinen Eremitage gibt es einen kleinen, allerdings mit Gittertoren versperrten Durchgang, der den Blick zur Neva freigibt. Dort steht ein außergewöhnliches „Verkehrszeichen“: Eine Katze auf einem Zebrastreifen. Dieses „Verkehrszeichen“ weist darauf hin, die Katzen zu achten, die seit über 200 Jahren hier Wohnrecht haben, erteilt von der Kaiserin höchstpersönlich.

Früher sollten die Katzen dafür sorgen, dass die in den Kellern eingelagerten Kunstschätze nicht von Mäusen oder Ratten angenagt werden. Heute streifen die Katzen nicht mehr durch die Ausstellungssäle, so wie es bei Katharina der Großen vielleicht mal der Fall war. Ihre Aufgabe besteht einzig und alleine darin, da zu sein. Eine Eremitage ohne Katzen? Das wäre einfach unvorstellbar! Die Eremitage-Katzen sind Kult! Einmal im Jahr soll es sogar einen speziellen Eremitage-Katzen-Tag geben, bei dem die Besucher Schlange stehen, um die „Katzen-Gemächer“ in den Eremitage-Kellern zu besichtigen und die eine oder andere Samtpfoten zu adoptieren.

Die Neue Eremitage


Die Neue Eremitage – vom Palastplatz aus gesehen rechts neben dem Winterpalast und als einziges Gebäude des „Eremitage-Museums“ nicht an der Neva gelegen – entstand zwischen 1839 und 1852 als letztes der Gebäude des Eremitage-Komplexes. Es wurde speziell dafür gebaut, um darin ein Museum unterzubringen.

Für mich besonders auffallend ist der Portikus, wo anstelle von Säulen zehn überlebensgroße Atlas-Figuren aus Granit das Gebälk tragen.

Eremitage-Theater


Das Eremitage-Theater rechts von der Neuen Eremitage wurde bereits im Jahre 1787 fertiggestellt. Auch heute finden dort noch Ballett-, Konzert- und Opernvorstellungen statt, welche von zahlreichen begeisterten Besuchern genossen werden.

Open Air und live


Um sich von Musik begeistern zu lassen, brauchen wir aber kein Theater. Begeisterung kann auch ohne viel Brimborium entstehen. Das zeigen zwei junge Künstler auf dem Palastplatz, die u. a. Stücke der russischen Rockbands Кино (Kino) oder Аквариум (Aquarium) spielen. Beide Gruppen und deren Sänger Виктор Цой (Wiktor Zoi, Kino) und Борис Гребенщиков (Boris Borissowitsch, Aquarium) sind in Russland Legenden.

Alena kann jedes der Stücke mitsingen, sei es изменения (Veränderungen) von Kino oder изменения (Die goldene Stadt) von Aquarium. Wir andern hören nur gebannt zu.

Und damit wir auch mitbekommen, was Alena so begeistert, hat sie uns alle Stücke übersetzt. Die Kino-(Zoi)-Lieder sind eher kritisch (elektrisches Licht verlängert zwar unseren Tag, die Streichholzschachtel aber ist leer) und die von Aquarium (Borissowitsch) eher gefühlvoll und poetisch (… in einer goldenen Stadt gibt es Tiere von beispielloser Schönheit … und … am blauen Himmel leuchtet ein Stern, der dir gehört …).

Militärausstellung


Der Palastplatz ist so riesig, dass eine Veranstaltung die andere nicht stört. In der Nordwestecke des Platzes ist eine Militär-Ausstellung, ich nehme an, von einem historischen Verein

Leider habe ich nicht verstanden, was dort propagiert wurde und unsere „Reiseleiterin“ Alena ist immer noch bei Kino und Aquarium.

Feierabend


Langsam wird es Abend am Palastplatz. Ich denke, wir sollten es für heute dabei belassen, schließlich waren wir heute früh noch in Moskau und jetzt haben wir auch schon wieder eine 68o km-Bahnfahrt hinter uns, den Einzug ins neue Quartier, die Blutskirche, die Kasaner-Kathedrale, den Palastplatz und, und, und …

In ein Restaurant möchten wir nicht mehr, da hat uns das Il Patio heute die Stimmung zu sehr vermiest. Wir kaufen uns in einem Laden noch ein Bierchen (übrigens: In Moskau kann man in den Läden Alkohol bis um 21:00 Uhr kaufen, in St. Petersburg bis um 23:00 Uhr) und ein paar Chips und lassen den Abend im riesigen Wohnzimmer unseres Appartements ausklingen.

 

 


< zurück weiter >
Moskau, Tomilino und St. Petersburg – INHALTSVERZEICHNIS
HAUPTGRUPPE BERICHTE