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MOSKAU – TOMILINO – ST. – PETERSBURG

Grabmal des unbekannten Soldaten


Wir rennen an allen Bauwerken vorbei durch das Воскресенский Ворота (Auferstehungstor) und kommen – zu spät. Die Wachablösung ist genau in diesem Augenblick vorbei.

Das hat aber auch sein Gutes. Kein Tourist läuft mir mehr durch´s Bild, wenn ich den Wachhabenden neben dem Grabmal fotografiere.

Wir gehen vom Alexandergarten zurück Richtung Auferstehungstor. Rechter Hand steht vor einem großen roten Gebäude, in dem das Государственный исторический музей (das Staatliche Historische Museum Moskau) untergebracht ist, das Памятник маршалу Жукову (Marshal-Zhukov-Monument).

Das General-Schukow-Denkmal und der Ausgangspunkt aller russischen Fernstraßen


Георгий Константинович Жуков (Georgi Konstantinowitsch Schukow) ist international bekannt als Sieger der Schlachten um Stalingrad (1942/1943) und Berlin (1945). Außerdem war er als Vertreter der Sowjetunion dabei, als die deutsche Wehrmacht am 7. Mai1945 in Berlin Karlshorst bedingungslos kapitulierte.

Schon ein beklemmendes Gefühl, so nahe mit unserer düsteren Vergangenheit konfrontiert zu werden. Umso schöner, dass wir heute in Frieden und Freundschaft Russland besuchen können und seit nun fast drei Jahren eine wundervolle russische Frau in unserer Familie haben. Sie ist eine wirkliche Bereicherung.

Das Auferstehungstor wurde 1995 nach alten Vorlagen wieder neu errichtet. Zwischen den beiden Torbogen befindet sich die kleine Kapelle zur Iberischen Gottesmutter. Angeblich soll es früher keinen einzigen Moskauer gegeben haben, der nicht vor einer Reise vor der Ikone in der Kapelle gebetet hatte. Hier war also der Anfang einer jeden Reise. Ist das der Grund, dass man von der Bronzeplatte, die heute im Boden vor der Kapelle eingelassen ist, als dem „Ausgangspunkt aller russischen Fernstraßen“ spricht? Wohl eher nicht.

Aber was hat es dann mit dem angeblichen „Ausgangspunkt aller russischen Fernstraßen“ auf sich? Dazu habe ich mir mal eine Karte der Fernstraßen Russlands in Wikipedia angesehen.

Man sieht, dass fast alle Fernstraßen (mit M gekennzeichnet) strahlenförmig von Moskau aus in alle Himmelsrichtungen abgehen, M1, M2, M3 M4 usw. bis M10. Natürlich gibt es auch Fernstraßen, die nicht in Moskau beginnen, beispielsweise die M32 oder M36, aber immerhin kommt man über die M5, die in Moskau beginnt, auf diese Straßen. Das ist so ähnlich wie bei einem Baum, bei dem sich die Äste auch immer mehr verzweigen. Und der Ast-Ansatz ist eben hier in Moskau.

Jetzt aber zu der Bronzeplatte. Man sagt, dass Wünsche auf alle Fälle in Erfüllung gehen, wenn man sich, mit Blickrichtung auf das Auferstehungstor, eine Münze über die Schulter wirft. Das wollen wir doch gleich mal probieren. Steht man richtig herum auf der Bronzeplatte und kramt im Geldbeutel, sieht man rechts vor sich in einem Segment (vier Segmente mit Tiermotiven umgeben die kreisrunde Bronzeplatte) Delfine. Wenn das kein Omen ist! Klar, dass wir uns was gewünscht haben, und klar, dass es mit Delfinen zu tun hat.

Ganz nebenbei: Ein Mann (wohl ein offizieller) hat die ganzen Münzen aufgelesen. Dem bringt der Geldsegen auf alle Fälle Glück.

Das Kaufhaus GUM


Das Государственный универсальный магазин ГУМ (das Staatliche Universal-Magazin GUM) befindet sich, wenn man vom Auferstehungstor her kommt, am Roten Platz links. Zur Eröffnung 1893 war es der größte und modernste Konsumtempel der Welt. Hier konnte man wundervoll flanieren, denn das Kaufhaus war überdacht und damit auch im Winter wettergeschützt und angenehm warm. Ebenfalls neu waren damals die Preisschilder, sodass ein Handeln entfiel. (Heute gibt es dort vielfach keine Preisschilder mehr. Der normale Besucher würde dort auch schlichtweg seinen Augen nicht mehr trauen.)

Auf einer Fläche von zehn Fußballfeldern werden in den verschiedenen Läden des dreigeschossigen Einkaufszentrums Golduhren, Schmuck, Pelze, Edelkosmetik und Luxusartikel angeboten, die wirklich keiner braucht.

Aber wenn wir schon mal in diesem Luxustempel sind, müssen wir uns auch was leisten und das stilvoll. Am Kreuzungspunkt der beiden mittleren Längs- und Querpassagen des Kaufhauses befindet sich unter der zentralen Glaskuppel ein Springbrunnen. Dort gönnen wir uns – zu einem bezahlbaren Preis – jeder eine Eiswaffel.

Anschließend gehen wir an einem der zehn Ausgänge raus in die Fußgängerzone Никольская улица (Nikolskaya Ulitsa). Dort sind die Häuser so bonbonfarben rosa, dass man glaubt, man wäre in einer Märchenwelt.

Im Postamt


Die Nikolskaya Ulitsa hoch gibt es nach kaum 100 Metern links ein Postamt. Wer weiß, wann wir wieder an Briefmarken kommen und in der Hinsicht sind wir einfach richtig altmodisch. Den Freunden zu Hause müssen wir unbedingt eine Ansichtskarte aus Moskau schicken!

In der Post muss man dann an einem Automaten – wie bei uns beim Arbeitsamt oder bei der Kraftfahrzeugzulassungsstelle – eine Nummer ziehen, wenn man überhaupt drankommen will.

Eine Karte nach Deutschland kostet übrigens 40 Rubel, das sind etwa 68 Cent. Dabei musst du aber eines beachten: Nicht in den gelben Briefkasten werfen! Der ist nur für Отправления первого класса (innerrussische Post der ersten Klasse). Für Post nach Deutschland musst du nach einem blauen Briefkasten suchen.

Zentraler Kinderladen in Lubjanka


Nachdem wir mit Briefmarken versorgt sind, gehen wir die Fußgängerzone weiter bis zu deren Ende, das sind knapp zehn Minuten. Dort gibt es links das Shopping Center НАУТИЛУС (Nautilus), vor dessen Eingang ein Lego-Yoda steht.

Trotzdem ist das Nautilus kein Spielzeugladen. Der Spielzeugladen schlechthin – und Alenas Lieblingsspielzeugladen – ist auf der anderen Straßenseite, der Центральный детский магазин на Лубянке (Zentraler Kinderladen in Lubjanka). Hier gibt es Kuscheltiere und sogar Prinzessinnen-Kutschen zu – meiner Meinung nach – sehr stolzen Preisen.

Aber auch Technik kommt hier nicht zu kurz. Im Spielwarenhaus kann man sich in einer Green-Screen-Box vor jedem beliebig auswählbaren Hintergrund fotografisch ablichten lassen. Alena und ich haben uns dazu die Auffahrt des Kremls von Ismailowo ausgesucht. Ich kenne diesen „Kreml“ gar nicht, aber dieser Hintergrund hat fototechnisch – zumindest für mich – eben am meisten hergegeben. Klar, das Bild sieht zwar gut aus, aber ich bin mit meinen morschen Knochen aus der Hocke fast nicht mehr hochgekommen. Ich hatte ganz vergessen, dass die Green-Screen-Box für Kinder ausgelegt ist. Ihr könnt euch das gemeine Schmunzeln auf den Gesichtern aller vorstellen, als Simon meinte „Hey, hier auf der anderen Seite ist auch eine Green-Screen-Box für Erwachsene“.

Im Spielzeugladen gibt es auch eine LEGO-Abteilung. Dort sind – in einem Spielzeugladen (!) – Gebäude nachgebaut, so wie ich es bisher nur von den Vergnügungsparks Legoland Günzburg oder Billund kenne. Leider erkenne ich das Gebäude nicht, das mich mit seinen acht Säulen irgendwie an einen griechischen Tempel erinnert. Sei´s drum, ich muss nicht alles wissen. Jedenfalls sieht´s super aus.


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