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Freitag, 19.8.2017

Dolmen


Dass die Gegend hier schon vor tausenden von Jahren besiedelt war, davon zeugen der Dólmen de El Romeral aus der Zeit um 1800 v. Chr. und der Dólmen de Menga von 3800 v. Chr., die man auch in der Karte rechts oben bei 37.034136, -4.534733 bzw.  links unten bei 37.024080, -4.548337 sieht. Der größere von beiden, der Dolmen von Menga, soll 25 m Durchmesser haben und 4 m hoch sein. Damit soll dieser Dolmen größer sein als alle anderen Megalith-Bauten in Europa. Das will ich natürlich sehen.

Da ich vom „Indio“ kommend dem Dólmen de El Romeral näher bin, versuche ich zuerst, diesen zu finden. Doch mit der GPS-Angabe komme ich überhaupt nicht klar, allerdings gibt es hin und wieder auch violettrote Hinweisschilder, die auf den Dolmen hinweisen. Doch wenn ich denen folge, kommt probt die Ansage „bitte wenden“. Erst als ich in ein Abrissgebiet fahre, sind sowohl Hinweisschilder als auch Navi zufrieden. Aber das kann doch nicht sein! Das sieht ja katastrophal aus.Ich glaubt nicht, dass da noch irgendetwas kommen könnte und habe Angst, dass das Auto aufsetzt. Also mit Dolmen ist da weit und breit nichts. – Doch, da ist tatsächlich was, aber das Tor zur Sehenswürdigkeit ist zu!

Versuche ich eben mein Glück beim anderEn Dolmen, also die Koordinaten 37.024080, -4.548337 ins Navi eingegeben und hoffen. Doch jetzt versucht mich das Navi über Bahngleise zu schicken. Scheint heute wohl nicht so mein Tag zu sein!

Schließlich finde ich den Eingang zur historischen Sehenswürdigkeit. Die Gegend im Bereich des Eingangs in der Calle Málaga sieht auch viel zivilisierter aus, als das Gebiet vorhin beim Dólmen de El Romeral. Aber das nützt mir alles nichts, die Sehenswürdigkeit hat zu!

Einigermaßen enttäuscht fahr jetzt weiter nach Fuente de Piedra, wo ich die Esel-Auffangstation El Refugio del Burrito besuchen will.

El Refugio del Burrito


Das El Refugio del Burrito in Fuente de Piedra ist eine Pflegestation für Esel. Um dorthin zu kommen hätte ich bei der Kirche allerdings links in die Calle Noria einbiegen müssen, die habe ich aber irgendwie übersehen. Egal, fahr ich eben die nächste links rein. Das Navi wird sich schon anpassen – denkste! Ich fahr und fahr und fahr. Die Calle Campillos führt weiß Gott wohin. Ich hab keine Chance mehr, links abzubiegen. Am Campingplatz Rural Fuente de Piedra bin ich dann auf alle Fälle zu weit.

Ich frage einen Angestellten am Campingplatz und der meint, ich soll 100 m nördlich, rechts in den Feldweg reinfahren und dann nach ´nem halben Kilometer wieder rechts, dann fände ich das schon.

Okay, mit Mühe und etwas Verspätung erreiche ich über Schotterwege und durch Olivenhaine fahrend dann schließlich doch noch die Eselstation. Man könne die Esel in Fuente de Piedra täglich besuchen, bis 19:00 Uhr und der Eintritt sei frei stand im Internet – aber das El Refugio del Burrito hat zu. Das scheint heute wirklich mein Tag zu sein!

Warum wollte ich überhaupt zu der Eselstation? Nun, weil mich Tierschutz einfach interessiert und ich sehen wollte, was die dort so machen. Laut deren Homepage ist El Refugio del Burrito eine gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Esel und Maultiere in Spanien zu verbessern. Dachorganisation ist die britische Organisation „The Donkey Sanctuary“, die sich (so ist auf deren HP zu lesen) seit 40 Jahren weltweit für den Schutz von Eseln und Maultieren einsetzt. Bisher habe El Refugio del Burrito mehr als 500 Eseln und Maultieren in Spanien und ganz Europa geholfen. Zurzeit würden über 200 Tiere beobachtet. Ihre Proteste und die Tatsache, dass sie auf ihrer Homepage von einer Klage berichten, die sie angeblich gewonnen haben, erinnert mich aber doch sehr an einen deutschen Steuerberater, der fortwährend im Bereich Delfin-Haltung klagt. Ob El Refugio del Burrito seriös ist, ich wollt mir ein eigenes Bild machen, doch leider steh ich vor verschlossenen Türen. So kann ich ein paar Esel leider nur durch den Zaun fotografieren.

Was für ein Tag


Ein Wolfs-Park, wo sich die Wölfe nicht so richtig zeigen wollten, Dolmen, bei denen der Zutritt verwehrt war, ein Berg, der an einen Indianer-Kopf erinnert und eine Esel-Auffangstation, die – wie die Dolmen-Gelände – geschlossen hatte. Das war der heutige Tag. Nun, ob es sich dafür lohnt, insgesamt weit über 300 km zu fahren, das muss jeder selbst entscheiden. Für mich jedenfalls hat sich´s gelohnt.

17:30 Uhr. 2 Stunden sind´s noch bis zum Hotel. Ich hab Kohldampf, aber die Gaststätten haben um diese Zeit zu und zusätzlich ist Essen-Gehen in Spanien extrem teuer. So tu ich, was ich schon vor Tagen erfolgreich gemacht hab: Ich kauf mir was im Mercadona-Supermarkt in Campillos (37.046467, -4.865658 ) Chips, Wasser und Schinken.

Windkraft


Das war richtig clever, dass ich mir vorhin was zu essen gekauft hab, denn die Fahrt zum Hotel wird sich auf unbestimmte Zeit verzöger. Kurz hinter Campillos muss ich nämlich die A-384 verlassen. So viele Windräder wie ich dort rechts sehe, habe ich mein ganzes Leben lang noch nicht auf einem Haufen gesehen. Die Rotorblätter scheinen einen regelrechten Kampf untereinander auszutragen.

Im Windpark El Álamo hat Eolica Guadalteba alleine 18 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 36.000 kW stehen , dazu kommen 14 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 28.000 kW im Windpark La Cuesta. Damit sind beide Windparks überschlägig in der Lage, 20- bis 40–tausend  Haushalte mit Strom zu versorgen.

Nützt alles nichts, ich muss mich anschicken, nach Hause zu fahren.

Heimfahrt


Eine dreiviertel Stunde nach den Windkraftanlagen komme ich erneut an einen traumhaft schönen Städtchen vorbei. Und wie so oft sieht man ja etwas und man sagt „schön“ und hinterher weiß man dann nicht mehr, wo das war. Bei Olvera bin ich mir aber ganz sicher, Olvera, das ist das Städtchen, in dem ich heute früh getankt hab. Ich erkenne deutlich die Parroquia Nuestra Señora de la Encarnatión (links)  und das Castillo de Olvera in Bildmitte.

Die traumhaft schönen Dörfer, an denen ich auf der Heimfahrt vorbeikomme, beispielsweise die Dörfer Olvera oder Agodonales machen vieles wieder wett, was heute so alles schief gelaufen ist.  Übrigens: Agodonales – den Ort sollten sich vor allem Gleitschirmflieger merken. Agodonales ist das Mekka der Gleitschirmflieger.

Endlich im Hotel


Nach einer Woche, in der sich Highlight an Highlight reihte, war der heutige Freitag der wohl fadeste Tag. Ich bin ziemlich viele km gefahren, um das Wolfsgehege, die Dolmen, den Indio und die Eselauffangstation zu sehen. Doch die Dolmen und die Eselstation hatten zu und beim „Indio“ brauchte ich ewig, bis ich endlich eine Aufnahme ohne Häuser oder Telegrafenmasten drauf machen konnte. Das war alles schon etwas frustrierend.

Den warmen Sommerabend, den letzten Abend meines Andalusien-Urlaubs, verbringe ich mit einem Glas Bier in der Hand auf der Terrasse des Hotels. Ich lass die ganze Woche noch mal Revue passieren: Der ersten Abend in Jerez de la Frontera, den Sonntag in Ronda, Sevilla und San Lúcar de Barrameda, den Montag mit der stürmischen Pilotwal-Tour in Tarifa, den Dienstag mit dem Mirador Estrecho und Gibraltar, wo ich den Europapoint besuchte, an einer Rock-Führung  teilnahm und abermals eine Whalewatching-Tour machte, dieses Malmit Schwerpunkt Delfine. Am Mittwoch folgten dann die große Orca-Tour und Cádiz! Am Donnerstag nahmen mich Caminito del Rey und Alhambra in Anspruch, und heute schließlich der Lobo-Park, der schlafende Indio, die Dolmen und die Eselauffangstation. Mann, war das ein Programm!

Die Sommernacht, das Bier und Unchained Melody im Radio! Ein würdiger Ausklang eines grandiosen Urlaubs. Mensch, hab ich ein Glück, dass ich das alles erleben durfte. Morgen will ich mir dann noch Jerez de la Frontera bei Tag ansehen und auch den dortigen Zoo, bevor es morgen Abend dann schon wieder zurück geht nach München. Das war wieder ein Urlaub so ganz nach meinem Geschmack! Dazu möchte ich mich auch mal bei Susanne bedanken, die mich solche „Wahnsinns-Touren“ einfach mache lässt. Das ist auch nicht selbstverständlich!


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