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Optimierung des Bahnhofsgebäudes


Wie inzwischen bekannt sein dürfte, entwerfe und baue ich das Gebäude meines Anhalter Bahnhofs komplett selbst. Dabei habe ich – als ich vor langer Zeit die Südfassade und die Westwand auf die Anlage klebte, nie daran gedacht, dass diese sowohl relativ zum Boden als auch relativ zueinander rechtwinklig sein müssen.

Was sich für den einen oder anderen vielleicht trivial anhört, ist im Nachhinein – wenn es nirgendwo mehr ein ebenes Fundament gibt (die Straßen und die Landschaft außerhalb des Gebäudes weisen in alle Richtungen Steigungen und Gefälle auf) – eine Herausforderung. Winkelabweichungen von nur 0,5° verursachen bei einem 450 mm breiten und 250 mm hohen Gebäude Maßabweichungen von 4 mm in der Horizontalen und mehr als 2 mm in der Vertikalen. Folge: Auch wenn ich die Wände seinerzeit mit einem rechtwinklig gesägten Brett ausrichtete , stehen die Wände doch windschief.

Es nützt alles nichts. Heute habe ich die bereits angeklebten Wände wieder eingerissen. Das hört sich dramatischer an, als es ist, denn Ponal lässt sich, wenn man es genügend lang feucht macht, leicht lösen.

Damit mir später das Bahnhofsgebäude nicht wieder krumm und schief da steht, habe ich mich an Pythagoras erinnert und eine absolut rechtwinklige Kiste mit den Innenmaßen des Bahnhofsgebäudes zusammengeleimt. Bei einer lichten Weite von 383 mm muss ich nur auf den Seitenwänden 359 mm vom Südportal weg gehen. Dann sind die Diagonalen (wenn das Gebäude rechtwinklig ist) genau 525 mm.

Da die Bahnsteigebene absolut „im Wasser“, d.h. in jeder Richtung horizontal ausgerichtet ist, sieht man jetzt nach dem Einbau des „Hilfs-Innenkastens“ wie „unsauber“ ich gearbeitet habe und dass die Ostwand des Bahnhofsgebäudes (wenn man sie direkt auf den Untergrund aufstellt) am Nordende (im Bild links) etwa 5 mm zu hoch ist. Kein Wunder, dass da mein bisher provisorisch aufgelegtes Tonnendach immer gekippelt hat.

Das „unsaubere“ Arbeiten setzt sich am Südportal des Bahnhofsgebäudes fort. Leider fluchten auch Hier die Innen- und die Außenplatte des Südportals nicht richtig. Ich hab, als ich die 28-mm-Distanzstücke einleimte, einfach nicht gemerkt, dass die beiden Platten (trotz Leimzwingen) offenbar gegeneinander verrutscht sind. Nicht viel, aber mich stört da auch ein halber Millimeter gewaltig.

Weil ich aber kein neues Südportal mehr erstellen will (das war teuer genug!) versuche ich mit „Molto Holz Reparaturspachtel“ zu retten, was zu retten ist. Sieht momentan noch etwas unsauber aus, aber ich hoffe, das wird.

Das Mauerwerk des Südportals ist im Original 5,25 m (34 mm) dick, die Hallenlängswände durchgehend 1, 50 m (9,5 mm). Nur an den Stellen, an denen später die 11 Dachbinder aufliegen, sind die Mauern stärker, nämlich rund 2,50 m (15,5 mm). Aber selbst diese gewaltigen Mauern haben damals nicht ausgereicht, den Gewölbeschub des Tonnendachs aufzunehmen, weswegen der Dachbogen im Original (ähnlich wie die Sehne eines Bogens die Kräfte aufnimmt) mittels elf 70mm dicker Stahl-Zugstangen zusammengehalten wurde.

Meine Wände wurden seinerzeit aus 3-mm-Sperrholz gelasert. Um die dem Original entsprechende Wanddicke von 9,5 mm zu erhalten, klebe ich zwischen Innen – und Außen-Platten der Hallenlängswände 3mm-Distanzstückchen und um die Fenster 3mm dicke Laibungen ein.

Die 2,50 m (15 mm) Mauerdicke im Bereich der Dachbinder erhalte ich, indem ich innen und außen je 3mm dicke „Erker“ aufklebe (grüne Pfeile).

Inspiriert von einer von Emil Hundrieser entworfenen und von Friedrich Peters realisierten Figurengruppe aus einem Engel und zwei Jünglingen, welche beim Original die Hallen-Nordwand zierten und den „Weltverkehr“ darstellten, platziere ich auf dem Südportal meines Bahnhofs einen knieenden Engel. Der Engel soll fortan seine „schützende Hand“ über meinen „Anhalter Bahnhof“ halten, damit ich Baufehler in Zukunft erkenne, bevor viel Geld geflossen ist (ich erinnere nur an die 4 Versuche, die Hochbahnbrücke zu bauen oder jetzt an die windschiefen Wände des Bahnhofsgebäudes).

Solche Darstellungen abstrakter Begriffe sind übrigens gar nicht mal so selten. Man nennt sie „Allegorie“. Am bekanntesten dürften vielleicht die Liebe, Mutter Natur, Justizia oder der Sensenmann sein.


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