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Die Hochbahn-Brücke am Landwehrkanal – Der 4. Versuch

Teil 2


Endlich, nach drei vergeblichen Anläufen, liegt die vierte Hochbahnbrücke nun so, wie ich sie mir immer vorgestellt habe. Sie ist zwar im Verhältnis etwas breiter als das Original, dennoch gibt sie – nach meinem Empfinden – die Situation am Landwehrkanal sehr gut wieder.

Auch wenn im Original die asymmetrische Verlängerung auf der Seite des Tempelhofer Ufers ist (und nicht wie bei mir auf der Seite des Halleschen Ufers) passt das für mich. Schließlich wollte ich die vierte Brücke nicht auch noch mal abreißen. Ich habe die aus den Vollmer-Bausätzen gefertigte Kastenbrücke deshalb einfach um 180° gedreht, sodass die lange Seite jetzt links hinten am Außenbogen ist. Jetzt fehlen nur noch die Fußgängerstege.

Um die Fußgängerstege auf die Hauptträger leimen zu können, wird die komplette, 1,25 m lange  Brücke „kopfüber“ auf eine Arbeitsplatte gelegt.

Die überall gleiche Höhe der Fußgängerstege über dem Gleis wird dadurch realisiert, dass ich überall auf der Fahrbahn der Brücke mittels doppelseitigen Foto-Einklebe-Plättchen 3-mm-Sperrholz-Stückchen aufklebe, die den Abstand zur Arbeitsplatte gewährleisten.

Das Ankleben an den Hauptträger geht weitaus besser als ursprünglich gedacht. Da macht sich die im vierten Versuch nun genauere Arbeitsweise der vorherigen Tage nun richtig bemerkbar. Die Brücke sieht jetzt schon deutlich besser aus als die früher aus Polystyrol hergestellte Brücke, die leider (oder Gottseidank?) abgerissen wurde.

Versteifungs-Rippen


Als nächstes kann ich mich dran machen, auf die Hauptträger außen die rund 160 senkrechten Versteifungs-Rippen und unter die Fahrbahn die Längsträger und den Querverband einzukleben.

Das Aufkleben der 1 x 1 mm Holz-Stäbchen, welche die Versteifungsrippen darstellen sollen, ist in einem Maße aufwändig, wie ich mir das nie vorstellen konnte. Aber nochmal ändere ich nicht mehr an der Brücke. Die bleibt, wie sie ist und wird nur noch vervollständigt.

Weil ich nur 3 kleine Leimzwingen habe, kann ich nicht mehr als 3 Stäbchen auf einmal  kleben, Dann heißt es: 1 Stunde warten, bis der Holzleim sicher abgebunden hat (bei 160 Stäbchen sind das rund 54 Trockenstunden).

Dass manche Versteifungsrippen schief sind, damit muss ich einfach leben. Vielleicht kann man diese Unzulänglichkeiten ja später mit Farbe und „Rost“ etwas kaschieren. Aber so schlimm finde ich das gar nicht. Ich denke, dass ich nur die fünfte und die fünfzehnte Leiste (von rechts) nochmal machen muss.

Längsträger (Spundprofil)


Nachdem die Versteifungsrippen außen aufgeklebt sind, geht’s an die Unterseite der Brücke. Zwischen den Hauptträgern platziere ich bei 16 mm / 32 mm / 48 mm Leisten, die das Längsträger-Spundprofil darstellen sollen. Dazu stelle ich mit der Kreissäge eine Lehre mit drei Schlitzen her.

Mittels der Lehre sind die Längsträger (glaube ich) sehr gut ausgerichtet. Allerdings klebt es sich – warum auch immer – etwas schlecht!

Querverband


Den Querverband mache ich mit den 5 mm x 1 mm Nussbaum-Leisten. Dazu bräuchte ich zunächst mal 12 bis 15 Stück Diese 15 Leisten werden hochkant in einen Rahmen geklemmt und dann mit der Kreissäge (damit sie über die Längsträger passen) 3 mm tief eingeschlitzt.

Diese eingeschlitzten Stäbe des Querverbands werden dann einzeln eingepasst und verklebt. Rechts sieht man die Unterseite des ersten Segments westlich der Gitterbrücke.

Dummerweise splittern die Buchenholzleisten beim Einschlitzen immer wieder, sodass ich bis zu 20% Ausschuss habe.  Trotz dieser Unzulänglichkeiten geht es (wenn auch langsam) voran.

Heute am Abend habe ich mir im Fachmarkt noch eine Dose Dulux-Shady Green B60 gekauft (510ml/17,99€). Damit beginne ich meine Brückenkonstruktion zu streichen. Das dauert wesentlich länger als ich ursprünglich gedacht habe. Und noch immer ist die Brücke ist noch nicht überall deckend gestrichen.

Die Brücke sieht besser aus, wenn man sie nach dem Streichen mit Shady Green noch äußerst vorsichtig mit dem breiten Kosmetik-Pinsel mit minimalen Spuren von „Goya Acrylic 84121 Grüne Erde“ (die Farbe gibt’s in einer Tube in der Bastelabteilung der Meringer Baywa) überstreicht. Es wirkt dann etwas stumpfer und hat auch den Anschein von Rost. Offenbar sind Farben aus nur einer Dose Gift im Modellbahn-Bau und man muss ich immer mischen.

Das Kleben der „gefühlt“ Tausend Querträger und Rippen zerrt an den Nerven. Das ist „Strafarbeit“. Dass das so lange dauert, hätte ich im Leben nie gedacht. Entsprechend gebe ich mir auf der dem Betrachter abgewandten Seite der Brücke schon nicht mehr so viel Mühe. Die Folge ist, dass die Brücke durch Klebereste regelrecht „versaut“ wird.  Das stört mich aber nicht weiter. Ich will einfach nur fertig werden – und im Übrigen sind auch die Brücken in echt recht fleckig und von der Farbe her völlig uneinheitlich.

Was ich nicht vergessen darf, die IPE-Hauptträger brauchen unten noch Flansche. Die mache ich dann aus 3 x 1-mm-Leisten.

Gedanken zum seitlichen Fußgänger-Steig


Die Brücke ist etwa 125 cm lang. Die Fußsteige sollen 8 mm breit werden. Wenn eine Bohle des Fußsteigs 1 mm breit ist, muss ich auch jeder Seite der Brücke 1250 (!) Bohlen, zusammen also 2500 Bohlen kleben. Ich glaube, das kann ich mir nicht zumuten. Da muss ich mir was anderes überlegen.

Eben! – Ich kann die Fußsteige auch anders machen. Bei einem Schreiner besorge ich mir hauchdünnes Eiche-Furnier, das ich quer zur Faserrichtung mit dem Cuttermesser in 8 mm breite Streifen schneide und die Streifen als Ganzes aufklebe.

Für mich wirkt das schon fast so, als ob da quer Bohlen liegen würden. Wenn das nachher noch mit dunkelbrauner Lasur überstrichen wird, müsste das passen.

Einschottern der Brücke


Während seitlich die angeklebten „Holzbohlen“ trocknen, kann man dazwischen auch schon mal schottern. Dazu streue ich den Schotter vorsichtig und in sehr kleinen Portionen mittels eines Kaffeelöffels zwischen und neben die Schwellen und verteile sie dann mithilfe eines breiten, sehr weichen Flachpinsels. Fixiert wird der Schotter mit Heki Schotterkleber 1830. Der ist zwar nicht ganz billig, aber deutlich besser als jedes Pril-Leim-Wasser-Gemisch oder alles andere, was ich zuvor verwendet hatte.

Widerlager


W

Geländer an der Hochbahn-Brücke


Das 97,3 cm lange Geländer 27245 von Faller scheint mir für die Brücke am geeignetsten zu sein. Mit 5,93 € pro Packung ist es im Modellbahnshop Lippe am billigsten.

Da es einfach zu teuer ist, z.B. Revell E-Mail-Color „schwarz matt“ (8) im Internet zu kaufen (1,79 € das Döschen, 4,90€ der Versand), nehme ich (CPM Artists Acrylics 4700 lampenschwarz), das es bei ALDI gerade im Angebot gibt. Die Farbe eignet sich, wenn man sie mit einem Flachpinsel fast trocken streicht, hervorragend.

Testfahrten auf der Hochbahn-Brücke


Die Testfahrten mit ET 177oder V200 laufen besser als gedacht. Die Fahrzeuge ecken nirgends an und es gibt auch nirgendwo an den Gleisen einen Kurzschluss. Endlich nach 6 Jahren und 3 Fehlversuchen, kann ich die Arbeiten an der Fahrbahn der Hochbahn-Brücke abschließen.

Die noch fehlenden Stützen dürften – so meine Hoffnung – nun kein Problem mehr darstellen.

Mal sehen, was die andern machen – Besuch in Berlin


Im Sommer sind wir dann nach Berlin gefahren, sodass ich an der Modellbahn 3 Tage nichts machen kann.

Das Modell des Anhalter Bahnhofs im Technikmuseum Berlin


Allerdings kann ich im Technikmuseum Berlin an einem H0-Modell einige Details ansehen, die ich vielleicht später bei meinem Spur-N-Anhalter- Bahnhof auch berücksichtigen kann.

Ich will mich gar nicht mit den professionellen Modellbauern in Berlin messen, muss ich auch gar nicht, denn die Nordseite des Bahnhofsgebäudes, also die Seite, die zum Askanischen Platz zeigt, baue ich ja gar nicht.

Ich kann mir aber Details der Südfassade ansehen und wie das die Berliner Modellbauer im Maßstab H0 gelöst haben.

Die Brückenpfeiler am Landwehrkanal


Meine Stützpfeiler sollen sich (auch wenn meine Brücke im Modell deutlich breiter als das Original gebaut werden muss) dennoch stark am Original orientieren. Deshalb habe ich heute in Berlin die Brücken-Pfeiler so fotografiert, wie sie heute aussehen. Mittels eines Bildbearbeitungsprogramms habe ich das Foto so verzerrt und gespiegelt, dass ich (zumindest grob) einen Dummy für die später zu fertigenden Hochbahn-Pfeiler erhielt.

So ähnlich wie auf dem Bild rechts unten soll dann später der Pfeiler aussehen. Wie ich den Pfeiler dann herstellen werde, weiß ich im Moment noch nicht.

Was bei oberflächlicher Betrachtung kaum auffällt, der Untergrund auf meiner Anlage weist im Bereich des Pfeilers (wie in echt)  ein Gefälle zwischen Tempelhofer Ufer und Landwehrkanal auf, sodass der hintere, rechte Pfosten fast 5 mm kürzer sein muss als der linke. Ich kann also auch hier (wie bei so vielem auf meiner Bahn) nichts „von der Stange“ verwenden.


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