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Die Hochbahn-Brücke am Landwehrkanal


Der 3. Versuch


Nach so viel „Selbstverliebtheit“ und Stolz muss ich irgendwann auch mal wieder an meiner eigenen Anlage weiterbauen – vor allem bei der Hochbahnbrücke am Landwehrkanal habe ich bisher – außer schrott – ja noch nichts zustande gebracht.

Vom Aussehen her ist die verlängerte und verbreiterte Kastenbrücke von Vollmer ja gar nicht mal so schlecht, nur eben (auch nach dem Umbau) immer noch viel zu kurz. Also auf ein Neues, „Die Hochbahnbrücke am Landwehrkanal. Klappe die Dritte. Und – Action!“

Wieder kaufe ich mir 2 Bausätze und wieder mach ich mich dran, abermals alles neu zu konstruieren. Dem Umstand, dass bei der letzten Ausführung ein Brückenpfeiler mit den darunter liegenden Ferngleisen kollidiert, begegne ich dadurch, dass ich die Brücke auf einer Seite einfach asymmetrisch verlängere. Die Brücke hat vorne jetzt 8 Felder. Dadurch ist sie hier 36 cm lang, hinten bleibt sie bei 31.5 cm.

Zum Sicherstellen der Rechtwinkligkeit klebe ich oben noch zwei 72 mm lange Polystyrol-Profile ein.

Mehrere Zentimeter Versatz. Das passiert mir nicht nochmal. Mit Feuereifer geht’s erneut an die die 1,25 m lange, s-förmig gewundene Hochbahn-Brücke. Nun bereits zum dritten Mal.

Da die knapp 1,25 m lange Hochbahn-Brücke (zumindest während der Bauphase) eine recht wackelige Angelegenheit ist (sie sollte zum Zusammenkleben und Lackieren von allen Seiten zugänglich sein) fixiere ich sie fest auf einem „Hilfsbrett”. Damit verwindet sie sich nicht, wenn ich sie nach jeder noch so kleinen Änderung – gefühlt mehr als hundert Mal zwischen den Widerlagern ein und ausbaue.

Damit ich die Fernbahnbrücke und die dortigen (wenn auch noch nicht leuchtenden) Lampen beim ständigen Rein und Raus nicht beschädige, lege ich über die 4gleisige Fernbahn eine u-förmige Hilfskonstruktion, die ich (bis ich ein Optimum gefunden habe) Millimeter um Millimeter absenke.

Noch die Unterseite gestalten, grün anstreichen und fertig ist die Hochbahn-Brücke – nach nunmehr 3 Anläufen. Liegt sie jetzt nicht schön, so zwischen Halleschem Ufer und Landwehrkanal?

Klar, ist die Landschaft noch nicht fertig. Auch die Geländer an der Hochbahn fehlen noch, die Einschotterung, die Signale und die Lampen. Auch die Preisserlein fehlen noch. Aber so langsam sehe ich Land. Und das Schönste, ich kann bereits fahren.

Oft erwische ich mich dann dabei, dass ich gar nicht mehr baue und nur noch „stundenlang“ den Fernzügen unten und oben den zwischen den S-Bahn-Stationen pendelnden Triebwagen auf der Hochbahn zusehe.

Ich bin happy. Was ich bisher gebaut habe,  kommt der Vorbildsituation doch schon sehr nahe.

Erneuter Schock – auch der 3. Anlauf geht schief


Ach Nein!  Wieder habe ich einen Riesenfehler gemacht. Im Original liegt die asymmetrische Brücke so, dass die auf der Seite des Tempelhofer Ufers rechts liegende Seite der Brücke die längere ist. Das ist auch auf allen Postkarten und Gemälden der „5 Verkehrsebenen am Landwehrkanal“ so. Ich weiß nicht warum, aber auf all den Bildern schaut man Richtung Westen, sodass der Anhalter Bahnhof rechter Hand liegt. Wenn ich auf meine Anlage schaue, ist das Bahnhofsgebäude aber links! Das habe ich die ganze Zeit außer Acht gelassen. Wenn man eine Sache um 180° dreht, muss man sie nicht auch noch spiegeln!

Ich bin so ein Vollidiot! Rechts vorne (das ist im Gegensatz zum Vorbild jetzt die Kurven-Innenseite) ist die asymmetrische Brücke bei mir jetzt viel zu lang. Diese Ecke, diesen „Vorsprung“, kann ich mit den Hochbahnzügen unmöglich umfahren. Ich sehe nur noch „Versagen“. Was vorher noch geflissentlich toleriert wurde, erscheint mir jetzt als Desaster. Alles im Allem habe ich das Gefühl, dass die Polystyrol-Hochbahn-Brücke auch richtig scheiße aussieht – und die Farbe hält auch nicht richtig!

Sagt mal, wurde ich während des Baus nicht schon zwei Mal an Apelles‘ (Ἀπελλῆς) Spruch „Ne sutor supra crepidam!“ (Schuster, bleib bei deinem Leisten) erinnert ? Jetzt hab ich den Salat. Obwohl ich Kunststofftechnik studiert habe, bleibe ich im Herzen aber doch immer der Sohn eines Schreiners – und Schreiner-Söhne arbeiten eben besser mit Holz.


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